Deutsche Bank: Ackermann verabschiedet sich mit Schrumpf-Gewinn

Zum letzten Mal legt Josef Ackermann die Bilanz der Deutschen Bank vor, der krönende Abschluss ist es nicht: 1,4 Milliarden Euro hat das Institut im ersten Quartal verdient, weniger als erwartet. Zwei Drittel des Konzernergebnisses erwirtschaftete die Sparte von Ackermanns Nachfolger Anshu Jain.

Scheidender Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Analysten hatten mit mehr Gewinn gerechnet Zur Großansicht
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Scheidender Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Analysten hatten mit mehr Gewinn gerechnet

Frankfurt am Main - Die Geschäfte im Investmentbanking ziehen an - trotzdem liegt die Deutsche Bank im ersten Quartal mit ihrem Ergebnis unter den Erwartungen. Der Gewinn lag mit 1,4 Milliarden Euro deutlich unter den Einnahmen von vor einem Jahr. Seinerzeit hatte das Institut aufgrund einer starken Konjunkturbelebung noch 2,1 Milliarden Euro verdient.

Vor Steuern machte Deutschlands größtes Geldhaus dieses Mal einen Gewinn von 1,9 Milliarden Euro; im Vorjahreszeitraum waren es gut drei Milliarden gewesen. Analysten hatten dieses Mal im Schnitt mit 2,4 Milliarden gerechnet. Die Konzernaktie rutschte am Vormittag fast drei Prozent ins Minus. Einer ersten Händlereinschätzung zufolge ist die Bilanz der Deutschen Bank "auf allen Ebenen etwas schlechter als erwartet". Immerhin: Die Abschreibung auf das Engagement bei Actavis sei etwas geringer als befürchtet.

Das Institut verwies auf Sondereffekte wie die neuerlichen Abschreibungen auf den Pharmakonzern Actavis und Kosten für Rechtsstreitigkeiten. Die Zahlen sind immerhin besser als im vierten Quartal 2010. Von Oktober bis Dezember hatte das Unternehmen lediglich 186 Millionen Euro verdient und nur dank Steuereffekten einen Verlust vermieden.

Während die Schuldenkrise das Kapitalmarktgeschäft Ende 2011 weitgehend zum Stillstand gebracht hatte, belebte es sich in den ersten drei Monaten des neuen Jahres deutlich. Vor allem im Anleihehandel profitierte das Geldhaus. Insgesamt fuhr die Investmentbank (CB&S) im ersten Quartal einen Vorsteuergewinn von 1,7 Milliarden Euro ein - zwei Drittel des Konzernergebnisses. Chef-Investmentbanker Anshu Jain übernimmt Ende Mai zusammen mit seinem Vorstandskollegen Jürgen Fitschen die Führung von Josef Ackermann.

ssu/dpa-AFX/Reuters

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Deutsche Bank mit sinkendem Gewinn
endbenutzer 26.04.2012
Zitat von sysopREUTERSZum letzten Mal legt Josef Ackermann die Bilanz der Deutschen Bank vor, der krönende Abschluss ist es nicht: 1,4 Milliarden Euro hat das Institut im ersten Quartal verdient, weniger als erwartet. Zwei Drittel des Konzernergebnisses erwirtschaftete die Sparte von Ackermans Nachfolger Anshu Jain. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,829835,00.html
ich fordere die sofortige Einrichtung eines Rettungsschirms für die Deutsche Bank. Sicher kann man das benötigte Geld irgendwie bei Hartz 4-Empfängern einsparen
2. Mumerumschrumpel
spontifex 26.04.2012
Zitat von sysopREUTERSZum letzten Mal legt Josef Ackermann die Bilanz der Deutschen Bank vor, der krönende Abschluss ist es nicht: 1,4 Milliarden Euro hat das Institut im ersten Quartal verdient, weniger als erwartet. Zwei Drittel des Konzernergebnisses erwirtschaftete die Sparte von Ackermans Nachfolger Anshu Jain. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,829835,00.html
Schon vor Jahren wurde sich Gedanken darüber gemacht, was bei Herrn Ackermann sonst noch so geschrumpft (http://forum.spiegel.de/f5/bonus-trotz-staatshilfe-7903-38.html#post4108693) sein könnte. Mutti hat er aber wohl zu wachsendem Stolz auf ihre Geschlechtlichkeit (http://forum.spiegel.de/f4/bundestagswahl-wie-bewerten-sie-das-finale-8645-11.html#post4314119) verholfen.
3. Eine Ära grenzenloser Boni geht für die Banker zu Ende!
wibo2 26.04.2012
Zitat von sysopREUTERSZum letzten Mal legt Josef Ackermann die Bilanz der Deutschen Bank vor, der krönende Abschluss ist es nicht: 1,4 Milliarden Euro hat das Institut im ersten Quartal verdient, weniger als erwartet. Zwei Drittel des Konzernergebnisses erwirtschaftete die Sparte von Ackermans Nachfolger Anshu Jain. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,829835,00.html
Das Geschäftsmodell der Banken ist abhängig von 1. schier unbegrenzt verfügbarem billigem Geld 2. und lockeren Regeln, sonst kann es nicht mehr funktionieren. Dieses Spiel ist zu Ende. Die Finanzdienstleister haben jahrzehntelang über ihre Verhältnisse gelebt. Die Aktionäre sind verärgert über die desaströse Wertentwicklung ihrer Bankaktien. Es wurde ausgelassen, den Börsenwert der FinanzInstitute zu steigern sowie einen höheren Teil ihrer Gewinne an ihre Anteilseigner auszuschütten. Die Investoren wollen bei den anstehenden Kapitalerhöhungen deshalb nicht mehr mitmachen. Das überlassen sie dann gerne systemrelevant den Steuerzahlern. Großbanken, die überleben wollen, müssen ihre Geschäftsmodelle grundlegend ändern.
4.
flynn10 26.04.2012
Die Schlagzeile macht eigentlich nur deutlich, wie wenig die SPEGEL Redaktion begriffen hat. Wenn Sie einen Vierteljahresgewinn als "Schrumpf-Gewinn" bezeichnet, was muß in den Köpfen der Redakteure eigentlich vorgehen? Ich kapier' das nicht: das sind 1400 Millionen Gewinn, Leute! Und dieses Geld hat die Bank zum größten Teil über das Investmentbanking erzielt, das andere Firmen und Investoren jetzt weniger haben.
5. Kein Titel
willi_der_letzte 26.04.2012
Zitat von sysopREUTERSZum letzten Mal legt Josef Ackermann die Bilanz der Deutschen Bank vor, der krönende Abschluss ist es nicht: 1,4 Milliarden Euro hat das Institut im ersten Quartal verdient, weniger als erwartet. Zwei Drittel des Konzernergebnisses erwirtschaftete die Sparte von Ackermans Nachfolger Anshu Jain. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,829835,00.html
Manche Begreifen es nie. Das Investmentbanking erwirtschaftet gar nix. Die haben nix mit Wirtschaft zu tun. Dort werden keine Werte geschaffen. Und aus Geld Geld zu machen ist keine Wirtschaft. Aus Geld Geld zu machen ist ganz einfach die Vernichtung von Werten.
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