Zinsskandal Deutsche Bank beurlaubt fünf Händler

Die Deutsche Bank wird den Skandal um manipulierte Zinssätze nicht los: Das größte deutsche Geldhaus hat laut der Nachrichtenagentur Reuters erneut fünf Händler beurlaubt. Die Bank verweist auf eine laufende Untersuchung.

Zentrale der Deutschen Bank: "Grund für Beurlaubung ein mögliches Fehlverhalten"
dapd

Zentrale der Deutschen Bank: "Grund für Beurlaubung ein mögliches Fehlverhalten"


Frankfurt - Der Skandal um manipulierte Zinssätze dürfte Europas Großbanken noch einige Monate beschäftigen. Die Royal Bank of Scotland teilte am Mittwoch mit, insgesamt 615 Millionen Dollar Strafe zu zahlen. Auch die Deutsche Bank ist weiter mit der Aufarbeitung der Affäre beschäftigt. Deutschlands größtes Geldhaus beurlaubte laut Nachrichtenagentur Reuters fünf weitere Händler.

Die Mitarbeiter sollen im Geldmarktteam gearbeitet haben und dort unter anderem für die Festlegung des Referenzsatzes Euribor zuständig gewesen sein, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person Reuters. "Grund für die Beurlaubung war ein mögliches Fehlverhalten dieser Händler." Der Euribor dient als Maßstab für internationale Geldgeschäfte. Die Mitarbeiter sollen sich mit Händlern anderer Banken zusammengetan haben, um die Zinssätze zu manipulieren.

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Die Deutsche Bank verweist darauf, dass sich keine hochrangigen Mitarbeiter unter den Verdächtigen befinden. Dies habe die andauernde interne Untersuchung des größten deutschen Geldhauses ergeben. Bereits im Januar war bekannt geworden, dass die Deutsche Bank 40 Millionen Euro an Boni für die betroffenen Händler eingefroren hat.

In den nächsten Wochen wird zudem das Ergebnis der Prüfung der deutschen Finanzaufsicht BaFin erwartet. Die Deutsche Bank hatte in der Vergangenheit bereits zwei Händler im Zinsskandal entlassen.

Ein Sprecher der Bank nannte keine Namen der betroffenen Händler. Er bekräftigte lediglich, dass das Institut früher bereits Mitarbeiter suspendiert oder entlassen habe, sobald ein Fehlverhalten bekannt geworden sei. Das werde auch künftig passieren, bis die interne Untersuchung abgeschlossen sei.

cte/Reuters



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forumgehts? 06.02.2013
1. Der
Zitat von sysopdapdDie Deutschen Bank wird den Skandal um manipulierte Zinssätze nicht los: Das größte deutsche Geldhaus hat laut der Nachrichtenagentur Reuters erneut fünf Händler beurlaubt. Die Bank verweist auf eine laufende Untersuchung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-beurlaubt-fuenf-haendler-a-881858.html
Urlaub dürfte wohl "all inclusive" werden, für diejenigen, die sich als Sündenböcke zur Verfügung gestellt haben.
sunspirit1 06.02.2013
2. 40 Mio Boni?
...wie hoch war dann der Profit für die Bank? 40 mio für wieviel niedrigangige Mitarbeiter? Was verdienen dann die Hochrangigen.Für dieses Geld würde ich auch mal am euribo bisschen rumschrauben. ;-)
thomas.b 06.02.2013
3. optional
5 Mitarbeiter ohne Führungsposition schrauben an einem so sensiblen Wert herum und es fällt erst so spät auf. Transparenz und Verlässlichkeit sehen anders aus. Mir geht hier leider der Begriff "Kleptokratie" nicht aus dem Kopf...
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