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USA: Top-Jurist der Deutschen Bank tot aufgefunden

Deutsche Bank in New York (Archivbild): Rechtsstreitigkeiten mit den Behörden Zur Großansicht
REUTERS

Deutsche Bank in New York (Archivbild): Rechtsstreitigkeiten mit den Behörden

In New York wurde ein hochrangiger Anwalt der Deutschen Bank tot aufgefunden. Der 41-Jährige soll mit diversen Rechtsstreitigkeiten betraut gewesen sein, unter anderem im Zinsskandal. Laut einem Zeitungsbericht deutet alles auf Suizid hin.

New York/Hamburg - Die Deutsche Bank hat einer ihrer Top-Juristen in den USA verloren. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" wurde der 41-jährige Calogero Gambino bereits am vergangenen Montag tot in New York aufgefunden. Demnach deutet alles auf Suizid hin.

Gambino war seit elf Jahren bei der Bank und zuletzt mit wichtigen Rechtsstreitigkeiten beschäftigt, die dem größten deutschen Geldhaus zu schaffen machen. Dazu gehören die Skandale um mutmaßlich manipulierte Zinssätze und Wechselkurse.

Die Deutsche Bank will möglichst viele der offenen Rechtsstreitigkeiten noch in diesem Jahr beilegen. Das wird sie voraussichtlich sehr viel Geld kosten. Am Freitagabend teilte das Finanzinstitut mit, dass sie die Rückstellungen für Rechtsrisiken im Ende September abgelaufenen dritten Quartal um 894 Millionen Euro erhöht habe. Damit hätte die Bank gut drei Milliarden Euro für Streitfälle zurückgelegt. Hinzu kommt eine ähnlich hohe Summe, die die Bank zuletzt als mögliche, aber nicht wahrscheinliche Belastung angegeben hat.

Eine Sprecherin der Deutschen Bank bezeichnete Gambino als "geliebten und geschätzten Kollegen", den man vermisse werden. "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei seiner Familie und Freunden."

Sollte es sich, wie vermutet, um Suizid handeln, wäre es bereits der zweite Fall eines aktuellen oder ehemaligen Top-Mitarbeiters der Deutschen Bank in diesem Jahr. Im Januar hatte sich schon William Broeksmit das Leben genommen, der als enger Vertrauter von Co-Chef Anshu Jain galt und 2012 in den Vorstand aufrücken sollte. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hatte den Aufstieg damals verhindert, Broeksmit war daraufhin Anfang 2013 in den Ruhestand gegangen.

Ein im März veröffentlichter Untersuchungsbericht stellte den Suizid Broeksmits fest. Demzufolge hinterließ der Ex-Manager mehrere Abschiedsbriefe und hatte große Angst davor, Ärger mit den Aufsichtsbehörden zu bekommen.

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stk

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