Kapitalerhöhung Deutsche Bank sichert sich acht Milliarden Euro

Sie galt im Markt als Selbstläufer - und doch ist die Kapitalerhöhung der Deutschen Bank ein wichtiger Pfeiler für das Institut. Acht Milliarden Euro nahm das Geldhaus ein und sichert sich so Handlungsfreiheit.

Deutsche-Bank-Chef John Cryan
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Deutsche-Bank-Chef John Cryan


Die Deutsche Bank hat acht Milliarden Euro mehr in der Kasse. Die Anfang März angekündigte Kapitalerhöhung sei erfolgreich abgeschlossen worden, teilte das Frankfurter Geldhaus mit. 98,9 Prozent der Bezugsrechte seien ausgeübt worden. Das bedeutet, dass fast alle Aktionäre bei der Kapitalerhöhung mitgezogen und neue Aktien gekauft haben. Die nicht bezogenen Aktien würden nun am Markt verkauft, hieß es.

Laut Brancheninsidern griffen rund 80 Prozent der Deutsche-Bank-Aktionäre selbst zu, der Rest verkaufte die Bezugsrechte an neue oder andere bestehende Anteilseigner weiter. Die gute Beteiligungsquote kann als Vertrauensbeweis der Investoren gewertet werden.

Auch die Großaktionäre hätten ihre Anteile zumindest nicht verwässern lassen, sagten mehrere Insider. Ob einer oder mehrere von ihnen die Gelegenheit zur Aufstockung genutzt haben, könnte sich um Ostern herum zeigen. Dann wären Pflichtmitteilungen fällig, wenn im Zuge der Kapitalerhöhung die Anteilsschwellen von drei, fünf oder zehn Prozent überschritten würden.

Der jüngste Großaktionär, der chinesische Mischkonzern HNA, hatte seine Beteiligung noch vor dem Start der Kapitalerhöhung von gut drei auf fast fünf Prozent aufgestockt. Er will perspektivisch bis zu zehn Prozent an der Bank halten. Auch Großaktionär Katar hatte vorher signalisiert, mitziehen zu wollen.

Die Kapitalerhöhung ist ein Befreiungsschlag für das Geldhaus: Teure Rechtsstreitigkeiten hatten zwei Jahre hintereinander zu Milliardenverlusten geführt und an der Kapitalbasis genagt. Das hatte die Handlungsfreiheit der Bank eingeschränkt. Zweifel am Erfolg der Kapitalerhöhung bestanden indes nicht - die damit beauftragten Banken hatten den Betrag garantiert. Es ist die vierte Kapitalerhöhung in sieben Jahren.

kig/dpa/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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Sixpack, Joe 07.04.2017
1. Warm schreibt SPON nichts uber die Manager die abhauen bei DB?
Naturlich liest man dazu nichts. Ist ja Deutsche Bank, dann gibt es nur Lob im Vergleich zu Italien. Man liest auch nichts uber die Stresstests der EZB die so gestaltet sind dass die DB nicht durchfaellt. (Diesen Beitrag wird bestimmt nicht freigegeben)
giostamm11 11.04.2017
2. Verzweifelte Rettungsaktion
der schlechtesten Bank des Kontinents. Die 4. Kapitalerhöhung in wenigen Jahren. Erreicht aber kein Selbstläufer der gefährlichsten Bank der Welt nach IWF. Die Anleger verlieren Geld. Ob es die geschrumpfte Bank damit schafft in den 20 grösstdn Banken zu bleiben ist fraglich. Deutschland verfügt über keine andere Weltbank und die einzige ist ein Zwerg im Vergleich zu jenen aller G7. Aber sie hat es gerade wieder geschafft nicht komplett unterzugehen
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