Staatskonzern Finanzvorstand Lutz soll neuer Bahn-Chef werden

Die Nachfolge von Rüdiger Grube ist geklärt: Finanzvorstand Richard Lutz soll in der kommenden Woche zum Chef der Deutschen Bahn ernannt werden.

Bahn-Finanzvorstand Richard Lutz
Deutsche Bahn AG

Bahn-Finanzvorstand Richard Lutz


Der Abgang von Rüdiger Grube von der Spitze der Deutschen Bahn überraschte Ende Januar selbst den Aufsichtsrat des Staatskonzerns. Nun haben die Kontrolleure einen Nachfolger gefunden: Finanzvorstand Richard Lutz soll künftig die Deutsche Bahn führen. Darauf hat sich die Große Koalition laut Reuters und dpa geeinigt. Die Berufung soll bei der Aufsichtsratssitzung in der kommenden Woche erfolgen.

Lutz kam 1994 zur Bahn und wurde 2010 zum Finanzvorstand. Er führt bereits kommissarisch die Deutsche Bahn, seit Grube im Streit um seine Vertragsverlängerung den Konzern verlassen hatte.

Laut Insidern soll Lutz auch von Ex-Kanzleramtschef und Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla ins Gespräch gebracht worden sein. Das ist deshalb interessant, weil Pofalla selbst als möglicher Nachfolger von Grube gehandelt worden war und Ambitionen auf den Posten an der Spitze der Bahn gehabt haben soll.

Allerdings gab es vonseiten der SPD-nahen Aufsichtsräte im Staatskonzern Widerstand gegen den CDU-Politiker und Vertrauten von Kanzlerin Angela Merkel. Auch bei Arbeitnehmervertretern gab es Bedenken, weil Pofalla bislang nur wenig Erfahrung im Unternehmen sammeln konnte.

Lutz wird künftig einen Konzern mit rund 300.000 Mitarbeitern und gut 40 Milliarden Euro Umsatz führen und wie jeder Bahn-Chef zu einem der bekanntesten Manager Deutschlands werden. Zudem gibt es zahlreiche Baustellen im Konzern. Nur ein Beispiel: Die Bordrestaurants in den Zügen gelten nicht nur als wenig komfortabel und das Essen als wenig schmackhaft - nach SPIEGEL-Informationen häufen sie auch hohe Verluste an. (Hier lesen Sie die ganze Geschichte aus dem aktuellen SPIEGEL.)

fdi/Reuters/dpa

insgesamt 23 Beiträge
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jerusalem 13.03.2017
1. hoffentlich weiß er, was sich rechnet und wie
Ich hoffe, der neue Bahnvorstand kennt sich mit Zahlen aus. Denn ich verstehe immer noch nicht, wieso der Bahnhof in Stuttgart so viel mehr kostet, als nach der Vergabe kommuniziert? Nach dem die Baulose vergeben wurden, müßten die Kosten doch feststehen, glaubt man? PS: alles Gute (vor allem für den Steuerzahler und dem Bahnfahrer)
andreasm.bn 13.03.2017
2. jeder ist besser als...
Pofalla! Da hätte man ja eher noch Herrn Mehdorn zurück holen können.
james.n 13.03.2017
3. Dass Merkel ihren ...
... ehemaligen Generalsekretär und Kanzleramtsminister Ronald Pofalla offenbar nicht als Bahnchef durchsetzen kann, ist ein weiteres Indiz ihres Machtverlustes. Erst musste sie Steinmeier entgegen ihren Willen als Bundespräsidenten schlucken, jetzt kann sie noch nicht einmal mehr Pofalla auf den Bahnchefsessel hieven. Es wird rauher für die einst mächtigste Frau der Welt.
maartenk. 13.03.2017
4. @ Jerusalem
Ich will es Ihnen gerne erklären. Hätte man die tatsächlichen Kosten direkt kommuniziert wäre es politisch nicht durchsetzbar gewesen und das Immobilienprojekt wäre gescheitert. Der Bahnfahrer wird es weniger spüren als der Steuerzahler. Jedenfalls finanziell.
leo19 13.03.2017
5. Finanzchefs sind selten gute CEOs.
Hoffentlich versteht dieser genug vom eigentlichen Bahngeschäft. Zu wünschen wäre es für ihn und die DB.
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