"Deepwater Horizon"-Katastrophe Ölkonzern BP scheitert vor höchstem US-Gericht

Nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko versuchte der Ölkonzern BP alles, um Entschädigungszahlungen zu entgehen. Doch nun hat auch das höchste US-Gericht den Konzern abblitzen lassen.

Brennende "Deepwater Horizon": Hauptschuld trägt Energiekonzern BP
REUTERS

Brennende "Deepwater Horizon": Hauptschuld trägt Energiekonzern BP


Washington - Der Energiekonzern BP ist nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor Gericht erneut gescheitert. Das Unternehmen hatte Hunderte Millionen US-Dollar zurückgefordert, die BP einst von der Ölpest betroffenen Firmen als Entschädigung zugesprochen hatte. Das höchste US-Gericht wies am Montag den Einspruch des Konzerns gegen die Vereinbarung über Entschädigungsleistungen kommentarlos zurück, wie die "Washington Post" und andere Medien berichten.

Der in New Orleans ansässige Bundesrichter Carl Barbier hatte die Forderung des Ölkonzerns zuvor zweimal zurückgewiesen. Das Unternehmen habe sich "rücksichtslos" und "grob fahrlässig" verhalten und Risiken bei der Ölplattform "Deepwater Horizon" bewusst ignoriert, so der Richter.

In dem Vergleich von 2012 hatte sich BP zur Kompensation von Geschäftseinbußen durch die Ölpest bereiterklärt. Für die Zahlungen gab es keine Obergrenze, Berichten zufolge hatte der Konzern seinerzeit umgerechnet etwa 6,3 Milliarden Euro veranschlagt. Inzwischen rechnen Experten damit, dass die Ölkatastrophe BP insgesamt an die 50 Milliarden US-Dollar kosten könnte. Bislang zahlte das Unternehmen nach eigenen Angaben schon mehr als 40 Milliarden Dollar.

Die Nachweisanforderungen an angeblich geschädigte Geschäftsleute seien zu lasch gewesen, hatte der Konzern in seinem Berufungsantrag argumentiert. Dadurch hätten Firmen mit fragwürdigem Anspruch Geld erhalten. Die Zahlungen an diese Firmen wollte sich BP vor Gericht zurückholen - ohne Erfolg.

Bei der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April 2010 waren elf Arbeiter ums Leben gekommen, hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. 87 Tage dauerte es, bis BP das Leck schließen konnte. Die Küsten von fünf US-Bundesstaaten wurden verseucht, der Fischfang und der Tourismus an der Golfküste schwer geschädigt.

vet/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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hektor2 09.12.2014
1. Rechtsabteilung
Interessant, wirklich hoch interessant. Als Laie habe ich mir immer vorgestellt, dass die Firma BP über eine Rechtsabteilung verfügt, die ihres gleichen sucht. Ausgeschlafene JuristInnen, mit allen Wassern gewaschen und absolut verhandlungssicher im jeweiligen Rechtsraum, in welchem der Konzern so tätig ist. Und dann kommt diese Firma BP und meint, dass die gemeinsam beschlossene Entschädigungsregelung "zu lasche" Vorkontrollen bei der Anmeldung von Entschädigungenleistungen enthält? Das ist ja mal spannend. Entweder wollen sie sich um die Verantwortung drücken oder es sind bereits ein paar Posten in der Rechtsabteilung frei ... ^^
andihh75 09.12.2014
2.
Die sollen ruhig richtig bluten für die Verbrechen an der Natur!
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