Betrugsvorwürfe gegen Deutsche Bank: Informant will vor dem Aufsichtsrat aussagen

Von Thomas Schulz, New York

Die Diskussion um angeblich verschleierte Milliardenverluste der Deutschen Bank sorgt im Aufsichtsrat für Wirbel. Chefkontrolleur Paul Achleitner will sich den Fall nach SPIEGEL-Informationen genau ansehen. Zudem will der Ex-Mitarbeiter, der die Affäre ins Rollen brachte, vor dem Gremium aussagen.

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Vorwürfe aus New York Zur Großansicht
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Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt: Vorwürfe aus New York

Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, will sich mit den Vorwürfen ehemaliger Mitarbeiter des Konzerns befassen. Dabei geht es um die angeblich falsche Bilanzierung komplizierter Finanzgeschäfte. Zwar habe das Gremium eine klare Meinung zu dem Fall, da Achleitner aber zu der Zeit, auf die sich die Vorwürfe beziehen, noch nicht in der Bank war, wolle er sich die Vorgänge noch einmal genau ansehen, erfuhr der SPIEGEL. In dieser Woche werde sich der Risikoausschuss des Aufsichtsrats in einer routinemäßigen Sitzung mit dem Thema beschäftigen.

Mehrere frühere Mitarbeiter unterstellen dem Kreditinstitut, komplizierte Finanzgeschäfte in der Bilanz falsch bewertet und so einen Milliardenverlust vermieden zu haben. Der Risikoanalyst Eric Ben-Artzi, der sich mit entsprechenden Vorwürfen an die US-Börsenaufsicht SEC gewandt hat, verschärfte seine Angriffe auf den Frankfurter Konzern. Die Deutsche Bank habe sich die Geschäfte schöngerechnet, sagte er dem SPIEGEL. "Das ist Betrug." Es gehe nicht um die Frage, ob ein Risikomodell richtig oder falsch sei, sondern um einen falschen Wert in der Bilanz. "Da gibt es keine Grauzone, das ist einfach schwarz", sagte Ben-Artzi.

Ben-Artzi war bis Ende 2011 als Vice President Legal, Risk & Capital Division in der Wall-Street-Niederlassung der Bank beschäftigt. Er war damit betraut zu prüfen, ob stimmte, was die Bank offiziell über bestimmte hochkomplizierte Wertpapiergeschäfte gegenüber ihren Kunden und in ihren Bilanzen behauptete. Die Schlussfolgerung des promovierten Mathematikers: Es stimmte nicht. Die Bank habe bei den Geschäften mit sogenannten "Leveraged Super Senior Notes" grobe Bewertungsfehler gemacht und nur so einen Verlust von mehreren Milliarden Dollar verschleiert.

"Da gibt es keine Grauzone"

Die Deutsche Bank weist die Vorwürfe energisch zurück. "Die Vorwürfe, die Deutsche Bank habe nicht korrekt berichtet, sind mehr als zweieinhalb Jahre alt", ließ das Institut mitteilen. Ben-Artzi aber betont gegenüber dem SPIEGEL, er sei sich seiner Sache absolut sicher. Es gebe auch keinen Interpretationsspielraum, denn es gehe nicht um die Frage, ob ein Risikomodell richtig oder falsch sei, sondern um einen falschen Wert in der Bilanz: "Da gibt es keine Grauzone, das ist einfach schwarz", sagte Ben-Artzi.

Der Mathematiker hatte seine Bedenken ursprünglich seinen Vorgesetzten bei der Deutschen Bank vorgetragen. Als er damit kein Gehör fand, wandte er sich schließlich an die amerikanische Börsenaufsicht SEC. Einige Zeit später wurde Ben-Artzi entlassen.

