Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Datenaffäre: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Debeka-Mitarbeiter

Debeka-Zentrale in Koblenz: Mitarbeiter sollen auf eigene Faust gehandelt haben Zur Großansicht
DPA

Debeka-Zentrale in Koblenz: Mitarbeiter sollen auf eigene Faust gehandelt haben

Der Skandal um illegalen Datenhandel bei der privaten Krankenkasse Debeka spitzt sich zu. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat Ermittlungen gegen Unternehmensmitarbeiter und Personalverwalter von Behörden eingeleitet. Die Beamten sollen Daten an die Versicherungsvertreter verkauft haben.

Frankfurt am Main - Die Datenaffäre bei Deutschlands größter privater Krankenkasse Debeka könnte nun auch strafrechtliche Konsequenzen haben. Die Staatsanwaltschaft Koblenz leitete am Montag Ermittlungen gegen unbekannt wegen des Verdachts der Bestechung, Bestechlichkeit und der Verletzung von Dienstgeheimnissen ein, wie die Behörde mitteilte. Sie richten sich sowohl gegen namentlich bisher nicht bekannte Mitarbeiter der Versicherung als auch gegen Mitarbeiter von Personalverwaltungen in staatlichen Behörden.

Die Staatsanwaltschaft stützt ihren Verdacht auf Strafanzeigen, die zum Teil anonym eingegangen seien, sowie auf Unterlagen, die die Debeka selbst freiwillig zur Verfügung gestellt habe (Aktenzeichen: 2055 UJs 36395/13).

"Es besteht der Verdacht, dass Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung, insbesondere der Personalverwaltungen Versicherungsvertretern der Debeka-Gruppe gegen Entgelt die Anschrift und weitere persönliche Daten der zur Einstellung in den öffentlichen Dienst vorgesehenen Bewerber mitgeteilt haben", teilte die Staatsanwaltschaft mit. "Diese Daten sollen von den Versicherungsvertretern dazu benutzt worden sein, den zur Einstellung in den öffentlichen Dienst vorgesehenen Bewerbern den Abschluss einer Krankenversicherung und sonstiger Versicherungen anzutragen."

Die Debeka hatte solche Vorgänge aus den achtziger und neunziger Jahren eingeräumt. Sie bezeichnete die Ermittlungen als "sinnvollen Schritt" und sicherte der Staatsanwaltschaft erneut ihre Kooperationsbereitschaft zu. Sie hatte betont, dass sie den Ankauf von Adressen zur Kundengewinnung nie unterstützt habe. Mitarbeiter hätten die Adressen vielmehr auf eigene Faust beschafft und untereinander verteilt. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, die Debeka-Versicherungsvertreter hätten zum Teil früher von Verbeamtungen gewusst als die Anwärter selbst. Der heutige Vorstandschef Uwe Laue war in der fraglichen Zeit in führenden Positionen im Vertrieb tätig.

Im Auftrag des Unternehmens prüft auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG die Vorgänge. Für die externe Kontrolle hat die Debeka die BaFin verständigt. Auch sie beschäftigt sich derzeit mit dem Sachverhalt. In der vergangenen Woche hatte eine Sprecherin gesagt, die Behörde gehe den Vorwürfen nach und kläre den Sachverhalt. Gegebenenfalls werde geprüft, ob Maßnahmen auf Basis des Versicherungsaufsichtsgesetzes ergriffen würden.

stk/Reuters/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. WIE oft noch ??
Germanenkrieger 11.11.2013
Es heisst "Private Krankenversicherung" Nicht KrankenKASSE
2.
Stäffelesrutscher 11.11.2013
Zitat von GermanenkriegerEs heisst "Private Krankenversicherung" Nicht KrankenKASSE
So lange, bis die Maschmeyers, Riesters und Rürups aus dem Verkehr gezogen werden und die gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr diffamieren können.
3. Bei der privaten Krankenkasse Debeka?
hansiii 11.11.2013
Was ist eine private Krankenkasse?
4. Krank sind sie fürwahr.
ratschbumm 11.11.2013
Zitat von GermanenkriegerEs heisst "Private Krankenversicherung" Nicht KrankenKASSE
Egal welchen Namen man ihnen gibt.
5. Wo sind sie versichert
Germanenkrieger 11.11.2013
Zitat von StäffelesrutscherSo lange, bis die Maschmeyers, Riesters und Rürups aus dem Verkehr gezogen werden und die gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr diffamieren können.
Sie sind anscheinend in einer Kasse versichert. Und nach ihrem Kommentar zu urteilen sehr unzufrieden. Warum hacken sie dann auf den KrankenVERSCIHERUNGEN rum. Wenn bei ihnen alles passen würde, schrieben sie doch nicht so einen negativen Kommentar :-)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Die größten privaten Krankenversicherungen
Unternehmen Mitglieder
Debeka 2.186.111
DKV 899.885
Axa 756.128
Allianz 683.008
Central 494.368
Signal 471.871
Continentale 386.975
HUK-Coburg 385.664
Bayerische Beamtenkasse 380.402
Barmenia 306.344
Quelle: Versicherungsjournal.de

Vollversicherte, Stand: 2011


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: