Debatte um Internet-Tod: Die Matrix des Kapitalismus

Ein Essay von

Das Internet-Zentralorgan "Wired" erklärt das offene Netz für tot - und definiert Kapitalismus als eine Art Naturgesetz, das jede Infrastruktur unweigerlich in eine Matrix zwängt. Doch frisst die Wirtschaft wirklich das Web? Oder demokratisiert das Web die Wirtschaft?

Szene aus "The Matrix": Ist das Web, wie wir es kennen, dem Tode geweiht? Zur Großansicht
Warner Bros. / ddp images

Szene aus "The Matrix": Ist das Web, wie wir es kennen, dem Tode geweiht?

In der Debatte über die Zukunft des Internets gibt es zwei konkurrierende Denkschulen: auf der einen Seite die der Freiheit, auf der anderen die des Kapitalismus. Die Verfechter der Freiheit kämpfen für etwas. Für die Offenheit des World Wide Web. Für die bedingungslose Gleichberechtigung aller Angebote und Informationen. Für die Selbstbestimmung des Individuums. Sie kämpfen dafür, dass wir uns nach vorne lehnen, Informationen suchen, Neues entdecken und selbst Neues erschaffen. Das Symbol der Freiheit ist der Browser, ein einzelnes Programm, mit dem wir - teils unbequem, aber kostenlos - durch die offene Weite des Cyberspace gleiten.

Die Verfechter des Kapitalismus kämpfen um etwas. Um die Kontrolle über das World Wide Web. Um die Hierarchisierung der Angebote und Informationen, darum, dass ihre eigenen Produkte denen der Konkurrenz preislich oder qualitativ überlegen sind. Um Macht über die Aufmerksamkeit des Individuums. Sie kämpfen darum, dass wir uns zurücklehnen, Antworten erhalten, Neues empfohlen bekommen. Darum, dass wir konsumieren. Das Symbol des Kapitalismus sind die Apps, Millionen Mini-Programme, mit denen wir uns - bequem, aber teils gegen Geld - in geschlossene, genau auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Mini-Räume teleportieren.

Der Streit dieser beiden Denkschulen hat in dieser Woche einen neuen Höhepunkt erreicht, durch einen Artikel in der Zeitschrift "Wired". Geschrieben haben ihn der Autor Michael Wolff und Chris Anderson, der Chefredakteur des zentralen Nerd-Organs persönlich. Titel der Geschichte: "Das Web ist tot. Lang lebe das Internet!" Zentrale These: Die Apps werden den Browser ablösen, der Kapitalismus die Freiheit besiegen.

Kapitalismus als Naturgesetz

Die Autoren setzen mit ihrem Text unfraglich auf einen Knalleffekt. Denn sie nehmen in der Internet-Zukunftsdebatte die Gegenposition ein. Viele Experten glauben derzeit eher, dass Apps ein Übergangsphänomen sind - und der offene Browser sich auch auf neuen, mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablet-PC letztlich durchsetzt. Es wäre nicht das erste Mal, dass "Wired" mit seinen Internet-Prophezeiungen zwar für Aufregung sorgt, letztlich aber danebenliegt.

Bemerkenswert ist der Text trotzdem, denn er hat einen Kern, über den es sich nachzudenken lohnt. Die Autoren definieren Kapitalismus als eine Art Naturgesetz, als universale Kraft, die unweigerlich all unsere Lebensbereiche durchdringt. "Wired" entwirft eine Welt, in der Finanzfürsten und Konzernbosse über jede offene Infrastruktur letztlich die Kontrolle übernehmen. Über Autobahnen, Stromleitungen, das Internet.

"Wired" entwirft eine Art Matrix des Kapitalismus, die alles durchdringt, alles kontrolliert, die unser Seelenleben kolonisiert. Manches in dem Text erinnert stark an den Cyberpunkfilm "The Matrix" aus dem Jahr 1999. So benutzt "Wired" dieselben Reizwörter, die auch "The Matrix" verwendet, Wörter wie choice (Wahl), inevitable (unvermeidlich) und wake up (aufwachen).

