Deutsche Bahn Gütersparte bleibt von pauschalen Stellenstreichungen verschont

Es ist ein Erfolg für die Arbeitnehmervertreter: Die geplanten Stellenstreichungen bei der Gütersparte der Deutschen Bahn sollen entschärft werden. Auch sollen weniger Güterbahnhöfe geschlossen werden.

Güterwaggons der Deutschen Bahn
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Güterwaggons der Deutschen Bahn


Der Sanierungskurs bei der angeschlagenen Gütersparte der Deutschen Bahn wird auf Druck der Arbeitnehmervertreter entschärft. "Wir haben uns in wichtigen Punkten durchgesetzt", sagte der Vizechef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Klaus-Dieter Hommel.

Pauschale Stellenstreichungen werde es nicht geben. "Die Zahl 3000 ist vom Tisch", sagte er mit Blick auf die Kürzungspläne in der Sparte mit rund 18.000 Beschäftigten. Der Güterverkehr werde wieder auf Wachstumskurs gehen, sagte Hommel nach einer Aufsichtsratssitzung des Konzerns. Zudem würden weniger Güterverladestellen als geplant geschlossen. Es würden nun etwas unter 200 sein, nachdem zuletzt von 215 die Rede war.

Die Güterbahn DB Cargo ist das größte Problemfeld im Staatskonzern, der insgesamt in der Krise und von Machtkämpfen im Vorstand gezeichnet ist. Am Dienstagabend war der Abgang von Vizevorstandschef Volker Kefer verkündet worden, dessen Vertragsverlängerung angestanden hätte. Er soll selbst darauf verzichtet haben.

Dobrindt hält sich bei Grube-Personalie bedeckt

Kefer ist auch für das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 verantwortlich, das gut 500 Millionen Euro teurer wird als zuletzt vorgesehen. Der Manager galt als Konkurrent von Bahnchef Rüdiger Grube, der selbst seit dem Milliardenverlust im vergangenen Jahr unter Druck steht. Sein Vertrag läuft Ende 2017 aus, müsste also noch in diesem Jahr verlängert werden.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt hielt sich bei der Personalie Grube bedeckt. Die Vertragsfrage stelle sich erst Ende des Jahres: "Deswegen gibt es keine Überlegungen weder in die eine noch in die andere Richtung." Es gebe bei der Bahn eine ganze Reihe von Aufgaben, die nun zu bewältigen seien. Grubes Vorhaben "Strategie 2030" unterstütze er voll. "Es müssen aber auch die Wirkungen dieser Strategie erkennbar sein."

In den ersten Monaten des Jahres blieben die Gewinn- und Umsatzzahlen allerdings unter denen des Vorjahres. Auch die Pünktlichkeitsziele dürften 2016 wieder verfehlt werden. Bei der Güterbahn läuft es nach wie vor besonders schlecht. EVG-Vize Hommel kündigte an, trotz des entschärften Konzeptes würden Stellen abgebaut werden. Dieser Schritt werde aber in Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern umgesetzt.

brt/Reuters

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insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
frank57 15.06.2016
1. Wieviele Jobs
könnte man für das völlig absure Gehalt eines Pofalla bezahlen?
isegrim der erste 15.06.2016
2. Vielleicht sollte man vor allem in der Vorstandsetage einmal
entrümpeln, denn für das Chaos bei der Bahn sind nicht die kleinen Mitarbeiter schuld. Aber das Chaos war vorhersehbar, wenn man sieht, wie hohe Posten bei der Bahn als Altersheim für Politrentner genutzt werden.
smokyfields 15.06.2016
3. Ja, wäre eine Möglichkeit....
wie es eins und zwei sehen. Hinzu kommt jedoch, das deutsche Verkehrspolitik allgemein Bahn und besonders die Güterbahn benachteiligt. Solange die Bedingungen so sind, dass es offensichtlich billiger ist z.B. mit 48 LKW täglich von Zwickau nach Bremen zu fahren, statt mit einem Güterzug, solange verschaffen sich doch an den Schaltstellen die Lobbyisten aus der Autoindustrie das bessere Gehör.
dedie 15.06.2016
4.
Zitat von frank57könnte man für das völlig absure Gehalt eines Pofalla bezahlen?
Brutto mit allen Nebenkosten die der Arbeitgeber zu zahlen hat, eventuell 40 Stück.
dipl.inge83 15.06.2016
5. Wie passt das zusammen?
Die Bahn macht gerade mal wieder massiv Werbung für sich als Arbeitgeber, hunderte Stellen sind zu besetzen, gerne auch durch Quereinsteiger. Bei solchen Meldungen weiß man also was davon zu halten ist.
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