Frankfurt am Main - Schon seit zwei Jahren kamen die Anleger nicht mehr an ihr Geld, der offene Immobilienfonds Degi Europa war wegen der Turbulenzen am Immobilienmarkt eingefroren worden. Laut Gesetz ist dies maximal zwei Jahre möglich. Doch eine erneute Öffnung des 1,3 Milliarden Euro schweren Fonds war nicht möglich. Wie die Fondsverwaltung Aberdeen mitteilte, folgt nun die Auflösung.
Nach dem US-Grundinvest-Fonds von KanAm Ende September ist es bereits das zweite Aus für einen offenen Immobilienfonds. Dabei galt die Anlageform bis zum Ausbruch der Immobilienkrise in den USA als grundsolide. Rund drei Millionen Deutsche haben Geld in offenen Immobilienfonds angelegt. Beim ebenfalls kriselnden Fonds P2 Value von Morgan Stanley ist die Entscheidung über eine Öffnung noch nicht gefallen.
Grundsätzlich funktionieren die Fonds so: Das Geld der Anleger wird nicht nur in Grundstücke, Hotels, Büropaläste und Gewerbeobjekte investiert, sondern auch in Zinspapiere oder andere schnell verfügbare Anlagen. Dadurch soll gesichert sein, dass Investoren jederzeit Fondsanteile verkaufen können. Werden allerdings zu viele Anteile abgezogen, reichen die flüssigen Mittel nicht mehr aus, die Fonds geraten in Schieflage.
Rückzahlung alle sechs Monate
Beim Degi Europa ist nun laut Aberdeen nicht garantiert, dass die vorhandenen Barmittel des Fonds ausreichten, um die Rückgabewünsche der Anleger bei einer Wiederöffnung zu bedienen.
Die Anleger sollen nun in halbjährlichen Abständen schrittweise ausgezahlt werden. Eine erste Tranche solle es voraussichtlich im Januar 2011 geben. Wie hoch die Rückzahlung letztlich ausfällt, ist unklar.
Der Degi Europa war 1972 aufgelegt worden und galt lange Zeit als ein erfolgreicher Klassiker unter den offenen Immobilienfonds. Nach einer Übersicht des Branchenverbands BVI waren Ende August rund ein Dutzend offene Immobilienfonds in Deutschland eingefroren worden, die zusammen knapp 25 Milliarden Euro vor allem für Privatanleger verwalten. Insgesamt waren laut Übersicht rund 88 Milliarden Euro in offenen Immobilienfonds angelegt.
cte/Reuters/dpa
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