Wachsender Marktanteil: Deutsche Autokonzerne profitieren vom China-Boom

In vielen Ländern sinkt die Nachfrage, doch das Geschäft in China floriert. Laut "Süddeutscher Zeitung" wurden in der Volksrepublik 2012 erstmals mehr Autos verkauft als in Europa. Vor allem deutsche Konzerne profitieren - sie steigerten Absatz und Marktanteil deutlich.

Pkw in Bremerhaven: VDA-Chef freut sich über "Rückenwind in China" Zur Großansicht
dapd

Pkw in Bremerhaven: VDA-Chef freut sich über "Rückenwind in China"

Hamburg - Der chinesische Markt gewinnt für deutsche Autohersteller immer stärker an Bedeutung. Während in Europa der Absatz stagniert oder sogar zurückgeht, floriert in China das Geschäft. Im vergangenen Jahr wurden in China erstmals mehr Autos verkauft als auf dem europäischen Markt. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf den Verband der Autoindustrie VDA. Der Pkw-Verkauf sei in Europa 2012 um eine Million auf 12,5 Millionen Stück gesunken. In China wurden demnach 13,2 Millionen Autos verkauft.

Die deutschen Konzerne profitieren der Zeitung zufolge von der Entwicklung. Sie seien "in China mit Rückenwind unterwegs", sagte VDA-Chef Matthias Wissmann. Im vergangenen Jahr hätten die Hersteller ihren Marktanteil um gut zwei Prozentpunkte auf 22 Prozent ausgebaut. Insgesamt verkauften sie laut "SZ" 700.000 Neuwagen mehr als auf dem deutschen Markt.

Alle großen Autokonzerne produzieren mittlerweile in China, Volkswagen Chart zeigen, BMW Chart zeigen und Daimler Chart zeigen haben eigene Werke dort. Prognosen zufolge könnten in der Volksrepublik bereits in diesem Jahr mehr Autos produziert werden als in Europa. Am Mittwoch berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf fünf Prognoseinstitute, dass in China 2013 rund 19,6 Millionen Autos produziert werden. In Europa könnten es dagegen nur 18,3 Millionen sein.

Ein wichtiger Grund ist die Euro-Krise, die vor allem in Südeuropa die Nachfrage einbrechen ließ. Experten erwarten jedoch, dass die europäischen Regierungen ihre Hersteller in diesem Jahr stärker stützen werden. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte der "Welt", er rechne für 2013 und 2014 mit Staatshilfen für die Autoindustrie in Südeuropa. Das behindere allerdings den notwendigen Abbau teurer Überkapazitäten und werde den Rabattwettbewerb in Europa noch befeuern.

Ende Oktober hatte Frankreich der Finanztochter von Peugeot Citroën Chart zeigen bereits Staatsgarantien von bis zu sieben Milliarden Euro zur Refinanzierung zugesichert. Viele Branchenbeobachter sehen ein staatliches Eingreifen aber kritisch, weil es eine notwendige Schrumpfkur verzögert oder verhindert. Laut einer Studie herrscht aktuell in 15 europäischen Werken so viel Leerlauf, dass die Hersteller prüfen, ob sie die Standorte schließen.

cte

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insgesamt 37 Beiträge
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1.
beeb 03.01.2013
Nicht unbedingt die Eurokrise ist daran Schuld, dass es der Automobilindustrie Frankreichs schlecht geht und diese mit franzoesischen Steuergeldern in Milliardenhoehe am Leben gehalten werden muss. Wer moechten denn schon einen langweiligen, ueberteuerten Renault kaufen? Dem Euro koennte es besser gehen, wenn die Wettbewerbsfaehigkeit der Produkte besser waere. Das ist nicht die Schuld Europas sondern die eines engstirnigen Nationalstolzes.
2. schade, dass...
Caleb. 03.01.2013
...Opel nicht in China verkaufen darf, da GM dies verbietet, um selber das größte Stück vom Kuchen zu bekommen...
3. Wenn in China und den anderen ....
joG 03.01.2013
.... BRICS mehr Autos gekauft werden baut sich die relative Überkapazität global ab. Warum die Autos allerdings nicht dort produziert werden sollten, wo man sie braucht und die Kosten verhältnismäßig gering sind, erschließt sich nur schwer.
4. Deutsche Autos auf dem Heiratsmarkt
kenterziege 03.01.2013
Zitat von sysopIn vielen Ländern sinkt die Nachfrage, doch das Geschäft in China floriert. Laut "Süddeutscher Zeitung" wurden in der Volksrepublik 2012 erstmals mehr Autos verkauft als in Europa. Vor allem deutsche Konzerne profitieren - sie steigerten Absatz und Marktanteil deutlich. Deutsche Autohersteller profitieren vom Boom in China - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-autohersteller-profitieren-vom-boom-in-china-a-875500.html)
Ein junger Mann ohne Eigentumswohnung und Auto hat es in China auf dem Heiratsmarkt sehr schwer. Erheblich kann er seine Chancen mit einem deutschen Auto verbessern. In Insider zu dem Thema mir gegenüber: No money - no honey!
5. Endlich eine GUTE Nachricht! Siehste? Geht doch!
wohlmein 03.01.2013
Zitat von sysopIn vielen Ländern sinkt die Nachfrage, doch das Geschäft in China floriert. Laut "Süddeutscher Zeitung" wurden in der Volksrepublik 2012 erstmals mehr Autos verkauft als in Europa. Vor allem deutsche Konzerne profitieren - sie steigerten Absatz und Marktanteil deutlich. Deutsche Autohersteller profitieren vom Boom in China - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-autohersteller-profitieren-vom-boom-in-china-a-875500.html)
Erfreulich, erfreulich. Die Deutschen produzieren CO2-Schleudern in China. Damit sie in der Lage sind, in Europa die Produktion von seetüchtigen Hausbooten voranzutreiben. Ganz schön weitsichtig!
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