Bestätigung der Richter Deutsche-Bank-Chef Fitschen muss vor Gericht

Jetzt ist es offiziell: Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, muss sich wegen Betrugs verantworten. Das Münchner Landgericht bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht von SPIEGEL ONLINE.

Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen: Von April an vor Gericht
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Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen: Von April an vor Gericht


München - Einer der wichtigsten Bankmanager in Deutschland muss sich vor Gericht verantworten: Jürgen Fitschen, der Co-Chef der Deutschen Bank, und vier frühere Spitzenmanager des Frankfurter Geldhauses müssen sich in einem Betrugsprozess vor dem Landgericht München verantworten.

Das Gericht habe die Anklage wegen versuchten Betrugs im Kirch-Prozess gegen Fitschen und weitere Ex-Manager der Bank in vollem Umfang zugelassen, sagte eine Gerichtssprecherin am Montag. Der Prozess soll Ende April beginnen.

Die Gerichtssprecherin bestätigte damit einen Bericht von SPIEGEL ONLINE von vergangener Woche. Im vergangenen Sommer hatte die Münchner Staatsanwaltschaft eine entsprechende Klage erhoben. Nun beginnt einer der wohl spektakulärsten Prozesse in der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

Neben Fitschen sind die früheren Bankchefs Rolf Breuer und Josef Ackermann sowie die Ex-Vorstände Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck angeklagt. Alle fünf haben jegliches Fehlverhalten bisher stets bestritten.

Die Anklage gegen Fitschen dürfte Spekulationen verstärken, wonach der Vorstandschef seinen Posten womöglich vor dem offiziellen Auslaufen seines Vertrags im Jahr 2017 aufgeben könnte. Fitschen selbst gibt sich in der Sache kampfeslustig und von seiner Unschuld überzeugt.

Allein aus Zeitgründen wäre ein Rücktritt wohl auch nicht nötig. Nach bisheriger Planung soll jeweils nur an einem Tag in der Woche verhandelt werden. Fitschen könnte seinen Amtsgeschäften also an den restlichen Arbeitstagen nachgehen.

loe/dpa



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insgesamt 17 Beiträge
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fatherted98 02.03.2015
1. Kommt....
...nix bei raus. Ist nur wieder ein neues trauriges Schauspiel unserer Justiz...weder Staatsanwälte noch Richter blicken doch nur ansatzweise durch die Manipulationeen der Banken durch....dann doch lieber gleich die Sache auf sich beruhen lassen und die Zocker weiter unser Geld verzocken lassen.
discprojekt 02.03.2015
2. Das
sind Einzelfälle. 100000 Einzelfälle. Die wirklich kriminellen sind weiter unten. Pfandbon und Hartz IV. Fragen Sie mal die Verbandsvorsitzenden.
winki 02.03.2015
3. Ratet mal wie das, zumindest für Herrn Fitschen, ...
wohl ausgehen wird? Herr Ackermann ist Schweizer Staatsbürger und wenn er nicht will, dann muss er nicht vor Gericht erscheinen. Eine Verurteilung, egal wie hoch kann ihm am ... vorbei gehen. Ob die Schweiz ihn ausliefert falls das gewünscht wird darf bezweifelt werden. Und die anderen Angeklagten? Mal abwarten, irgend wie werden die Herren ihren Kopf schon aus der Schlinge ziehen.
ghdh 02.03.2015
4. Haftbefehl gegen Ackermann
Weshalb wurde gegen Herrn Ackermann angesichts des zu erwartenden Strafmaßes und seines ausländischen Wohnsitzes kein Haftbefehl erlassen? Fluchtgefahr dürfte bestehen.
sarkosy 02.03.2015
5. Man muss sich fragen,
von welcher Art,von welcher Persönlichkeit sind Leute,die bei einer solchen Bank - das Trauerspiel dauert nun schon ein Jahrzehnt - immer noch Kunde sind?Gleich und Gleich gesellt sich gern?
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