Verdacht auf Geldwäsche-Skandal Deutsche-Bank-Aktie stürzt ab

Die Deutsche Bank rückt in einem Geldwäsche-Skandal in den Fokus von Ermittlern. Anleger reagieren nervös, die Aktie sackte zeitweise um sechs Prozent ab.

Logo der Deutschen Bank
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Die Aussicht auf einen Jahresgewinn, der Einstieg eines Großaktionärs - zuletzt gab es eher positive Nachrichten von der Deutschen Bank. Doch nun sind die Anleger wieder im Alarmmodus. Denn es besteht der Verdacht, dass die Deutsche Bank in den Geldwäscheskandal bei der Danske Bank verwickelt ist.

Die Reaktion an der Börse folgte prompt: Der Aktienkurs Chart zeigen des größten deutschen Geldhauses stürzte um sechs Prozent ab und erreichten zeitweise ein Rekordtief von 8,05 Euro. Mittags betrug das Minus noch gut drei Prozent.

Ein Ex-Mitarbeiter der Danske Bank sagte am Montag vor einem Ausschuss des Parlaments in Kopenhagen, dass bis zu 150 Milliarden Euro über die US-Tochter einer großen europäischen Bank gewaschen worden seien. Er nannte die Deutsche Bank zwar nicht beim Namen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet aber, die das Geldhaus sei zusammen mit den beiden US-Großbanken JP Morgan und Bank of America im Visier der Ermittler.

Deutsche Bank beendete Geschäftsbeziehungen 2015

Die Deutsche Bank teilte mit, sie sei als Korrespondenzbank für die Danske Bank in Estland tätig gewesen und habe für diese Zahlungen abgewickelt. "Wir haben die Geschäftsbeziehung 2015 beendet, nachdem verdächtige Aktivitäten festgestellt wurden", teilte die Bank weiter mit. JP Morgan wollten die Aussagen aus Kopenhagen nicht kommentieren. Die Bank of America war zunächst nicht zu erreichen.

Der Ex-Mitarbeiter der Danske Bank hatte vor dem Parlamentsausschuss ausgesagt, seine Warnungen vor Geldwäsche seien ignoriert worden und ihm sei sogar Schweigegeld offeriert worden. In dem Geldwäsche-Skandal ermitteln Staatsanwälte in Dänemark, Estland und den USA. Eine interne Untersuchung des Instituts ergab, dass der größte Teil der zwischen 2007 und 2015 über die Niederlassung in Estland geflossenen Gelder von 200 Milliarden Euro (230 Milliarden Dollar) verdächtig gewesen sei. Der Danske Bank droht eine hohe Geldstrafe. Auch der Deutsche Bank, die bereits im Zentrum mehrerer Rechtsstreitigkeiten steht, könnte nun könnte ein weiteres Verfahren drohen.

mmq/Reuters

insgesamt 4 Beiträge
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Raimunde Krudenbruch 20.11.2018
1. Die DB lässt aber auch nix aus
War das nicht alles unter der Ägide von Josef Ackermann? Was macht der eigentlich? Von nix gewusst haben aber für Gewinne verantwortlich sein?
wombie 20.11.2018
2.
Zitat von Raimunde KrudenbruchWar das nicht alles unter der Ägide von Josef Ackermann? Was macht der eigentlich? Von nix gewusst haben aber für Gewinne verantwortlich sein?
Ja, das 25 % Rendite Ziel lässt sich für ein/zwei Berichtsjahre erreichen, wenn man alle Regulierungen und Gesetze missachtet. Nachhaltig wirtschaften ist halt diametral entgegengesetzt zur jährlichen Erfolgsbilanz. Die entsprechenden Boni werden eingestrichen und seinen Nachfolgern lässt man den Scherbenhaufen zusammen kehren.
ernstmoritzarndt 20.11.2018
3. Was erwarten Sie denn?
Die Bank hat bis zum kleinsten Schaltermitarbeiter alle Beteiligten auf die Geldwäscheproblematik gedrillt. Das ging soweit, daß ein Student, der sich etwas Geld mit Bierverkauf bei Fußballspielen (richtig: an der Steuer vorbei) verdiente, nach ein paar Bareinzahlungen größerer Mengen Kleingeldes über die Steuerbehörden "verpfiffen" wurde. Selbstverständlich gelten solche Grundsätze nicht bei den Großkopfeten, da gehört das wohl zum guten Stil. Merke: quod licet jovi noch licet bovi. (Was der Gottheit erlaubt ist gilt noch lange nicht für den Ochsen!) Wenn es nicht so bitter wäre, könnte man nur noch lachen.
eckawol 21.11.2018
4. Für die Foristen :Korrespondenzbank-Dienstleistungen
heißt nur, dass eine Bank anderen Banken ihre Zahlungsverkehrs -Infrastruktur gegen Entgelt zur Verfügung stellt. Wird über die Zeit keine Einigung über die Höhe des Entgeltes für die Dienstleistung erzielt, wird die Korrespondenzbank-Dienstleistung aufgekündigt. Das ganze Thema hat mit Geldwäsche nichts zu tun !!!
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