Tarifabschluss Bahn und EVG einigen sich im Tarifstreit

Warnstreiks abgewendet, Einigung erzielt: Die Eisenbahngewerkschaft EVG und die Deutsche Bahn haben einen Tarifabschluss erzielt. Er gilt für rund 150.000 Beschäftigte.

Zug in Hamburg
DPA

Zug in Hamburg


Bahn-Kunden müssen keine Warnstreiks vor Weihnachten mehr befürchten. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat sich mit der Deutschen Bahn auf ein neues Tarifpaket geeinigt. Das teilten beide Seiten am Montagabend mit.

Demnach erhalten rund 150.000 Beschäftigte des Konzerns zum 1. April kommenden Jahres 2,5 Prozent mehr Geld. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 550 Euro.

Außerdem dürfen die Mitarbeiter ab Anfang 2018 zwischen mehr Freizeit oder mehr Geld wählen: Sie können sich zwischen einer weiteren Lohnerhöhung von 2,6 Prozent, einer Stunde weniger Arbeit pro Woche (38 statt 39 Stunden) oder sechs Urlaubstagen mehr pro Jahr entscheiden.

Mit dem Wahlmodell zieht die EVG der kleineren Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hinterher. Die GDL hatte im vergangenen Jahr bereits ein ähnliches Modell ausgehandelt.

Abschluss liegt zwei Prozent unter der Forderung

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagte: "Wir freuen uns, einen vernünftigen Abschluss erreicht zu haben." Die Bahn sei dabei wirtschaftlich an die Grenzen gegangen, vielleicht sogar einen Schritt darüber hinaus.

EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba sprach von einem Gesamtpaket, mit dem man zufrieden sein könne. Das Wahlmodell sei möglicherweise Vorbild für andere Branchen.

Die EVG war mit einer Forderung von 4,5 Prozent mehr Geld in die Verhandlungen gegangen. Hinzukommen sollten 2,5 Prozent oder entsprechend mehr Freizeit für das Wahlmodell.

Die Gewerkschaft hatte vergangene Woche bereits mit Warnstreiks gedroht, sollte es nicht zügig zu einer Einigung kommen.

Parallel verhandelt die (GDL) mit der Bahn über neue Tarife für ihre rund 35.000 Mitglieder. Bahn und GDL treffen sich am 16. Dezember zum sechsten Mal.

sun/dpa

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insgesamt 17 Beiträge
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twa63 12.12.2016
1. Faire Löhne
Die DB bezahlt ihre Mitarbeiter gut umd bietet alles in Allem gute Arbeitsbedingungen und gute Aufstiegschancen. Leider verliert sie aber deshalb auch viele Ausschreibungen, weil die ausl. Anbieter eben einfach deutlich schlechter entlohnen umd ihre Leute über Lohn und Arbeitszeit ausbeuten. Den öffentl. Auftraggebern ist das egal, Hauptsache billig.
anriedl 13.12.2016
2. Halbe Meldung?
Bitte, lieber SPON, gebt doch immer alle Punkte eines Tarifabschlusses an. Ohne die Angaben was, wie viel ab wann für wie lange vereinbart wird, lässt sich die Meldung nicht einordnen.
murrle01 13.12.2016
3. Noch ist die Kuh nicht vom Eis!!
Die Bahn hat sich noch nicht mit der GDL geeinigt...Weil die Gewerkschaft keinen Kuschelkurs mit der Bahn anstrebt...Dafür gibt es gute Gründe, die auch zum Vorteil der Bahn werden könnten: Der Bahnvorstand hat immer noch nicht bemerkt, das schon jetzt sehr viele Personale fehlen. Und das wird in zwei, drei Jahren noch viel dramatischer! Weil bei den schlechten Bedingungen und nur mäßiger Bezahlung kaum Nachwuchs gefunden wird!! Wenn sich da nicht bald etwas gewaltig ändert, werden Züge ausfallen aus Personalmangel! Scheinbar merken das außer der EVG auch die Bahnobersten nicht?
Abglanz 13.12.2016
4. Zumindest
Weiß ich jetzt weshalb meine Bahn Tickets nun wieder teurer geworden sind.
dros 13.12.2016
5. Böse GDL
Was haben nicht alle auf der GDL rum gehackt und jetzt siehe da, war wohl doch nicht so schlecht. Die beiden letzten echten Gewerkschaften: GDL und Cockpit. Allen anderen verschaukeln nur ihre Mitglieder und die lassen es mit sich machen und lassen sich gegen andere Arbeiter und Schlichten ausspielen anstatt zusammen zu halten.
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