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Deutsche-Bank-Chefs: Fitschen und Jain kassieren beide 7,5 Millionen Euro

Vorstandschefs Fitschen (l.), Jain (Archivbild): 7,5 Millionen Euro für jeden Zur Großansicht
DPA

Vorstandschefs Fitschen (l.), Jain (Archivbild): 7,5 Millionen Euro für jeden

Wenig Gewinn, volle Taschen: Die Führungsriege der Deutschen Bank hat im vergangenen Jahr trotz eines sehr niedrigen Konzernergebnisses gut verdient. Die Vergütung des Vorstands stieg auf mehr als 38 Millionen Euro, allein die beiden Vorstandschefs Jain und Fitschen kamen auf je 7,5 Millionen.

Frankfurt am Main - Geldsegen für die Top-Manager der Deutschen Bank: Die Führungsriege von Deutschlands größtem Geldhaus hat im vergangenen Jahr trotz mauer Ergebnisse gut verdient: Die Gesamtvergütung des Vorstands stieg auf 38,5 Millionen Euro, wie das Institut am Donnerstag in seinem Geschäftsbericht mitteilte. Im Vorjahr hatte die Zahl noch bei gut 26 Millionen Euro gelegen. Auf die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen entfielen dabei jeweils 7,47 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch gut 4,8 Millionen gewesen.

Allerdings sind die Zahlen schwer vergleichbar. So hatten Jain und Fitschen ihre Co-Chefposten erst im Sommer 2012 angetreten. Vorher hatten sie das niedrigere Gehalt für normale Vorstandsmitglieder bekommen.

Insgesamt hat die Deutsche Bank ihr Vergütungssystem stärker auf langfristige Anreize ausgerichtet. Der Großteil der Boni wird mittlerweile über mehrere Jahre gestreckt ausgezahlt. Noch immer sind die variablen Gehaltsbestandteile der Vorstände aber fast drei mal so hoch wie die fixen.

Der Gewinn der Deutschen Bank für das Geschäftsjahr 2013 fiel enttäuschend aus. Nachdem der Konzern bereits im Januar auf Basis vorläufiger Zahlen einen Überschuss von 1,1 Milliarden Euro gemeldet hatte, musste sie diese Zahl nun noch einmal auf 681 Millionen Euro nach unten korrigieren. Grund waren die Kosten für den kürzlich geschlossenen Vergleich im Rechtsstreit mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch.

Aufsichtsratschef Paul Achleitner zeigte sich im Geschäftsbericht denn auch eher unzufrieden: "Die verbesserungsbedürftige Reputation und das wenig zufriedenstellende Nachsteuerergebnis der Bank 2013 zeigen, dass noch eine weite Strecke vor uns liegt, bevor Ihre Deutsche Bank die gesellschaftliche und wettbewerbsfähige Stellung erreicht hat, die Sie von ihr erwarten können", schrieb er an die Aktionäre.

nck/stk/Reuters

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insgesamt 82 Beiträge
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    Seite 1    
1. Tja, als Aktionär
olddreamer 20.03.2014
dieser wunderbaren Bank kommen einem da die Tränen. Die Breuers, Ackermänner und ihre ehrenwerten (?) Nachfolger fahren den Laden fast an die Wand und gehen dann mit stolz geschwellter Brust und vollem Sack vom sinkenden Schiff. Bei Jain spricht man ja längst davon. Ethisches Verhalten? Moral? Fehlanzeige!
2.
mitgefühlundweisheit 20.03.2014
Bei 80 h pro Woche und abzüglich 6 Wochen Jahresurlaub ergeben 7,5 Mio einen Stundenlohn von 2038 € brutto ...
3. Da verrate einem...
Anur 20.03.2014
...einmal jemand, wozu man 7,5 Millionen Euro Jahresgehalt benötigt? Wie kann man das noch sinnvoll für den täglichen Bedarf ausgeben. Bedenkt man dabei noch, was so ein Banker alles an Geschenken nebenbei erhält. Es gibt kein glaubhaftes Argument mit dem solche Einkommen zu rechtfertigen sind.
4. 7,5 mio gehalt
e33h372 20.03.2014
dafür das sie die reputation des grössten deutschen bankhauses fast vollends in die grütze gefahren haben.kein skandal im finanzsektor ohne die DB.selten stand geleistetes und erhaltenes in einem derart krassen missverhältnis.
5. Möglicherweise sind diese Millionen gerechtfertigter,als
analyse 20.03.2014
die Boni in guten Zeiten für die Bank !
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Aufstieg und Niedergang des Kirch-Imperiums
Der Aufbau des Kirch-Imperiums
Mit geliehenem Geld kaufte der Student Leo Kirch 1956 die Rechte für Federico Fellinis Film "La Strada". In den folgenden Jahren baute er eines der größten Medienimperien in Europa auf.

1956: Kirch eröffnet ein Filmhandelsgeschäft. Für ARD und ZDF wird er zum wichtigen Filmlieferanten.

1985: Kirch gründet mit mehreren Verlagen den ersten Privatsender Sat.1.

1997: Kirchs Sender ProSieben geht an die Börse.

1999: Silvio Berlusconi stiegt beim Film- und Sportrechtehandel KirchMedia ein.

2000: Rupert Murdoch steigt bei Kirchs defizitärem Abosender Premiere ein. ProSiebenSat.1 geht an die Börse.

Sommer 2001: Kirch kauft die Formel-1-Rechte.

Der Niedergang des Kirch-Imperiums
Verluste beim Pay-TV trieben den Konzern 2002 in die Pleite.

Dezember 2001: Spekulationen über akute Geldnöte Kirchs; Murdoch bestreitet Pläne für eine feindliche Übernahme.

Januar 2002: Die Dresdner Bank fordert einen 460-Millionen-Euro-Kredit zurück. Springer will ProSiebenSat.1-Anteile für 770 Millionen Euro zurückgeben. Der Kirch-Konzern beziffert seine Schulden auf 6,1 Milliarden Euro.

Februar 2002: Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer bezweifelt Kirchs Kreditwürdigkeit. ProSiebenSat.1 meldet einen Gewinneinbruch. Murdoch kündigt seinen Ausstieg bei Premiere an und fordert 1,6 Milliarden Euro zurück.

8. April 2002: KirchMedia meldet Insolvenz an.

(Quelle: dapd)


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