Sowohl "Wired" als auch "The Matrix" bedienen sich aus dem Gedankengut von Theodor Adorno, genauer gesagt aus dessen Konzept der Kulturindustrie und seinen Überlegungen zur Rolle des Fernsehens. Der Fernseher wird in Adornos Überlegungen zum Machtzentrum eines alles durchdringenden Mediendispositivs. Aus seinem Monitor heraus reicht uns die Kulturindustrie ihre Produkte mit dem Löffel, eingeteilt in kleine, wohlgeformte Portionen, die so leicht verdaulich sind, dass wir sie kritiklos herunterschlucken und uns der Kontrolle der Kulturindustrie gern unterwerfen.

Erobert die Kulturindustrie nach dem Fernsehen jetzt auch das Web?

"The Matrix" stellt Adornos Löffel bildlich dar. Im ersten Teil der Trilogie gibt es eine Szene, in der die Hauptfigur Neo (Keanu Reeves) einen Jungen trifft, der mit Gedankenkraft Löffel verbiegen kann. Dieser sagt: "Versuche nicht, den Löffel zu verbiegen. Das ist unmöglich. Versuche nur, die Wahrheit zu begreifen. Es gibt keinen Löffel. Dann wirst du begreifen, dass es nicht der Löffel ist, der sich biegt, sondern du selbst."

Die "Wired"-Autoren glauben offenbar, dass die Kulturindustrie nach dem Fernsehen nun auch das Web erobert - egal über welche Geräte wir darauf zugreifen.

Auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablet-PC ist es bequemer, Apps zu benutzen. Wir befinden uns daher größtenteils in engen, abgeschotteten Räumen und nicht mehr im offenen Web. Wir lassen uns Informationen in leicht verdaulichen Häppchen servieren, lassen uns mit dem Löffel füttern, anstatt selbst aktiv zu werden und etwas in unsere Browser einzutippen. Kontrolliert wird dieses Konstrukt von Konzernen wie Apple, die bestimmen, welche Apps man kaufen kann und welche nicht. Und von Unternehmen wie Amazon, die Bücher von Lesegeräten löschen, obwohl Kunden sie längst gekauft und bezahlt haben.

Auch auf stationären Geräten (PC) oder nomadischen Geräten (Laptop, Netbook) regiert laut den "Wired"-Autoren mehr und mehr die Kulturindustrie. Auf diesen Geräten verbringen wir ebenfalls mehr und mehr Zeit in geschlossenen Bereichen: in Online-Spielen wie "World of Warcraft" oder in sozialen Netzwerken wie Facebook. In diesen sind wir zwar selbst aktiv, doch gleichzeitig werden wir beherrscht - von "nach Macht strebenden Größenwahnsinnigen" wie Facebook-Chef Marc Zuckerberg.

Konsumenten, die ihre Freiheit gerne opfern

"All das war unvermeidlich", schreibt Anderson. Denn die Kräfte des Kapitalismus wirkten von zwei Seiten auf das Internet ein: Unternehmen wünschten sich Unfreiheit und Hierarchisierung. Und der Konsument selbst sei nur allzu gern bereit, seine persönliche Freiheit der Bequemlichkeit zu opfern.

Richtig ist, dass das offene Internet mehreren Industrien die Geschäftsgrundlage entzieht. Diese Industrien begrüßen geschlossene Räume. Die Werbeindustrie glaubt, ihre Zielgruppen auf Facebook besser zu greifen zu bekommen. Die Medien erhoffen sich über Apps einen Einnahmenschub für ihre Produkte. Und Apple verdient an jedem verkauften Mini-Programm mit.

Mehrere Branchen versuchen also aus geschäftlichen Motiven heraus, das freie Internet zu kontrollieren. Die Frage ist, ob die Web-Gemeinde mitzieht. Oder ob das Internet die erste Infrastruktur sein wird, bei der die Kräfte des Kapitalismus sich nur bedingt durchsetzen.

