Deutsche Bahn Pofalla gilt jetzt als Kronprinz

Ronald Pofalla zieht früher in den Vorstand der Deutschen Bahn ein als gedacht. Nach SPIEGEL-Informationen ist der Ex-Kanzleramtschef sogar Favorit für die Nachfolge von Konzernchef Grube.

Bahn-Manager Pofalla: "Wenn er nicht viel falsch macht, läuft es wohl auf ihn hinaus"
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Bahn-Manager Pofalla: "Wenn er nicht viel falsch macht, läuft es wohl auf ihn hinaus"


Im Zuge des von Bahn-Chef Rüdiger Grube geplanten Konzernumbaus soll der bisherige Cheflobbyist Ronald Pofalla (CDU) früher als bislang geplant in den Vorstand einziehen. Unter Insidern gilt der ehemalige Kanzleramtsminister damit schon jetzt als aussichtsreichster Anwärter auf die Grube-Nachfolge. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Heft 29/2015
Annäherung an ein seltsames Volk

"Wenn Pofalla nicht viel falsch macht, läuft es wohl auf ihn hinaus", heißt es im Unternehmen. Grube will im Rahmen eines Effizienzprogramms den Vorstand um mindestens zwei Mitglieder verkleinern. Von den bisher acht Vorständen gelten neben Grube auch Richard Lutz (Finanzen) und Volker Kefer (Infrastruktur) für das verkleinerte Gremium als gesetzt. Der glücklose Manager Ulrich Homburg (Personenverkehr) muss dagegen gehen. Die Stelle von Karl-Friedrich Rausch (Logistik), der sich in den Ruhestand verabschiedet, wird nicht neu besetzt.

Zudem soll die Bahn künftig einfacher organisiert sein. So ist vorgesehen, dass die DB Mobility & Logistics, in der ein Großteil des Geschäfts gebündelt ist und die einst als Firmenmantel für die geplante Teilprivatisierung gegründet wurde, mit der Konzernholding verschmolzen wird. "Mit diesem Schritt fallen nicht nur unnötige Doppelarbeiten weg", heißt es in Aufsichtsratskreisen, "ein Börsengang ist damit auch dauerhaft vom Tisch."

Um in der Belegschaft die notwendige Akzeptanz für seine Reform zu bekommen, will Grube mit gutem Beispiel vorangehen: So sollen in den nächsten fünf Jahren allein in der Konzernzentrale mindestens 626 Millionen Euro gespart werden, nach Möglichkeit sogar ein Milliardenbetrag.

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insgesamt 181 Beiträge
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Seite 1
pauschaltourist 10.07.2015
1.
Gibts in diesem Verein auch eine Art Aufsichtsrat, der Kandidaten bezüglich ihrer Qualitäten beurteilt?
zamparonio 10.07.2015
2. Oha
Na dann Gute Nacht Deutsche Bahn. Herr Pofalla hat sich ja schon in seinem vorherigen Betätigungsfeld eher ungeschickt angestellt. Und das obwohl da nicht wirklich was kaputtzumachen ist. Aber wenn man darauf hoffte, dass es bald mal wieder jemanden geben würde der der Deutschen Bahn vernünftiges Leben einhaucht, der muss jetzt zusehen wie gerade dieser Typ das alles noch verschlimmern wird. Wie schaffen es diese Luftnummern nur immer wieder solche wichtigen Posten zu bekommen ? Unfassbar. Und traurig.
99luftballons 10.07.2015
3.
Politik muss sich halt lohnen. Ist ja ansonsten auch ein 'undankbares Geschaeft'! Aber wir sind natuerlich streng gegen Verwandschafts-Vetternwirtschaft. Wie man in Griechenland und Bayern sehen konnte und kann.
alfred13 10.07.2015
4. Höchste Stufe der Inkompetenz
Bart Simpson hätte die höchste Stufe einer auf Inkompetenz und Intriganz beruhenden Karriere vollendet. Ein Schlaglicht, wie Volksvermögen, schließlich steht die DB AG im Eigentum des Bundes, verschleudert wird. Schlicht abstoßend.
berlin-steffen 10.07.2015
5. Ich sehe schwarz für die Bahn!
Wenn Pofalla eine Frau wäre, würde ich fast die Vermutung hegen, der könnte sich ... . Die Bahn hat doch schon einen schlechten Ruf. Was will man noch alles unternehmen, um der Bahn zu schaden? Vielleicht ist Pofalla die 5. Kolonne der Autoindustrie? Oder der Logistikbranche? Ich werde versuchen, die Bahn zu meiden. Mit solchen Kanaillen will ich nicht viel zu tun haben.
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