Trotz Gewinneinbruch: Deutsche Bank hebt Boni-Grenze auf 300.000 Euro

Der Gewinn der Deutschen Bank ist 2012 um 85 Prozent geschrumpft. Das größte deutsche Geldhaus hebt dennoch die Bonusschranke für die Mitarbeiter auf 300.000 Euro. Im Vorjahr lag die Obergrenze noch bei 200.000 Euro.

Co-Chefs der Deutschen Bank Anshu Jain (r.) und Jürgen Fitschen: Boni werden begrenzt Zur Großansicht
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Co-Chefs der Deutschen Bank Anshu Jain (r.) und Jürgen Fitschen: Boni werden begrenzt

Frankfurt - Mitarbeiter der Deutschen Bank bekommen in diesem Jahr für 2012 Finanzkreisen zufolge maximal 300.000 Euro an Boni ausgezahlt. Das berichten übereinstimmend die Agenturen Bloomberg und Reuters. Ein darüber hinaus gehender Anspruch werde erst in den Folgejahren erfüllt, wenn sich der Erfolg als nachhaltig herausgestellt habe.

Vor allem im Investmentbanking machen die Bonuszahlungen regelmäßig einen Großteil der Gesamtvergütung aus. Die Aussicht auf hohe Boni, die sofort ausgezahlt werden, gilt aber auch als Ansporn für riskante Zockergeschäfte.

Im Vorjahr lag die Bonus-Obergrenze bei 200.000 Euro. Der Bonus-Pool für 2012 schrumpfte nach Bankangaben um gut elf Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zusammen. Das Institut wollte sich nicht zur Bonusschranke äußern, dementierte die Berichte aber auch nicht.

Die Deutsche Bank Chart zeigen hatte am Donnerstag einen Quartalsverlust von rund 2,2 Milliarden Euro gemeldet. Hintergrund sind offene Rechtsstreitigkeiten, der Konzernumbau und Skandale. Über das Jahr gesehen ging der Gewinn auf 665 Millionen Euro zurück - ein Minus von 85 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Bonusgrenze von 300.000 Euro gilt Reuters zufolge auch für den Vorstand um die Bankchefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Bei ihnen und mehr als 1000 weiteren Top-Managern wird die Hälfte der Prämien allerdings in Aktien ausgezahlt. Für diese Gruppe liegt der maximale Bar-Anteil an den Boni also bei 150.000 Euro. Die Mitarbeiter würden in den nächsten Tagen informiert.

cte/Reuters

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insgesamt 199 Beiträge
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1. Entscheidend...
intenso1 01.02.2013
Zitat von sysopREUTERSDer Gewinn der Deutschen Bank ist 2012 um 85 Prozent geschrumpft. Das größte deutsche Geldhaus hebt dennoch die Bonusschranke für die Mitarbeiter auf 300.000 Euro. Im Vorjahr lag die Obergrenze noch bei 200.000 Euro. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-begrenzt-managerboni-auf-300-000-euro-a-881035.html
Entscheidend ist nicht das Ergebnis der Bank, sondern der Boni. Geht die Bank den Bach herunter haben wir ja noch den Steuerzahler.
2. sie verstehen ...
zephyroz 01.02.2013
... es einfach nicht erst Hausaufgaben machen und kundenorientiert beraten lernen dann die Zinsen für die Einlagen der Kunden (insbesondere der privaten) steigern und dann die Boni überdenken
3. reine Kapitalvernichtung
friedrich1954 01.02.2013
Von denen kauf ich keine Aktien mehr! Boni sind das Geld der Kapitalgeber.Die Angestellten haben ihr bestes zu geben.Dafür werden sie mit dem monatlichen Gehalt entlohnten.Mehr bekommen andere normal auch nicht. Die Manager ,die das beschliessen, leben in einer realitätsfremden Welt. Sie wundern sich, wie die Bevölkerung auch den Konkurs von Banken akzeptieren.Den Gegenwind lernen sie nicht kennen, weil sie sich für unverzichtbar halten-ähnlich wie früher die Götter in weiss.
4. Sinnlose Neiddebatte
frank_w._abagnale 01.02.2013
Die Debatte über die Bonus-Zahlungen ist heuchlerisch und von Neid geprägt. Sie wird wohl in erster Linie von Menschen geführt, die mit einem Jahreseinkommen von unter 100.000 Euro auskommen müssen. Das ist tragisch darf aber den Blick darauf nicht verstellen, dass fähige Mitarbeiter gut bezahlt werden müssen. Sonst sind sie schnell woanders. Für einen Highperformer sind 300.000 Euro nicht viel. Leistung muss sich auszahlen. Wer lieber seinen nine-to-five-Job macht und mit 60.000 Euro p.a. zufrieden ist, soll so leben. Aber dann soll er bitte auch nicht auf die schimpfen, die mehr leisten und deshalb (in jeder Hinsicht) auch mehr verdienen.
5.
kimba2010 01.02.2013
Zitat von frank_w._abagnaleDie Debatte über die Bonus-Zahlungen ist heuchlerisch und von Neid geprägt. Sie wird wohl in erster Linie von Menschen geführt, die mit einem Jahreseinkommen von unter 100.000 Euro auskommen müssen. Das ist tragisch darf aber den Blick darauf nicht verstellen, dass fähige Mitarbeiter gut bezahlt werden müssen. Sonst sind sie schnell woanders. Für einen Highperformer sind 300.000 Euro nicht viel. Leistung muss sich auszahlen. Wer lieber seinen nine-to-five-Job macht und mit 60.000 Euro p.a. zufrieden ist, soll so leben. Aber dann soll er bitte auch nicht auf die schimpfen, die mehr leisten und deshalb (in jeder Hinsicht) auch mehr verdienen.
Wo "leistet" jetzt der Banker mehr als andere? Beim Zocken mit fremden Geld?
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