Kaum vorstellbar, dass Nutzer nur noch empfangen

Bislang haben sich im Web offene Systeme durchgesetzt. In den neunziger Jahren hatten geschlossene Portale wie AOL gegen Suchmaschinen wie Google keine Chance. Der an einen einzigen Computer gefesselte Desktop wird zusehends durch den geräteunabhängigen Browser ersetzt, über den immer mehr Nutzer persönliche Daten wie Bilder, Songs oder Texte, Textbearbeitungsprogramme oder Tabellenkalkulationen aufrufen.

Auch jetzt, in der "App Economy", kann man es sich kaum vorstellen, dass sich Nutzer künftig nur noch übers iPad von der Kulturindustrie berieseln lassen, dass sie nur noch empfangen, statt selbst zu suchen und zu senden.

Jenseits der Apps ist das Web ebenfalls etwas demokratischer, als Anderson und Wolff es darstellen. Internet-Größen wie Facebook-Chef Marc Zuckerberg verfügen zwar über ein Cyber-Königreich, in dem sich mehr Menschen tummeln, als die USA Einwohner haben. Von einer Willkürherrschaft aber sind solche Räume noch ein Stück entfernt. Zwar ändert König Zuckerberg bisweilen von heute auf morgen die Geschäftsbedingungen - doch schon mehrfach hat er sich dem Willen seiner Nutzer beugen müssen und bestimmte Änderungen nach Protesten revidiert.

Deshalb stellt sich umgekehrt noch eine andere Frage: Demokratisiert vielleicht das Web den Kapitalismus? Schließlich definieren die sozialen Medien das Verhältnis zwischen Kunden und Unternehmen neu. Der klassische top-down-Ansatz wird zusehends durch Zuhören ersetzt. Statt dem Kunden vorzuschreiben, was er gut zu finden hat, treten Unternehmen mit ihren Zielgruppen in den Dialog. Oder sie organisieren über das Internet Gruppen, die einzelne Produkte vorab testen und an Freunde weiterempfehlen können.

All das hilft, auf Kundenbedürfnisse besser einzugehen. Unternehmen, die dabei mitmachen, haben einen klaren Wettbewerbsvorteil. Ganz nebenbei verändert sich dadurch die Definition von Marken. Die Marke wird zu einer Art Allgemeingut, zu etwas, das jeder mitformt und das Unternehmen nur verwalten.

