Michael Frenzel SPD will Ex-Tui-Chef als obersten Bahn-Aufseher

Noch ist offen, ob sich die SPD an der Regierung beteiligt. Bei wichtigen Ämtern will sie aber schon mitreden. Nach SPIEGEL-Informationen gibt es konkrete Vorstellungen für den Aufsichtsrat der Bahn.

Michael Frenzel
DPA

Michael Frenzel

Von


Die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD stehen noch ganz am Anfang, die Ministerposten werden erst am Ende vergeben. Doch es ist auch über eine Reihe anderer Spitzenpersonalien abseits der Regierungsressorts zu entscheiden. Etwa über den Aufsichtsratsvorsitzenden der Deutschen Bahn. Dieser Posten soll bereits im März neu besetzt werden. Die SPD möchte gerne ihren Kandidaten für dieses Amt durchsetzen.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 5/2018
Die Pflegekatastrophe: Deutschland lässt seine Familien im Stich

Ihr aktueller Favorit ist nach Informationen des SPIEGEL aus Parteikreisen der langjährige TUI-Vorstandsvorsitzende Michael Frenzel, der bereits einfaches Mitglied des Gremiums ist. Die Stelle wird vakant, weil der bisherige Chefaufseher Utz-Hellmuth Felcht Ende 2017 seinen Rückzug bekannt gegeben hatte. Der Vorsitz im Aufsichtsratsgremium der Bahn gilt als einer der wichtigsten Kontrolleursposten der Republik, aber auch als besonders heikel - die Bahn ist zu einhundert Prozent im Staatsbesitz, der Einfluss der Politik groß. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Mit ihrem Personalvorschlag dürften die Sozialdemokraten bei der CDU auf Vorbehalte treffen. Frenzel ist als Präsident des SPD-Wirtschaftsforums und ehemaliger SPD-Kommunalpolitiker in der Union nicht gut gelitten. Allerdings kann er aus seinem Berufsleben wichtige Erfahrungen aus dem Verkehrsbereich einbringen.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.

insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Softeis 27.01.2018
1.
Wäre es vielleicht nicht mal sinnvoll einen jemanden in den Aufsichtsrat zu holen, der ein Bahnexperte ist? Ich habe das Gefühl, dass immer nur Ex-Manager der Automobil- oder Flugzeugindustrie Management-Posten bei der Bahn bekleiden.
eulenspiegel2k17 27.01.2018
2. Mehdorn war noch nicht genug?
Schon wieder soll ein Ex-Flieger bei der Bahn mit fummeln. Die SPD hat einfach keine Lernkurve, was bei dem neoliberalen Stammpersonal auch nicht weiter verwundern dürfte.
fredferdinand 27.01.2018
3.
Der aus der Hannoveraner Rotweinrunde ( Schroeder und Maschmeyer) hat doch schon TUI an die Wand gefahren.
crewmitglied27 27.01.2018
4. Der Frenzel,
der laut Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger für "eine der größten Wertvernichtungsaktionen der deutschen Unternehmensgeschichte" verantwortlich war? Super, solche Spitzenkräfte werden von Unternehmen zu Unternehmen weitergereicht. Ein Hoch auf die unternehmerische Weitsicht der SPD.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.