Nun bittet der ehemalige Risikoexperte der Bank darum, seine Argumente und Berechnungen dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank persönlich beweisen zu können - bei der nächsten Sitzung des Gremiums. "Dr. Ben-Artzi glaubt, dass die Aufsichtsräte bislang noch keinen akkuraten und vollständigen Überblick über alle Fakten und rechtlichen Aspekte bekommen haben", sagte Jordan Thomas, der Anwalt von Ben-Artzi gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Thomas ist Chef der Whistleblower-Abteilung einer der renommiertesten New Yorker Anwaltskanzleien und war zuvor einer der Direktoren der amerikanischen Börsenaufsicht SEC. Ben-Artzi werde auch mit der deutschen Aufsichtsbehörde BaFin kooperieren, sagte Thomas, "damit die Wahrheit ans Licht kommt".

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Bilanzfälschung ?
müllschlecker 09.12.2012
Zitat von sysopGetty ImagesDie Diskussion um angeblich verschleierte Milliardenverluste der Deutschen Bank sorgt im Aussichtsrat für Wirbel. Chefkontrolleur Paul Achleitner will die Vorwürfe nach SPIEGEL-Informationen untersuchen lassen. Zudem will der Ex-Mitarbeiter, der die Affäre ins Rollen brachte, vor dem Gremium aussagen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-ben-artzi-will-vor-aufsichtsrat-aussagen-a-871820.html
Bei der Deutschen Bank ? Nie im Leben. Die machen sowas nicht. Da bin ich mir fast sicher. Nein, das glaube ich nicht. Garnicht. Oder nur ein bißchen.............
2.
stormiwerna 09.12.2012
Also ich hab mein Konto bei dieser Skandalbank gekündigt. Ausserdem beantrage ich, der Deutschen Bank das Wort "Deutsche" zu streichen. Sie schädigt Deutschlands Ansehen.
3.
silverhair 09.12.2012
Zitat von stormiwernaAlso ich hab mein Konto bei dieser Skandalbank gekündigt. Ausserdem beantrage ich, der Deutschen Bank das Wort "Deutsche" zu streichen. Sie schädigt Deutschlands Ansehen.
Die Deutsche Bank hat schon lange nichts mehr mit Deutschland am Hut - deren Aktivitäten liegen irgendwo zwischen Singapur und New York - wobei deren US-Geschäft inzwischen eben auch die SEC und Staatliche Aufsichtsbehörden beschäftigt! Ich vermute mal das die Geburtstagsfeiern im Kanzleramt mehr Gefahrenabwehr darstellten - den ohne die Schützende Hand von Merkel würden wohl noch mehr Staatsanwälte da längst ermittelteln!
4.
songkhla 09.12.2012
die beschmutzen garnichts. Das tun wohl eher die Neonazis im Osten und im selbstgerechten West Bürgertum. Schaut man im google nach, so findet man das ciriculum vitae von Eric-Ben Azis.Der war, oder ist noch Israeli. Will man ein Foto von Ihm haben, so kann es sich gegen eine Gebühr von einer webside mit Finanzial-Times New York Fotos herunterladen.
5. Was soll das heissen?
w.uljanow 10.12.2012
Zitat von songkhladie beschmutzen garnichts. Das tun wohl eher die Neonazis im Osten und im selbstgerechten West Bürgertum. Schaut man im google nach, so findet man das ciriculum vitae von Eric-Ben Azis.Der war, oder ist noch Israeli. Will man ein Foto von Ihm haben, so kann es sich gegen eine Gebühr von einer webside mit Finanzial-Times New York Fotos herunterladen.
Was soll der Scheiss? Meinetwegen, kann Eric Ben- Artzi Muslim, Jude, Hindi, schwul, bi-sexuell oder was auch immer sein, aendert das jetzt irgendwas? Sie sind ja nicht einmal faehig seinen Namen richtig zu schreiben und was ist Financial Times New York mit der man von einer website (englisch ist auch nicht Ihre Staerke?) Fotos runterladen kann? Oh Gott was wollen Sie uns bloss sagen? Oder wollten Sie nur betonen, dass Herr Ben-Artzi ein Jude ist und deshalb unglaubwuerdig? Wie tief kann man nur sinken?
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