Nach Rating-Drohung: Aktie der Deutschen Bank bricht ein

Die Ratingagentur Standard & Poor's droht der Deutschen Bank mit einem schlechteren Rating und schickt die Aktie auf Talfahrt. Selbstverschuldete Rechtsstreits wie der Libor-Skandal oder der Kirch-Prozess werden Deutschlands größtem Geldinstitut zum Verhängnis.

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: S&P droht mit einem schlechteren Rating Zur Großansicht
dapd

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: S&P droht mit einem schlechteren Rating

Frankfurt - Die Gefahr eines schlechteren Kredit-Ratings hat die Aktien der Deutschen Bank Chart zeigenabstürzen lassen. Am Nachmittag gehörte das größte deutsche Geldinstitut mit Verlusten von rund 2,5 Prozent zu den größten Verlieren im Dax Chart zeigen. Zwischendurch hatte die Aktie sogar über drei Prozent im Minus gelegen. Die Rating-Agentur Standard & Poor's(S&P) reagiert mit der Ankündigung auf die Anpassung der Geschäftszahlen für 2012, die die Deutsche Bank vergangene Woche nach unten korrigiert hatte. Allerdings standen auch andere Banktitel in Europa wegen der Unklarheit über den Umgang mit Spareinlagen nach der Zypern-Krise unter Druck.

Grund für die schlechten Zahlen der Bank sind die zu erwartenden hohen Kosten für Rechtsstreitigkeiten. Das Institut musste Rückstellungen bilden, um sich auf Strafzahlungen aus Hypothekenklagen in den USA und des Skandals um die Manipulation des Referenzzinsatzes Libor vorzubereiten. Berichten zufolge hat die Bank alleine für Libor 500 Millionen Euro zurückgelegt. Die S&P-Analysten wollen in den kommenden Wochen entscheiden, ob sie das langfristige Kreditrating der Deutschen Bank von "A+" senken. Je schlechter das Rating ist, desto höher sind in der Regel die Zinsen, wenn sich Unternehmen am Kapitalmarkt Geld leihen.

Auch die Politik bereitet Deutschlands größter Bank Sorgen

Im Vergleich zu den Wettbewerbern sei das Kapitalpolster der Deutschen Bank nach wie vor dünn, erklärten die S&P-Analysten Thierry Grunspan und Stefan Best. Sie sehen die Gefahr, dass sich das Kapital nicht so schnell aufstocken lässt wie geplant, wenn sich die Krise in der Euro-Zone zum Beispiel wegen Zypern wieder verschärft. Auch aus der Politik drohe Gegenwind, weil in einigen europäischen Ländern eine Finanztransaktionssteuer eingeführt werde und die USA härtere Auflagen für Töchter von europäischen Banken erließen.

Pläne der US-Notenbank Fed sehen vor, dass Auslandsbanken ihr gesamtes US-Geschäft unter einer Holding zusammenfassen. Diese soll dann mit dicken Kapital- und Liquiditätspuffern ausgestattet werden. Analysten gehen davon aus, dass Häuser wie die Deutsche Bank oder Barclays Milliarden in ihre US-Töchter pumpen müssten, um die Anforderungen zu erfüllen. Falls die Fed-Vorschläge umgesetzt werden, könnten "die Kosten für europäische Investmentbanken, die in den USA Geschäfte machen, deutlich steigen", warnte S&P. Die Deutsche Bank äußerte sich nicht zur S&P-Mitteilung.

ade/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Rechtsstreitigkeiten der Deutschen Bank in USA....und
rolandjulius 27.03.2013
Aktieneinbruch.Gottes Mühlen mahlen langsam aber sicher. So sehe ich auch die Ungereimtheiten der Deutschen Bank zur Zeiten Ackermanns. Und schon wieder sind es die Kleinen, welche für die Schandtaten der Manager Büsen müssen. Wer steht uns für unsere Verluste gerade?
2. Wann
querdenker13 27.03.2013
Wann werden endlich auch einmal die obersten Bosse und Aufsichtsräte für den ganzen Mist haftbar gemacht? Der Kunde der Deutschen Bank wird die Suppe mit höheren Preisen mal wieder auslöffeln müssen, zusammen mit den kleinen Schalterangestellten. Und dies nur damit Fitschen, Jain und Konsorten ja ihre Boni bekommen können und diese evtl. sogar erhöhen.
3. Bummerang Effekte
RudiLeuchtenbrink 27.03.2013
Deutsche-Bank-Aktie fällt nach Rating-Drohung von Standard & Poors - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-aktie-faellt-nach-rating-drohung-von-standard-poors-a-891318.html)[/QUOTE] es ist keine Freude ansehen zu müssen das die DB ihre Nase in jedem Misthaufen stecken hat, der irgendwo auf dieser Welt existiert. Auf der anderen Seite ist der US Protektionismus für weltweit agierende Konzerne immer unerträglicher. US Amerikaner bekommen in Europa oder der Schweiz keine Konten mehr, DAX Konzerne lassen sich an den US Börsen delisten. Dann wundert es nicht das Staaten der BRICS wie z.B. Indien sich nicht gegen ihre eigenen Interessen zu Boykottmaßnshmen zwingen lassen. Die US Amerikaner werden in ihrer Verblendung schon bald isoliert in der Welt stehen, weil niemand mehr Lust hat sich in Jahren aufgebautes Geschäft durch Gerichtsverfahren zerstören zu lassen.
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