Investoren in Sorge Deutsche-Bank-Aktie fällt in zwei Tagen um neun Prozent

Die Deutsche Bank kommt nicht zur Ruhe. Am Donnerstag rutschte die Aktie den zweiten Tag in Folge kräftig ins Minus. Die Investoren fürchten erneut schwache Geschäftszahlen. Dabei steht ein wichtiger Börsengang an.

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt
REUTERS

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt


Die Investoren verlieren offenbar zunehmend das Vertrauen in die Deutsche Bank Chart zeigen. Am Donnerstag fiel der Aktienkurs bis zum Nachmittag erneut um fast vier Prozent auf 11,54 Euro - nachdem er schon am Mittwoch um mehr als fünf Prozent eingebrochen war.

Anlass für den Kurssturz waren die jüngsten Äußerungen von Finanzvorstand James von Moltke, der vor Belastungen in Höhe von 450 Millionen Euro im Investmentbanking gewarnt hatte. Unter dem Strich sei das gerade zu Ende gehende erste Quartal soweit in Ordnung gewesen, sagte von Moltke, allerdings "etwas schwächer als im vergangenen Jahr".

Diese Warnung hat viele Anleger offenbar verschreckt. Eigentlich sollte es in diesem Jahr nämlich endlich aufwärts gehen. Noch Ende vergangener Woche hatte Konzernchef John Cryan in einem Brief an die Aktionäre das Ziel bekräftigt, für das Jahr 2018 erstmals seit drei Jahren wieder einen Gewinn zu erreichen. Das Management habe inzwischen die Grundlagen geschaffen, "das Potenzial unserer Bank wieder auszuschöpfen", hieß es. Zugleich wurden die Boni vor allem für die Investmentbanker kräftig erhöht.

Doch die Ankündigung von Finanzvorstand Moltke klingt anders - und lässt schon wieder neue Schwierigkeiten erwarten. Das Investmentbanking ist trotz riesiger Probleme in den vergangenen Jahren noch immer die wichtigste Sparte der Bank - und das erste Quartal gilt in dieser Branche als das entscheidende. Zu Jahresbeginn müssen die Investmentbanken einen Großteil ihrer Erträge für das Gesamtjahr einfahren. Fallen die Zahlen von Januar bis März nun schwächer aus, steht der Erfolg 2018 infrage.

Börsengang bringt weniger Geld als erhofft

An der Börse ist die Aktie der Deutschen Bank seit Jahren eine der erfolglosesten aller großen deutschen Konzerne. Seit Ende März 2015 hat sie rund 60 Prozent an Wert verloren, seit dem Höchststand im Jahr 2007 sind es sogar 90 Prozent.

Den vorläufigen Tiefststand hatte die Aktie im Herbst 2016 erreicht, als der Kurs vorübergehend unter zehn Euro rutschte und an den Finanzmärkten über eine staatliche Rettung der Bank spekuliert wurde.

Mittlerweile scheint die Bank zwar genügend Kapital zum Überleben zu haben, der Aktienkurs bewegt sich allerdings wieder bedrohlich auf die Marke von 10 Euro zu.

Dabei sollte es in dieser Woche eigentlich nur gute Nachrichten für die Bank geben. Am Freitag bringt sie ihre Fondstochter DWS an die Börse. Der Schritt war lange erwartet worden - lief aber auch nicht ganz so, wie zunächst geplant. Statt 25 Prozent stellt der Konzern zunächst nur 20 Prozent der Vermögensverwaltung zum Verkauf. Statt der zunächst erhofften zwei Milliarden Euro Einnahmen beim Börsengang rechnet die Bank nun nur mit 1,2 Milliarden bis 1,8 Milliarden Euro.

stk



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