Deutsche Bahn Pofalla wird Grubes starker Mann

Der Wechsel von Merkels früherem Kanzleramtsminister zur Bahn ist hoch umstritten. Jetzt bestätigt Bahnchef Grube, dass Ronald Pofalla weit mehr Kompetenzen als erwartet bekommen wird.

Ronald Pofalla (Archiv): Verantwortlich für "sämtliche Konzernbevollmächtigte"
DPA

Ronald Pofalla (Archiv): Verantwortlich für "sämtliche Konzernbevollmächtigte"


Berlin - Der ehemalige Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) wird nach seinem für Anfang 2015 vorgesehenen Wechsel zur Deutschen Bahn über mehr Kompetenzen verfügen, als bisher angenommen. Bahn-Chef Rüdiger Grube sagte der "Rheinischen Post": "Heute berichten 22 Konzernbereiche direkt an mich. Das ist zu viel. Herr Pofalla wird etwa die Hälfte davon übernehmen."

Neben der bereits bekannt gewordenen Aufgabe der politischen Kontaktpflege werde "Pofalla als Generalbevollmächtigter unter anderem auch die Verantwortung für sämtliche Konzernbevollmächtigten der Bundesländer sowie für die Bereiche Wirtschaft und Regulierung übernehmen", sagte Grube demnach.

Er bestätigte der Zeitung zufolge auch, dass Pofalla perspektivisch auch in den Bahn-Vorstand aufsteigen solle - wenn der Aufsichtsrat zustimmt. Als Ende vergangenen Jahres durchgesickert war, Pofalla könnte spätestens 2017 für Konzernvorstand Gerd Becht nachrücken, reagierten Teile des Bahn-Aufsichtsrats verärgert. Die Kontrolleure fühlten sich übergangen.

Grube sagte der Zeitung dazu: "Da ist bei der Kommunikation nicht alles ganz glücklich gelaufen." Am Mittwoch will Grube den Aufsichtsrat offiziell über seine Pläne mit Pofalla unterrichten.

Pofalla hatte Mitte Dezember überraschend seinen Rückzug aus der Bundespolitik bekannt gegeben. Der mögliche Wechsel des CDU-Politikers auf einen Vorstandsposten bei der Bahn hatte Anfang des Jahres für heftige Empörung gesorgt.

Vor allem der Verdacht der Interessenkollision stand im Raum. Die Opposition und Nichtregierungsorganisationen schlossen nicht aus, dass Pofalla bereits als Kanzleramtsminister die Interessen seines künftigen Arbeitgebers im Auge gehabt haben könnte.

sun/AFP

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 83 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
nemensis_01 17.06.2014
1. Keine Überraschung,
Pofalla wechselt praktisch nur den Hintern. Von Merkel zu Grube. Dort fühlt sie jemand wie er am wohlsten. Ein Oppoturnist, wie er im Buche steht. Einem wie Pofalla kann noch nicht einmal eine Schnecke den Schleim reichen. Er ist einfach ein Depp und Widerling, wie er im Buche steht.
alexander001 17.06.2014
2. Inkompetenz hoch drei
Na prima! Wieder ein Versorgungs-posten. Bestes Beispiel dafür , dass in Deutschland keine Spezialisten gesucht werden!!! Anstatt den einen zu entsorgen, kommt noch ein gleicher dazu. Und dies für viel Geld des Steuerzahlers!
buschist68 17.06.2014
3. Komisch,...
man braucht eigentlich nur die Überschrift zum Artikel lesen und das Foto von dieser Figur sehen,...schon wird einem irgendwie schlecht. Für diesen Job in der freien Wirtschaft hat Pofalla also seinen Wahlkreis am Niederrhein komplett verarscht. Das ist also ende letzten Jahres durchgesickert. Wann war nochmal Bundestagswahl und wer hat dort als CDU Spitzenkandidat für den Wahlkreis Niederrhein die Stimmen der dortigen Wähler bekommen? Sicherlich haben die ihn dort nicht in den Vorstand der Bahn gewählt. Der "starke Mann" bei der Bahn. Das soll er also sein. Der nasale Ronald an Rüdigers Seite. Der heiße Draht direkt zum Kanzleramt. Der politischer Strippenzieher zwischen Kanzleramt und der Schaltzentrale der DB AG in Berlin. Was für ein ätzend, schmieriger Typ. Was für ein Betrug am Wähler. PFUI TEUFEL.
e_d_f 17.06.2014
4. Ich bin im selben Dorf aufgewachsen ...
... und kenne den Dünnbrettbohrer Pofalla schon seit Kindheitstagen. Ein egoistischer, skrupelloser Karrierist ohne Prinzipien, außer dem Ego-Prinzip. Und zudem ein Dummschwätzer vor dem Herrn. Wie man sich eine solche Flasche ins Haus holen kann, bleibt mir ein Rätsel. Arme DB!
bietho 17.06.2014
5. Kurze Frage
Was befähigt solche Leute?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.