Festnahmen: Ticketfälscher sollen Bahn Millionenschaden zugefügt haben

Mithilfe eines geklauten Fahrscheindruckers sollen sie Tausende gefälschte Bahn-Tickets verkauft haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat mit rund hundert Hausdurchsuchungen einen mutmaßlichen Fälscherring ausgehoben. Der Schaden für die Bahn wird auf eine Million Euro geschätzt.

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Bahnfahrschein: Fälscherring soll täglich bis zu hundert Tickets verkauften haben

Frankfurt am Main - Eine Bande soll im Rhein-Main-Gebiet mit gefälschten Fahrkarten der Deutschen Bahn (DB) einen Schaden von mindestens einer Million Euro verursacht haben. Rund 500 Beamte der Bundespolizei durchsuchten am Dienstag rund hundert Wohnungen und andere Räume.

Ein Ex-Mitarbeiter eines hessischen DB-Store soll einen Fahrscheindrucker samt Thermopapierrollen gestohlen haben, die für 20.000 Tickets gereicht hätten. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die Bande seit Mitte 2011 täglich bis zu hundert gefälschte Tickets verkauft hat.

In dem Verfahren geht es um den Verdacht der banden- und gewerbsmäßigen Urkundenfälschung, Hehlerei und Diebstahl. Sechs Menschen wurden festgenommen, sie waren bereits mit Haftbefehl gesucht worden, wie die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt mitteilte. Insgesamt werden rund hundert Menschen beschuldigt.

ade/dpa

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insgesamt 40 Beiträge
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1. Nicht ganz legal,...
tobiash 25.06.2013
.... aber die Preise waren OK. Ich habe für eine Rückfahrt von FFM nach Hamburg ganze 23 € bezahlt. Nur die Reservierung hatte nicht geklappt. Was will man mehr?
2. Halb so wild
leser008 25.06.2013
Da ist fraglich, ob das überhaupt Urkundenfälschung ist. Immerhin wurde mit dem richtigen Drucker auf dem original Papier genau dasselbe gedruckt. Aber sowas funktioniert doch nur, weil die Bahnpreise so irrsinnig hoch sind. Und die Kunden mittlerweile vor lauter Zuspätkommen, Ausfällen und Misshandlungen gerne mal die Bahn schädigen.
3.
Robert_Rostock 25.06.2013
Zitat von tobiash.... aber die Preise waren OK. Ich habe für eine Rückfahrt von FFM nach Hamburg ganze 23 € bezahlt. Nur die Reservierung hatte nicht geklappt. Was will man mehr?
Tolles Argument. Der Hehler hat seine Diebesware billig verhökert. Was will man mehr? Was würden Sie sagen, wenn Einbrecher Ihre Wohnung ausräumen und Ihren High-End-Computer für 10 €, Ihren ladenneuen 2-Meter-Flachfernseher für 50 € verticken?
4. dumm
meinmein 25.06.2013
Zitat von tobiash.... aber die Preise waren OK. Ich habe für eine Rückfahrt von FFM nach Hamburg ganze 23 € bezahlt. Nur die Reservierung hatte nicht geklappt. Was will man mehr?
Ziemlich dumme Leute, die das abgezogen haben: Regulärer Preis: 118 € also die Fälschungen für ca. 20% verkauft. Schaden: 1 Million, d.h. 200000€ Einnahmen, geteilt durch 100 Personen ergibt 2000€ pro Person. Wer wird für solche peanuts kriminell? Doch nur Doofe.
5.
inci2 25.06.2013
Zitat von sysopDPAMithilfe eines geklauten Fahrscheindruckers sollen sie tausende gefälschte Bahn-Tickets verkauft haben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat mit rund 100 Hausdurchsuchungen einen mutmaßlichen Fälscherring ausgehoben. Der Schaden für die Bahn wird auf eine Million Euro geschätzt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bahn-mutmassliche-ticketfaelscher-in-frankfurt-festgenommen-a-907707.html
Hm, das erklärt zumindest warum es einige Kontrolleure bei der S-Bahn Berlin gab, denen meine Monatsmarke (gekauft bei einer offiziellen Verkaufsstelle) nicht "echt" genug vorkam, und sie kurz davor waren mich zu beschuldigen ich sei mit einem gefälschten Fahrschein unterwegs. Da ich die Kosten für die Karte erstattet bekommme, hebe ich mir immer den Beleg dazu auf. Gott sei Dank hatte ich den ebenfalls zu Hand und konnte ihn vorweisen.
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Logistik-Riese: Wichtige Fakten über die Bahn

Deutsche Bahn
Der Konzern
Mit einem Umsatz von 39,3 Milliarden Euro und weltweit 285.000 Mitarbeitern ist die Deutsche Bahn einer der größten Konzerne des Landes. 2012 machte die Bahn einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro. Jedes Jahr transportiert die Bahn weltweit fast zwei Milliarden Reisende im Fern- und Nahverkehr.
Die Geschäftsfelder
Die Deutsche Bahn bietet neben dem Personenverkehr auch andere Transport- und Logistikdienstleistungen (DB Schenker) an. Gut ein Drittel des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit dem Fern- und Nahverkehr und dem Betrieb von Bussen im Stadtverkehr. Der Bereich DB Schenker, in dem unter anderem der Schiengüterverkehr gebündelt ist, trägt rund die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.
Der Chef
Rüdiger Grube ist seit Mai 2009 Chef der Deutschen Bahn. Der Top-Manager hat sich von der Hauptschule über eine Berufsausbildung und ein Studium bis an die Spitze des Logistikkonzerns hochgearbeitet. Vor seinem Wechsel zum Staatsunternehmen war er im Vorstand des Autobauers Daimler für die Konzernentwicklung zuständig. Davor arbeitete Grube mehrere Jahre bei der Daimler-Benz Aerospace (DASA), die später im Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufging.