Deutsche Bahn Grube will 50 Milliarden Euro investieren

Bahn-Chef Rüdiger Grube erhöht den Druck auf die Bundesregierung: Er wolle alle Gewinne aus der Infrastruktur in Schienen und neue Züge investieren, sagt er dem "Handelsblatt". Womöglich bleibt nichts von der Dividende übrig, die der Konzern bisher an den Bund zahlt.

Grube: "Was ich an Herrn Ramsauer schätze, ist sein gesunder Menschenverstand"
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Grube: "Was ich an Herrn Ramsauer schätze, ist sein gesunder Menschenverstand"


Hamburg - Die Deutsche Bahn muss nach Angaben ihres Vorstandschefs Rüdiger Grube in den nächsten Jahren 50 Milliarden Euro in Schienenwege und neue Züge investieren. Dafür will Grube den Gewinn des Staatsunternehmens einsetzen. Ob von der bisher gezahlten Dividende an den Bund dann noch etwas übrig bleibt, ist unklar.

Der Manager schlägt einen speziellen Bundesfonds vor, in den die gesamten Gewinne aus der Bahn-Infrastruktur (Schienennetz und Bahnhöfe) fließen sollen. Die Mittel aus diesem Fonds müssten "vollständig wieder in die Schiene investiert werden", sagte Grube dem "Handelsblatt". Im Geschäftsjahr 2012 erwirtschaftete die Bahn aus dem Schienennetz und mit den Bahnhöfen einen operativen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro.

Grube beklagte in dem Gespräch den Investitionsstau der Bahn, der schon heute bei 30 Milliarden Euro liege. Jährlich fehlten 1,2 Milliarden Euro, um Schienen, Signale und Brücken instand zu halten. "Das ist meine große Sorge", sagte Grube. Seine Hoffnungen ruhen darauf, dass Peter Ramsauer Bundesverkehrsminister bleibt. Er habe mit dem CSU-Politiker "sehr gut zusammengearbeitet". Grube hofft auf einen Verkehrsminister, der "etwas von der Sache versteht", und der die Legislaturperiode "auch durchhält". "Was ich an Herrn Ramsauer schätze, ist sein gesunder Menschenverstand, bei ihm sind eins und eins immer zwei." Die Koalition aus Union und SPD will sich an diesem Wochenende auf ihr Regierungspersonal festlegen.

Bislang zahlt die Bahn jährlich 525 Millionen Euro Dividende an den Bund. Die Höhe der Ausschüttung für das Jahr 2013 ist allerdings noch fraglich. Statt der zu Jahresbeginn prognostizierten Steigerung des Betriebsgewinns von 2,7 auf 2,9 Milliarden Euro werden nun maximal 2,2 Milliarden Euro für das Jahr 2013 erwartet.

cte



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