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Konzernumbau: Deutsche Bahn erwartet Milliardenverlust - und will sich bessern

Die Deutsche Bahn macht in diesem Jahr voraussichtlich einen Umsatz von 40 Milliarden Euro. Trotzdem erwartet der Konzern laut einem Medienbericht einen Verlust - erstmals seit mehr als zehn Jahren. Ein Drei-Punkte-Plan soll helfen.

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Neuer Intercity im Hauptbahnhof in Magdeburg: Konzernumbau in drei Schritten

Die Deutsche Bahn wird das Geschäftsjahr 2015 laut einem Medienbericht unterm Strich voraussichtlich mit einem Verlust abschließen - zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, dass zwar der Umsatz in diesem Jahr auf mehr als 40 Milliarden Euro steigen solle. Damit verbunden sei jedoch ein Nachsteuerverlust von knapp 1,3 Milliarden Euro.

Unter anderem machen demnach Neubewertungen im Güterverkehr außerordentliche Abschreibungen nötig. Insgesamt schreibt der Konzern für diesen Bereich 1,3 Milliarden Euro ab, dazu kommen weitere 700 Millionen Euro an Restrukturierungsmaßnahmen.

Der von Bahn-Chef Rüdiger Grube angestoßene Konzernumbau kostet das Unternehmen somit rund zwei Milliarden Euro.

Arbeitsplätze könnten wegfallen

Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im Juli hatte die Deutsche Bahn einen Gewinneinbruch von 642 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 391 Millionen Euro 2015 bekannt gegeben. Grube kündigte an, Doppelstrukturen würden abgeschafft, um den Konzern effizienter zu machen. Im Zuge der Neuausrichtung könnten auch Arbeitsplätze wegfallen. Der Bahn-Chef sagte, konkrete Zahlen würden Mitte Dezember veröffentlicht.

Am Dienstag hatte der Konzern bereits sein neues Preissystem zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember bekannt gegeben. Dabei hält sich die Bahn mit Preiserhöhungen aber zurück. Das liegt nicht zuletzt an der steigenden Konkurrenz von Privatbahnen und Fernbussen.

Konzernumbau in drei Schritten

Wie die "Welt" und "Süddeutsche Zeitung" berichten, plant das Unternehmen unter dem Projektnamen "Zukunft Bahn" mehrere Maßnahmen, um Leistung und Service zu verbessern. Die Pläne sollen dem Aufsichtsrat am 16. Dezember präsentiert werden.

Bahn-Chef Grube: Streben nach mehr Effizienz Zur Großansicht
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Bahn-Chef Grube: Streben nach mehr Effizienz

Das Unternehmen will den Informationen zufolge in drei Schritten vorgehen:

  • 2016 will die Bahn demnach "Ärgernisse beseitigen": Dafür sollen beispielsweise neue Informationssysteme an den Bahnsteigen entstehen, damit Kunden unter anderem besser über kurzfristige Gleiswechsel aufmerksam gemacht werden können.
  • 2017 bis 2020 gehe es um "Qualität, die überzeugt": In diesem Zeitraum will sich das Unternehmen den Zeitungsberichten zufolge unter anderem den Zügen im Fernverkehr und den Weichenstörungen widmen sowie die Wartebereiche in Bahnhöfen besser ausstatten. Zudem will die Bahn demnach bis 2020 "das größte mobile WLAN-Netz in Deutschland realisiert haben", zitiert die "SZ" aus dem Zukunftsplan.
  • 2021 bis 2030 gelte das Kundenversprechen "Leistung, die begeistert": In dieser dritten Phase solle es um langfristig angelegte Modernisierungen im Schienenverkehr gehen. Nähere Details dazu seien noch nicht bekannt.

sun/aar/AFP/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 118 Beiträge
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1. Aber der Herr Grube
ulrich_frank 01.12.2015
muß(te) Stuttgart 21, das Milliardengrab incl. Infrastrukturrückbau, trotz allem weiterbauen! Ein Fiasko, dank unterirdischer Kollaboration von Bahnvorstand und "Volksparteien"!
2. Erfolgsabhängige Bezahlung des Vorstands!
unkenrufer 01.12.2015
Ich meine mich zu erinnern, dass der Vorstand der Deutschen Bahn sich in 2015 die Bezüge von 3,42 Mio. EURO auf 7,28 Mio. EURO erhöht hat. Wenn das Management es schafft aus einem Gewinn einen Verlust zu machen und sich deshalb die Bezüge verdoppelt nennt man das glaube ich erfolgsabhängige Bezahlung.
3. Kein Wunder.
dbrown 01.12.2015
Dreckige unpünktliche Züge an schmutzigen Bahnhöfen zu ordentlichen Preisen ergeben miese Zahlen.
4. 2 Milliarden Miese,
derweise 01.12.2015
da gibt es Ärger!
5. Deutsche Bahn macht Verlust von 1,26 Milliarden Euro
ildottore 01.12.2015
Steht sogar (aufgerundet) im Artikel. Und bei der FAZ liest man dann sogar, dass an diesem Verlust die Dividende an den Bund 850 Millionen Euro ausmacht. Und dass der operative Gewinn vor Steuern immer noch bei 1,75 Milliarden Euro liegt. Und schon weiß man: Die Überschrift ist ganz großer Unsinn, der Artikel immer noch ziemlicher.
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