Lieferdienste und Datenschutz Kunden beschweren sich über Delivery Hero

Bei Berliner Behörden beschweren sich Verbraucher nach SPIEGEL-Informationen vermehrt über Essenslieferdienste wie Delivery Hero. Kunden ärgern sich, weil ihre Daten nicht gelöscht werden.

Delivery Hero
AFP

Delivery Hero


Bei der Berliner Beauftragten für Datenschutz gibt es vermehrt Klagen über Essensbringdienste wie Delivery Hero (Lieferheld, Foodora, Pizza.de). Es liege seit Mitte 2015 "eine Häufung von Beschwerden gegen Lieferdienste vor", bestätigt eine Sprecherin dem SPIEGEL. Bisher sind 14 Anzeigen gegen Delivery Hero aktenkundig. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Kunden rügten meist, dass ihr Kunden-Account nicht gelöscht wurde oder dass sie hierfür einen Identitätsnachweis zusenden sollten. Acht Fälle wurden demnach ohne Sanktionen wieder abgeschlossen, nachdem die Anbieter kooperiert hatten, die anderen werden noch bearbeitet.

Ende Juni legte Delivery Hero den größten Börsengang des Jahres hin. Mit den frischen Millionen will die Firma den Kampf gegen den niederländischen Dauer-Konkurrenten Takeaway (Lieferando) endgültig für sich entscheiden. Stadt für Stadt ringen die beiden Kontrahenten um Kunden und Restaurants. Beide betreiben einen extrem hohen Marketingaufwand, allein Delivery Hero gab 2016 für TV- und Radiowerbung 106 Millionen Euro aus. Kundendaten sind für die Lieferfirmen von großer Bedeutung.

Delivery Hero hat wie seine deutschen Tochterunternehmen seinen Sitz in Berlin, weshalb die nun aufkommenden Daten-Beanstandungen bei der Berliner Behörde auflaufen. Auch im "Düsseldorfer Kreis", einer Konferenz von 17 deutschen Datenschutzbehörden, waren die Bringdienste inzwischen Thema. Die Berliner Datenschutzbeauftragte schlug dort eine bundesweite "koordinierte Prüfaktion bei Essenslieferdiensten" vor, um diese "für datenschutzrechtliche Belange zu sensibilisieren".

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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red



insgesamt 45 Beiträge
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Seite 1
W/Mutbürger 26.08.2017
1. Verstehe ich nicht
warum sollen die Kundendaten gelöscht werden? Sollen die Firmen die Daten bei jeder Bestellung neu anlegen? Der Grund für die Löschung kann ich im Artikel nicht finden.
Spiegelleserin57 26.08.2017
2. Wer kostenpflichtig bestellt..
sollte schon nachweisen wer er ist! Es gibt im Netz zu viele Betrüger. Nachvollziehbar das da ein Händler wissen mit wem er es zu tun hat. Der Artikel vermittelt den Eindruck dass viele Leute immer noch nicht die andere Seite des Internets erkannt haben . Wer im Netz unterwegs ist wird transparent, bis auf die Haut! Klagen und Beschwerden nutzen da wenig. Ich bin allerdings auch etwas überrascht dass man sich seine Pizza über das Internet bestellen muss. Das schadet doch der Figur und ich möchte schon wissen wo ich meine Lebensmittel kaufen. Man Stelle sich theoretisch vor vor Ort liegen Ratten , Mäuse und Schaben durch die Lager. Dass ein Account nicht gelöscht wird ist zwar nicht in Ordnung aber, wir schon gesagt, wir befinden uns im Internet. Ich empfinde das Netz als einen fast rechtsdrehend Raum da der User sich zwar beschweren kann aber letztendlich ist es schwer rechtlich aktiv zu werden.
samuelvonweihrich 26.08.2017
3. Kriminelles Kartell
Als Restaurant/ Lieferdienst ist es heutzutage nahezu UNMÖGLICH nicht mit Lieferheld (Pizza.de gehört dazu) zusammenzuarbeiten. De facto hat Delivery hero (Lieferheld) heute schon eine Monopolstellung und lässt sich diese noch einigermaßen akzeptabel vergüten, sprich Provisionen zwischen 6 und 15 % sind je nach Stadt und Angebot bereits jetzt Standard. Es besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass DH & Konsorten ihre Provision kontinuierlich steigern werden. Selbst wenn DH beschließen würde, dass 30% Provision fällig werden würden, könnten 80 % der Gastronomen dies nur zähneknirschend akzeptieren oder untergehen. Am Ende bezahlt jedoch wie immer der Kunde, als auch SIE, die Sie dies hier vielleicht lesen. DH hat, wie im Text erwähnt, ein solch enormes Budget für Werbung, das nahezu ALLE "normalen" Betriebe vollkommen machtlos sind. Um in diese Position zu kommen, bediente sich DH in der Vergangenheit und während seines Booms sehr zweifelhafter Methoden, zB das unerlaubte und ungefragte Kopieren urheberrechtlich geschützter Speisekarten, um die Anbieter nahezu zu nötigen bei ihrem Verein "mitzumachen". Das Mitmachen sieht so aus, dass der Gastronom im Schnitt 3 Tage des Monats für das Kartell in Berlin arbeiten und verkaufen muss. Das ist eine sehr gefährliche Entwicklung, die an Zuhälterei und Ausbeutung erinnert. Die Gastronomen und Arbeiter in der Gastronomie strampeln sich einen ab und in Berlin macht man sich die Taschen mit fremder Arbeit und fremdem Geld voll, leider eine sehr typische und gefährliche Entwicklung.
INGXXL 26.08.2017
4. Ach hier wird doch wieder eine Fliege zum Elefanten gemacht
Wenn ich meine Daten rausgeben dann sind die halt Weg. Für den Lieferservice gebe ich doch nur meine Adresse an und ggg. Bankverbindung. Wer mehr rausgibt ist selber schuld.
sucher533 26.08.2017
5. und wofuer?
Wofuer brauche ich diese Kraken? Ich kann mir doch direkt vom Restaurant oder Imbiss etwas holen oder liefern lassen. Pizza ist nicht gleich Pizza - da bestelle ich lieber direkt.
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