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"Deepwater Horizon": BP zahlt fast 21 Milliarden Dollar für Ölkatastrophe

Elf Menschen starben, 2000 Kilometer Küste wurden verschmutzt. Der Untergang der Ölplattform "Deepwater Horizon" hatte katastrophale Folgen. Die endgültige Strafzahlung für Betreiber BP fällt nun höher aus als erwartet.

Brennende "Deepwater Horizon" (2010): Strafe als "nüchterner Triumph" Zur Großansicht
REUTERS/ U.S. Coast Guard

Brennende "Deepwater Horizon" (2010): Strafe als "nüchterner Triumph"

Der britische Energiekonzern BP büßt mit insgesamt 20,8 Milliarden US-Dollar für die Folgen der Explosion auf seiner Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko. Die größte Einigung ihrer Art sei eine "gerechte Strafe", sagte US-Justizministerin Loretta Lynch.

Bereits im Juli war eine Vereinbarung zwischen BP und den Behörden angekündigt worden. Damals hatte BP die Strafzahlung allerdings noch mit bis zu 18,7 Milliarden Dollar beziffert.

In der Summe enthalten sind unter anderem 5,5 Milliarden Dollar für Verstöße gegen das Wasserreinhaltungsgesetz und 8,1 Milliarden Dollar an die Bundesregierung sowie die fünf betroffenen Bundesstaaten wegen Umweltverschmutzung. Hinzu kommen 4,9 Milliarden Dollar Schadensersatz für die Bundesstaaten Alabama, Florida, Louisiana, Mississippi und Texas und eine weitere Milliarde Dollar für Kommunen.

Die Explosion der "Deepwater Horizon" im April 2010 war eines der größten Unglücke in der Geschichte der Erdölförderung auf See. Elf Menschen kamen ums Leben, 3,19 Millionen Barrel (je 159 Liter) Öl liefen nach Berechnung eines US-Gerichtes ins Meer. Erst nach vier gescheiterten Anläufen und 87 Tagen konnten Ingenieure eine Stahlglocke über die offene Quelle stülpen und den starken Strom aus dem Ölfeld stoppen. Mehr als 2000 Kilometer Küste wurden verschmutzt.

"Heute ist ein nüchterner Triumph", sagte die Direktorin der US-Umweltschutzbehörde EPA, Gina McCarthy. "Bei Gerechtigkeit geht es nicht darum, einen Haufen Geld abzuladen und davonzugehen." Die Bewohner der betroffenen Regionen hätten sich sorgen müssen, ob Lebensmittel noch essbar und die Luft noch sauber sei, ob ihre Unternehmen sich erholen würden und ihre Kinder noch gefahrlos am Strand spielen könnten.

Die EPA geht seit Kurzem auch gegen den deutschen Autobauer Volkswagen wegen der Manipulation von Abgaswerten vor. VW hat inzwischen die US-Anwaltskanzlei Kirkland & Ellis angeheuert, die auch BP nach dem Untergang der "Deepwater Horizon" vertrat.

dab/dpa/Reuters

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Das zahlt nicht BP, sondern der Steuerzahler
Leser222 06.10.2015
Die Vergleichssumme kann BP von der Steuer absetzen, das ist Teil der Vereinbarung. Wieder mal zahlt's der Steuerzahler. Bitte recherchieren Sie ein bisschen gründlicher.
2. dann sind 16 Mrd,
messwol 06.10.2015
welche durch die Medien geistern, als Strafe für VW verhältnismässig gering*ironieaus*
3. BP hatte 46 Mrd$ zurückgestellt
Hoss_Cartwright 06.10.2015
Insofern ist von der Rückstellung viel übrig geblieben. Die Strafe belastet BP so wenig, dass dieser dennoch äußerst rentable Konzern aktuell 7,7% Rendite zahlen kann. Das gibt es bei fast keiner vergleichbaren Anlage. Für Aktionäre ist die Aktie bei dem aktuellen Kurs ein absolutes Schnäppchen.
4. War 2010 schon zu erahnen,
entlaufen74 06.10.2015
damals konnte man schon spekulieren das das gutgehen könnte. Zu hoch war damals noch der Cashflow. Damals eine Spekulation, aber das ist immer so wenn man zum Teil Aktien sucht die gerade in der Krise sind. Dort haut der Hammer grad drauf und das jammern und der Schmerz ist sehr hoch. Spaß beim investieren sieht anderes aus kann aber auch gutgehen, siehe BP. Nebenbei sollte man sich noch informieren, juristisch ist das alles noch nicht vorbei. mfg
5. man darf gespannt sein,
bbrot99 06.10.2015
wie hoch dann die Strafe für VW sein dürfte - vergleicht man die Umweltauswirkungen, müsste das ja erheblich weniger sein. Schaun mer mal...
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