Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube tritt zurück

Bahn-Chef Rüdiger Grube verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen war er darüber verärgert, dass sich der Aufsichtsrat nicht an Absprachen hielt.

Rüdiger Grube
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Die Überraschung ist perfekt: Rüdiger Grube, der seit Mai 2009 an der Spitze der Deutschen Bahn stand, tritt mit sofortiger Wirkung zurück.

Grubes bisheriger Vertrag läuft zum Jahresende 2017 aus. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn wollte ihn ursprünglich am Montag verlängern. Die Abmachung lautete zuletzt, dass Grube eine Verlängerung um drei Jahre bekommt. Im Gegenzug sollte er auf die eigentlich übliche Gehaltserhöhung verzichten.

Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen hat der Aufsichtsrat Grube am Montag aber nur noch eine Verlängerung des Vertrages um zwei Jahre angeboten. Darüber war Grube dem Vernehmen nach offenbar so verärgert, dass er um die sofortige Auflösung seines Vertrages bat.

Im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung Grube drei Bedingungen für eine Vertragsverlängerung genannt:

  • ein besseres Unternehmensergebnis,
  • eine höhere Pünktlichkeit
  • WLAN in den ICEs.

Diese Bedingungen hatte Grube im Prinzip erfüllt. Deshalb galt die Vertragsverlängerung eigentlich als ausgemacht. Entsprechend sorgte Grubes Entscheidung im Aufsichtsrat, der in der Vergangenheit über die Personalie gespalten war, für blankes Entsetzen.

Konzernintern drängt sich derzeit kein natürlicher Nachfolger auf. Selbst für den bisherigen Favoriten, den früheren Kanzleramtschef Ronald Pofalla, kommt Grubes Schritt zu früh.

Grube dürfte die Entscheidung nicht leichtgefallen sein. Die Arbeit als Bahn-Chef war sein Traumjob. Auch deshalb hatte er in der Vergangenheit mehrfach Angebote anderer Unternehmen ausgeschlagen, bei denen er wahrscheinlich mehr verdient hätte.

Bei der Deutschen Bahn erhielt Grube im Geschäftsjahr 2015 eine fixe Vergütung von 900.000 Euro. Inklusive Boni verdiente er gut 1,4 Millionen Euro.

Die Deutsche Bahn bestätigte inzwischen, dass Grube zurücktritt. Der Aufsichtsrat habe am Montag einstimmig seinem Wunsch entsprochen, seine Bestellung zum Vorstandsvorsitzenden mit sofortiger Wirkung aufzuheben, teilte das Staatsunternehmen mit. Den Posten werde Finanzchef Richard Lutz kommissarisch übernehmen. Der Aufsichtsrat werde bald über einen Nachfolger entscheiden.



insgesamt 271 Beiträge
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Seite 1
Jay Huber 30.01.2017
1. Gutes Beispiel
Herr Grube geht mit gutem Beispiel voran. Möge Herr Trump folgen. Zwei Personen, die in ihren Ämtern offensichtlich ein bisschen überfordert waren bzw. sind.
Attila2009 30.01.2017
2.
In China fiel eben ein Sack Reis um. Was ist an Grube so faszinierend dass es eine Eilmeldung sein muss ? .
stefanbodensee 30.01.2017
3. die bahn mal wieder
ja, die manager-mimosen - das sind halt auch nur menschen - und der herr grube offensichtlich auch. was da intern ausgehandelt wurde, wird die öffentlichkeit eh nie komplett erfahren, aber sein verhalten spiegelt offensichtlich wieder, was vielen seiner zunft zueigen ist: ich schere mich nicht um das ergebnis - aber ich erwarte, daß ich unabhägig davon immer reichlichtst entlohnt werde. dass er statt 3 nur 2 jahre 'verlängert' wird, halte ich als grund für seinen sofortigen rücktritt für eher vorgeschoben. die nicht genehmigte gehaltserhöhung dürfte der haupptgrund sein. kann man aber auch verstehen - nur 1,4 millionen euro im Jahr ist halt doch irgendwie peanuts, der mann muss ja von was leben ...
matimax 30.01.2017
4. Frage:
Bahnchef Pofalla?
granathos 30.01.2017
5.
endlich!!!!!!!!!!!!!!!! es kann nur besser werden
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