Prognose zur Eurozone EU sagt für 2015 Deflation voraus

Die Konjunktur in der Eurozone entwickelt sich besser als erwartet, doch die Preise dürften weiter sinken: Die EU-Kommission rechnet im Gesamtjahr 2015 mit einer Deflation.


Brüssel - Die Europäische Kommission bewertet die konjunkturellen Perspektiven für den Euroraum etwas zuversichtlicher. Der Währungsraum dürfte in diesem Jahr um 1,3 Prozent und im kommenden Jahr um 1,9 Prozent wachsen, teilte die Kommission mit. Das sind jeweils 0,2 Prozentpunkte mehr Wachstum, als die Kommission im Herbst angenommen hatte. Von den großen Euroländern dürfte Spanien mit Abstand am stärksten wachsen.

Schlechter sieht die Lage in Frankreich aus; hier sind keine hohen Wachstumsimpulse zu erkennen. Den Prognosen zufolge wird das Land in diesem Jahr nur ein Prozent Wachstum schaffen. Zudem kommt Frankreich beim Abbau des Haushaltsdefizits nach Ansicht der EU-Kommission kaum voran und bleibt weit von den EU-Zielwerten entfernt. Das Defizit werde sich von 4,3 Prozent 2014 auf 4,1 Prozent in diesem Jahr verringern. 2016 werde der Fehlbetrag in der Staatskasse trotz eines höheren Wirtschaftswachstums bei 4,1 Prozent verharren, die Staatsschuldenquote bis dahin auf 98,2 Prozent sogar noch zunehmen.

Auch in der Eurozone insgesamt seien die Wachstumsaussichten weiter begrenzt durch das ungünstige Umfeld für Investitionen und die hohe Arbeitslosigkeit, schreibt die Kommission. Immerhin: "Seit Herbst haben eine Reihe von wichtigen Entwicklungen den kurzfristigen Ausblick aufgehellt." Genannt werden die stark gefallenen Ölpreise und die Abwertung des Euro. Zudem wird auf die neue Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB) verwiesen.

Die Inflation dürfte unterdessen noch schwächer ausfallen als bislang erwartet. Für das laufende Jahr rechnet die Kommission mit einem Rückgang der Verbraucherpreise um 0,1 Prozent. Bisher war ein Zuwachs von 0,8 Prozent genannt worden.

Die schwache Inflation ist ein Grund für den Entschluss der EZB, ab März in den Großeinkauf von Staatsanleihen einzusteigen.

wal/AFP/dpa/Reuters



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Kontrastprogramm 02.03.2010
1.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Die Zockerei gegen den Euro provoziert geradezu die Verknappung der Geldmenge M3 sowie eine Zinserhöhung. Inflation wohl zwangsläufig - aber keine Megainflation.
TvanH 02.03.2010
2.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Das sind aber auch Themen, so schön apokalyptisch.
Volker Gretz, 02.03.2010
3.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Was soll uns denn noch passieren? Uns hat's nicht gestört als die 1-DM-Läden in 1-euro-Läden umbenannt wurden, die Brötchen plözlich 90 Pfennig und der Liter Benzin 3,20 DM kostete. Nach dem Euro kann uns doch nichts mehr erschüttern :-) Zahlen und rechnen wir halt in 1/100 Feinunzen oder alternativ: Kleibeträgen werden mit Schweizer Taschenmessern, Zigaretten, Alkohol - größere Anschaffungen mit Rolexmodellen bezahlt. ;-)
Astir01 02.03.2010
4.
Bis ein Kind in die grüblerische Stille hinein ruft: "Aber, der König hat ja gar nichts an!" bleibt alles mehr oder weniger beim Alten. Schon heute übersteigt der "Wert" aller Guthaben den aller Waren und Dienstleistungen um einen bedeutenden Faktor. (etwa 10) Durch die exzessive Kreditvergabe zum Nulltarif vergrößert sich diese Diskrepanz immer weiter. So wie eine Bank bankrott geht, wenn alle Einleger gleichzeitig kommen und ihre Guthaben abheben wollen, so würde auch der Wert der Guthaben selbst verfallen, wenn alle Menschen gleichzeitig ihr Geld würden in Waren und Dienstleistungen umtauschen wollen. Bis es soweit ist, verfressen und versaufen die Bürger der USA aber auch die Griechenlands das Geld das wir Deutschen und die Chinesen sparen. Die Griechen haben z.B. eine "Sparquote" von -5%, d.h. sie geben 5 % mehr Geld aus als sie verdienen. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, und den letzten beißen die Hunde.
Oskar ist der Beste 02.03.2010
5.
Zitat von sysopIn der Finanzkrise haben die Regierungen Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, gleichzeitig hält die Europäische Zentralbank die Zinsen auf einem extrem niedrigen Niveau. Wie lange kann das noch gut gehen? Droht Europa eine Mega-Inflation - mit negativen Folgen für den Euro?
Inflation zerstört die Demokratie http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,681172,00.html was fuer ein Beitrag im Jahre eins nach dem neoliberalen Supergau. Das waere so, wenn man 1990 behauptet haette, dass der Wegfall der Mauer im 3. Weltkrieg enden wuerde. Natuerlich darf man eine Inflation nicht ungezuegelt sich ausbreiten lassen, andererseits sind 5% Inflation immer noch besser als 5% Arbeitslosigkeit (so Helmut Schmidt). Und die "Buerger", damit sind natuerlich nur die gemeint, die bereits Vermoegen haben, diejenigen aber, die aus welchen Gruenden von Transferleistungen leben, koennen sehr wohl davon leben, dass es eine hoehere Inflation in Folge eines hoeheren Wachstums gibt, denn in dem Szenario haben diese "Empfaenger" naemlich eher wieder einen ertraeglich bezahlten Job. Und mit Hohngelaechter denken wir noch an den famousen Steinbrueck, der doch tatsaechlich von Inflationsgefahren faselte in 2009 als die deutschen Unternehmen zu 70-80% ausgelastet gewesen sind.
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