Spanien: Deutsche Bank beteiligt sich an Bad Bank

Deutschlands größtes Geldhaus steigt bei der spanischen Bad Bank ein. Die Deutsche Bank gehört damit zu den privaten Investoren, die 55 Prozent des Kapitals stellen. Ziel der Abwicklerbank ist es, den kriselnden Finanzsektor im Land zu stabilisieren.

Madrid - Die Deutsche Bank beteiligt sich an der neu gegründeten sogenannten Bad Bank in Spanien. Auch die britische Großbank Barclays und der französische Versicherer Axa seien als ausländische Investoren eingestiegen, teilte die Bad Bank Sareb mit. Diese will bis Ende Dezember über die notwendigen Mittel verfügen, um die risikobehafteten Immobilienkredite der vier verstaatlichten spanischen Banken zu übernehmen.

Zum Startkapital der Bad Bank steuerten Privatinstitute bisher 524 Millionen Euro bei, der von der Regierung eingerichtete Fonds zur Rekapitalisierung der Banken weitere 431 Millionen Euro, wie die Sareb mitteilte. Die privaten Investoren stellen damit 55 Prozent des Kapitals der Bad Bank. Inzwischen seien praktisch alle wichtigen Kreditinstitute und Versicherer, die in Spanien tätig sind, in der Bad Bank vertreten, teilte die Sareb mit.

Die Bad Bank soll einen zentralen Beitrag zur Gesundung des angeschlagenen Bankensektors in Spanien leisten. Zahlreiche Kreditinstitute waren nach dem Platzen einer Immobilienblase 2008 in Bedrängnis geraten.

Wie die spanische Notenbank mitteilte, haben die Geldhäuser des Landes so viele faule Kredite in ihren Büchern wie noch nie. Der Anteil der sogenannten notleidenden Darlehen am ausstehenden Gesamtportfolio stieg im Oktober auf 11,2 Prozent. Im September hatte die Rate noch bei 10,7 Prozent gelegen.

Das Volumen der Kredite, deren Rückzahlung in Verzug ist, stieg um 7,4 Milliarden Euro auf 189,6 Milliarden. Der Berg an faulen Krediten wird stetig größer, seitdem der Immobilienboom vor etwa vier Jahren endete. Das Land steckt derzeit in der zweiten Rezession seit 2009. Etwa jeder vierte Spanier ist arbeitslos. Für die maroden Banken hat Spanien bei seinen Euro-Partnern milliardenschwere Hilfen beantragt.

cte/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Da hat mir dieser Tage doch glatt einer geflüstert:
die-dicke-aus-der-uckerm. 18.12.2012
Zitat von sysopDeutschlands größtes Geldhaus steigt bei de
Das Volumen der faulen Kredite, inkl. der Staatsschulden in denen spanische Banken präsent sind, dürfte weit über 2 Billionen Oirones ausmachen. Das kann ja dann noch heiter werden.
2. Sehr schön ...
mkdrsdn 18.12.2012
... dass die privaten Banken dem spanischen Finanzsektor helfen wollen. Die Frage ist, zu welchem Preis die Assets in die Bad Bank transferiert werden. Denn wenn der niedrig genug ist gibt es sogar noch upside für die Beteiligten der bad bank, da er die hohen Ausfallquoten kompensiert. Die verkaufenden Banken hingegen kristallisieren ihre Verluste. Dafür bekommen sie natürlich Liquidität und einen Neuanfang, aber es wird interessant sein, in ein paar Jahren die Schlussrechnung dieses Deals zu sehen. Aus Nächstenliebe jedenfalls steigen die Privatinvestoren da nicht ein.
3. da muss es doch...
Gerüchtsvollzieher 18.12.2012
viel Geld zu verdienen geben, oder brennt die eigene Hütte schon so sehr, daß die Deutsche Bank helfen muss?
4.
CompressorBoy 18.12.2012
Zitat von sysopZiel der Abwicklerbank ist es, den kriselnden Finanzsektor im Land zu stabilisieren.
Ziel der Abwicklerbank ist es, privatwirtschaftliche Verluste zu sozialisieren.
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