Versagt also die Matrix des Kapitalismus im Internet? Das steht noch nicht fest. Eines ist aber klar: Sie muss sich dem freien Web anpassen.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 83 Beiträge
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1. Der Gang der Natur
Gummiblitz 19.08.2010
Zitat von sysopDas Internet-Zentralorgan "Wired" erklärt das offene Netz für tot - und definiert Kapitalismus als eine Art Naturgesetz, das jede Infrastruktur unweigerlich in eine Matrix zwängt. Doch frisst die Wirtschaft wirklich das Web? Oder demokratisiert das Web die Wirtschaft? http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,712637,00.html
Die Maschine wird zwangsläufig den Menschen substituieren, da der Mensch nicht perfekt ist und die Maschinen irgendwann besser/stärker sind. Das ist nur eine Frage der Zeit. Wer sagt denn, dass wir nicht selbst eine Art Maschine sind?
2. Nicht Kapitalismus, sondern Sozialismus im Web
My2Cents 19.08.2010
Nun ja, Tatsache ist ja, dass wir alle immer nur etwas aus dem Netz entnehmen wollen. Die wenigsten Menschen bringen ja tatsächlich einen nicht unerheblichen Teil ihrer Zeit ein, um Medien ins Netz zu stellen, die andere interessieren oder intellektuell weiterbringen könnten. Verständlich, dass das nicht kostenlos geschehen kann, denn jeder von uns muss am Ende des Monats die Miete oder die Hypothek bezahlen können. Niemand wohnt mehr in Zelten oder Iglus. Wie könnten potentielle Autoren also ihre Zeit dafür aufwenden, kostenlos Werte zu produzieren, ohne dabei unter der Brücke zu enden? Tja, die wenigen, die tatsächlich relevante Beiträge ins Netz stellen, haben, wie der andere, am Ende den unwiderstehlichen Drang, sich Lebensmittel, Kleidung und Unterkunft kaufen zu können. Warum sollten sie nicht all die anderen, die von ihrer Arbeit profitieren, dazu bringen, ihnen etwas zurückzugeben? Etwa in Form von Hühnern, Kartoffeln... oder allgemein: Geld! Ich kann verstehen, dass nicht alles im Netz kostenlos sein kann. Wer nimmt, der muss auch geben können. Das ist Sozialismus pur.
3. Nix Titeln
SethSteiner 19.08.2010
Seltsam, Internet-Tod... es ändert sich doch gar nichts am Internet, hat sich nie etwas geändert, es ist immer gleich und wird wohl auch immer so sein, immer Freiheit. Irgendwann werden Handies sich auch öffnen müssen und dann werden Apps nichts mehr kosten. Auf dem Computer bekomm ich so oder so alles umsonst, das wird sich nicht ändern. Auch nicht ändern wird sich, das einige Leute Geld haben wollen für bestimmte Programme oder Inhalte unda uch nicht ändern wird sich, das diese Leute auch Geld kriegen werden. Ganz ehrlich, wie kommt man eigentlich drauf das es tatsächlich soetwas wie einen Kampf geben würde? Beide Seiten, die der Freiheit und die des Kapitalismus, wenn man denn diese Parteien so nennen will, haben und werden immer koexistieren. DAS ist ein Naturgesetz.
4. Ist das derselbe Chris Anderson, ...
Oliver_Adam 19.08.2010
... der »The Long Tail« verfasst hat? Dort vertritt er genau die gegenteilige Meinung ...
5. Verschlipst
jeez 19.08.2010
"Dieser Content ist in ihrem Land leider nicht verfügbar !" Freue mich immer wieder wenn ich sowas auf Seiten wie Youtube lesen darf. Das Internet verkommt immer mehr zum leicht vernetzten Länder-Intranet. Zeit für einen Reboot.
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Handy-Anwendungen
Apps
Sogenannte Apps (Applications) sind Software-Anwendungen, die zusätzlich gekauft und dann auf entsprechend ausgestatteten Handys installiert werden können. Sie reichen von der Wasserwaage über Spiele bis hin zu Navigationssystemen fürs Mobiltelefon.
Apple App-Store
Der App-Store der Apple Inc. ist ein Portal, auf dem Programme und Spiele aus dem iTunes-Store für das iPhone heruntergeladen werden können. Der Mac-Konzern war bei diesem Thema Vorreiter. Apple gibt an, dass im April 2010 bereits rund 4 Milliarden Programme aus dem App-Store heruntergeladen worden seien. Aktuell sind rund 185.000 Anwendungen verfügbar, mehr als hunderttausend Entwickler haben sich registriert, um Anwendungen für den App Store entwerfen zu dürfen.
Nokias Ovi-Store
REUTERS
Seit Ende Mai 2009 gibt es auch von Nokia ein Portal, das eine Vielzahl von Programmen für Handys bietet. Im Nokia Ovi-Store können Kunden sich Spiele, Navigationskarten und Nachschlagewerke auf ihre Handys laden. Auch für den Ovi Store können sich externe Entwickler registrieren und versuchen, dort Software anzubieten. Rund 1,6 Millionen Anwendungen sollen dort täglich heruntergeladen werden.
Blackberry App World
Die Blackberry App World ist ebenfalls ein Pendant zum App-Store von Apple. Es ist ein vom Hersteller RIM betriebenes Softwareportal, in dem sich jeder Blackberry Nutzer Software kaufen kann. Die soll dann auf jedem Blackberry-Smartphone mit OS-Version 4.2 oder höher, sowie auf allen Geräte mit Trackball oder Touchscreen laufen. Ähnlich wie beim App-Store kann auch bei Blackberry jeder, der sich dort als solcher anmeldet, theoretisch Entwickler einer Handy-Anwendung werden. Man spricht von rund einer Million Downloads am Tag.
Android Market
AP
Android ist ein Handy-Betriebssystem von Google. Aktuell gibt es im Android Market genannten Downloadshop ungefähr 50.000 verschiedene Anwendungen. Auch hier kann theoretisch jeder eigene Programme entwerfen und anderen Nutzern kostenlos oder zum Kauf zur Verfügung stellen - vorausgesetzt, er registriert sich zunächst als Entwickler.

