Konkurrenz mit Fernbussen Bahn fährt ersten Verlust seit 2003 ein

Fernbusse fahren für wenige Euro durchs Land, die Bahn kontert mit Billigtickets: Diese Strategie bringt dem Konzern zwar mehr Kunden, aber nach SPIEGEL-Informationen auch den ersten Verlust seit mehr als zehn Jahren.

Neuer ICE 4
DPA

Neuer ICE 4


Der Konkurrenzkampf mit den Fernbusunternehmen hinterlässt Spuren in der Bilanz der Deutschen Bahn: Trotz eines Fahrgastrekords fuhr der staatliche Bahnkonzern nach SPIEGEL-Informationen erstmals seit mehr als zehn Jahren einen Verlust ein. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

In ihrer Jahresbilanz, die kommende Woche vorgestellt wird, weist die Bahn einen Verlust von 150 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern aus - ein fast zwei Milliarden Euro schlechteres Ergebnis als im Vorjahr. Es handelt sich zudem um den ersten Verlust seit 2003. Gleichzeitig stieg die Verschuldung von 16,2 auf 17,5 Milliarden Euro.

Zwar nutzten mehr Menschen die Bahn für ihre Fernreisen als im Jahr zuvor - sie zahlten aber auch geringere Preise.

132 Millionen Fahrgäste fuhren 2015 in ICE und IC mit - und damit 2,9 Millionen mehr als 2014. Mit dem Plus von gut zwei Prozent schaffte der Konzern die ersehnte Trendwende in seinem Kerngeschäft. Zwischen dem bislang besten Jahr 2012 und 2014 waren die Zahlen deutlich zurückgegangen.

Der Fahrgastrekord lässt sich unter anderem auf einen besseren Service zurückführen - aber eben auch darauf, dass die Bahn im Kampf gegen die Fernbusse und den niedrigen Benzinpreis mehr Billigtickets auf den Markt geworfen hat als je zuvor. Weil dadurch der durchschnittliche Ticketpreis gesunken ist, ging der Umsatz im Fernverkehr um rund zwei Prozent auf unter vier Milliarden Euro zurück.

Insgesamt konnte der Konzern - zu dem auch der Regional- und Güterverkehr sowie die Logistiktochter Schenker gehören - mit rund 40,5 Milliarden Euro etwas mehr umsetzen als im Vorjahr, als es noch 39,7 Milliarden Euro waren.

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