Drittes Jahresminus in Folge Trumps Steuerreform beschert Deutscher Bank Verlust

Die Deutsche Bank hat 2017 erneut Verluste geschrieben. Die US-Steuerreform brachte dem Geldhaus Belastungen in Milliardenhöhe ein. Die Aktie des Dax-Konzerns sackte ab.

Türme "Soll und Haben": Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt
REUTERS

Türme "Soll und Haben": Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt


Die US-Steuerreform lässt die Deutschen Bank auch das Jahr 2017 mit roten Zahlen abschließen. Allein im vierten Quartal 2017 werde das Konzernergebnis durch die Reform um 1,5 Milliarden Euro gedrückt, teilte Deutschlands größtes Geldhaus mit. Die Bank werde deshalb nach Steuern einen geringen Verlust ausweisen.

Wie sich das Minus zusammensetzt will die Bank am 2. Februar mitteilen - dann sollen vorläufige Zahlen präsentiert werden. An der Börse reagierte der Kurs der Aktie Chart zeigen bereits jetzt: Sie brach nach der Ankündigung um 4,5 Prozent ein.

Nach 2015 und 2016 erwartet die Bank nun das dritte Verlustjahr hintereinander. Skandale und Rechtsstreitigkeiten etwa um Manipulationen am Referenzzinssatz Libor belasten das Institut noch immer (Lesen Sie hier den Hintergrund: Aufstieg und Fall einer Größenwahnsinnigen). Im Frühjahr hatte der Dax-Konzern angekündigt, die früheren Vorstände an den Kosten der Affären beteiligen zu wollen. Bankchef John Cryan baut den Konzern momentan um, 1000 Stellen sollen wegfallen.

Die größte US-Steuerreform seit mehr als 30 Jahren soll Firmen eigentlich hohe Entlastungen bringen - die Körperschaftsteuer sinkt auf 21 von bisher 35 Prozent. Doch für viele Finanzinstitute führt die Änderung erst mal zu Belastungen:

Wie viele andere Banken hatte auch die Deutsche Bank während der Finanzkrise ab 2007 milliardenschwere Verluste gemacht, die sie über Jahre geltend machen kann - und die die Steuerlast drücken. Mit dem künftig niedrigeren Steuersatz sinkt aber auch der Wert von Verlustvorträgen, die sie abschreiben müssen.

Schuld am negativen Konzernergebnis 2017 sind laut Bank zudem die weiterhin geringen Schwankungen an den Finanzmärkten. Die Erträge aus dem Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Aktien sowie dem Finanzierungsgeschäft fielen daher laut Institut im vierten Quartal um etwa 22 Prozent geringer aus als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Die Kapitaldecke gegen Krisen könnte laut Bank ebenfalls leicht sinken. Die Deutsche Bank leidet darüber hinaus wie andere Institute auch unter niedrigen Zinsen, die das klassische Einlagen- und Kreditgeschäft weniger profitabel machen.

apr/Reuters/dpa

insgesamt 4 Beiträge
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quark2@mailinator.com 05.01.2018
1.
Hmmm, also ich hab z.B. 1000,- EUR zu versteuern und die Steuer war z.B. 20% ... blieben also 800,- EUR übrig. Ich hatte mal einen Verlust von 500,- EUR, den ich gegenrechnen kann - versteuere also nur noch 500,- EUR mit 20% ... blieben also 900,- EUR übrig. Der ehemalige Verlust von 500,- EUR hat mir also nun 100,- EUR eingebracht. Jetzt senkt die US-Regierung den Steuersatz auf z.B. 10% ... blieben also von meinen 1000,- EUR aktuellem Gewinn gleich 900,- EUR übrig ... aber wegen dem ehemaligen Verlust von 500,- EUR versteuere ich nun nur 500,- EUR mit 10% ... bleiben also 950,- EUR übrig. Einerseits ist es richtig, daß mir der alte Verlust nun nur noch 50,- EUR einbringt, statt 100,- EUR, aber andererseits habe ich am Ende nun 950,- EUR in der Kasse, nicht nur 900,- EUR. Also wieso muß das nun so dargestellt werden, als wäre es eine mittlere Katastrophe ?
B. Backs 06.01.2018
2. Sie spinnen
"Mit dem künftig niedrigeren Steuersatz sinkt aber auch der Wert von Verlustvorträgen, die sie abschreiben müssen." Welche Verlustvorträge hat die Deutsche Bank AG denn noch aus 2007? In der Zwischenzeit sind genügend Gewinne angefallen, um die Verlustvorträge zu verrechnen.
JochenHallo 07.01.2018
3. Was soll das
ein Banker würde sagen,das sind doch Peanuts im vergleich, was dieses Unternehmen an Strafen hat Zahlen müssen. Aber die konnten sie mit Sicherheit absetzen. Noch eins ist Trump nicht einer der besten Kunden?
stefan.mahrdt 08.01.2018
4. Entwicklung hin zur alten Stärke
Es ist ein langer, steiniger Weg zur vollständigen Gesundung der Deutschen Bank. Aber das Jahr 2020 nähert sich mit großen Schritten und das nächste Geschäftsjahr 2019 wird dann endgültig belegt haben, dass die dreißig-jährige Odyssee durch das angloamerikanische Bankensystem bis dahin dann schließlich erfolgreich beendet sein wird und damit als Basis für ein glanzvolles 150-jähriges Jubiläum der Deutschen Bank dient. Forza Deutsche Bank.
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