Zur Person
Chris Anderson schrieb für den „Economist“, „Nature“ und „Science“, bevor er 2001 Chefredakteur von „Wired“ wurde. Das 1993 gegründete Internet-Magazin hatte mit dem Zusammenbruch der New Economy an Bedeutung verloren. Anderson entwickelte es zum Kultblatt für Hightech weiter und steigerte die Auflage um 32 Prozent auf über 700.000 Hefte.

Doch die in den USA tobende Pressekrise, die selbst die „New York Times“ in die roten Zahlen stürzte, erwischte auch „Wired“: Mit Anzeigenverlusten von 40 Prozent ist das Blatt härter getroffen als die meisten anderen US-Monatsmagazine. Dennoch gilt Anderson seit seinem Bestseller „The Long Tail“ als eine Art Guru der neuen Medien – und professioneller Provokateur. In seinem neuen Buch „Free“ fordert er, Inhalte im Web grundsätzlich zu verschenken – sein eigenes Buch allerdings kostet etwa bei Amazon 26,99 Dollar. Für seine Vortragsauftritte muss man angeblich bis zu 50.000 Dollar zahlen.

Facebook: Das Weltnetz
Mitglieder
Facebook
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach Angaben von Goldman Sachs hatte Facebook Anfang 2011 600 Millionen Mitglieder weltweit, nach eigenen Angaben loggt sich jeden Tag die Hälfte von ihnen auf der Seite ein (Stand: Januar 2011).
Plattform
Seit Mai 2007 können externe Entwickler auf Nutzerdaten zugreifen, wenn die Facebook-Mitglieder dem zustimmen. Seit die Plattform für externe Entwickler geöffnet wurde, wächst das Angebot des einstigen Studentennetzwerk rasant – die Nutzer können aus mehreren tausend kostenloser Anwendungen wählen – Spielen, Fotoverwaltern, Programmen zum Abgleich von Lese-, Film- und Musikvorlieben zum Beispiel.
"Mir gefällt das"
Facebook überall: Die "Mir gefällt das"-Funktion können Website-Betreiber auf ihren eigenen Seiten einbauen. Mit einem Klick teilen Facebook-Nutzer ihren Freunden mit, was ihnen gefällt. Im Gegenzug kann Facebook Werbung gezielter schalten - und weiß, welche Seiten die Mitglieder ansurfen.
Geschäft
Der Umsatz von Facebook lag 2009 schätzungsweise bei 800 Millionen Dollar. Als Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im November 2007 bei einer Präsentation in New York 250 Werbekunden ein "Interface, um Erkenntnisse über die Facebook-Aktivitäten von Mitgliedern zu sammeln, die fürs Marketing relevant sind", versprach, brach ein Proteststurm los.
Firmenwert
Facebook hat Google 2010 als meistbesuchte Website in den USA überholt. Anfang 2011 investierten die US-Großbank Goldman Sachs und die russische Beteiligungsgruppe Digital Sky Technologies 500 Millionen Dollar in das US-Unternehmen. Der Wert des Netzwerks klettert auf 50 Milliarden Dollar.
Hollywood
Der Film zum Phänomen: Die Gründungsgeschichte von Facebook wurde 2010 von David Fincher mit Jesse Eisenberg in der Hauptrolle verfilmt. "The Social Network" zeigt Zuckerberg als soziopathischen Nerd, der Facebook aus enttäuschter Liebe gründet.