Medienberichte US-Aufseher erklären Deutsche Bank zur "Problem-Bank"

Die Aktie der Deutschen Bank ist am Donnerstag erneut um mehr als sieben Prozent eingebrochen - auf den tiefsten Schlusskurs seit Jahrzehnten. Laut Presseberichten sollen amerikanische Aufseher die Lage der US-Sparte kritisch sehen.

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt
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Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt


Der Aktienkurs der Deutschen Bank nähert sich dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Am Donnerstagnachmittag brach die Aktie um mehr als sieben Prozent ein. Zum Börsenschluss kostete die Aktie gerade mal noch 9,16 Euro - das war der niedrigste Schlusskurs seit Anfang der Achtzigerjahre.

Auslöser für den erneuten Kurssturz waren Berichte von "Financial Times" und "Wall Street Journal", wonach eine wichtige amerikanische Aufsichtsbehörde die US-Sparte der Bank auf ihre Liste der "Problem-Banken" gesetzt habe.

Laut "Financial Times" hat die Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) den US-Ableger des größten deutschen Geldhauses im ersten Quartal auf die Liste jener Banken genommen, deren Schwäche das eigene Überleben gefährde. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, ging dem Schritt eine ähnliche Abstufung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) voraus. Die Fed habe das US-Geschäft der Deutschen Bank bereits vor etwa einem Jahr auf den Status "schwieriger Zustand" herabgestuft. Die Einstufung der FDIC war nun also offenbar eine Folge dieser älteren Entscheidung.

Offiziell wollte sich keine der Behörden zu Berichten äußern. Die Deutsche Bank teilte auf Anfrage mit, man äußere sich grundsätzlich nicht zur Kommunikation mit einzelnen Aufsichtsbehörden. Die Muttergesellschaft Deutsche Bank sei aber sehr gut kapitalisiert und habe signifikante Liquiditätsreserven. Auch die US-Tochter Deutsche Bank Trust Company Americas habe eine "sehr robuste Bilanz". An den Schwächen im US-Geschäft werde aber gearbeitet.

Die US-Sparte des größten deutschen Geldhauses gilt schon lange als ein Problem der Bank. Erst jüngst hatte der neue Vorstandschef Christian Sewing angekündigt, man werde sich aus Teilen des amerikanischen Investmentbankings zurückziehen.

Sewing war im April angetreten, um die Bank aus ihrer langjährigen Krise zu führen. Bisher ist dies - zumindest mit Blick auf den Aktienkurs - jedoch nicht gelungen. Seit Anfang April ist der Kurs um weitere 20 Prozent eingebrochen. Zuletzt hatte allerdings auch die Angst vor einer neuen Eurokrise durch die Lage in Italien Bankaktien in ganz Europa belastet.

Mit Blick auf die vergangenen Jahre ist der Absturz der Deutsche-Bank-Aktie gewaltig. Vor acht Jahren lag der Kurse noch bei knapp 40 Euro - also rund vier Mal so hoch wie heute. Ihren bisherigen Tiefststand der vergangenen Jahrzehnte hatte die Bankaktie im Herbst 2016 erreicht. Damals befand sich die Deutsche Bank Chart zeigen allerdings auch in extrem ernster Lage. Auslöser war eine milliardenschwere Strafforderung aus den USA.

stk



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