Deutsche Bank "Wer die neuen Werte nicht respektiert, kann gehen"

Die fragwürdigen Geschäfte der Vergangenheit haben die Deutsche Bank tief in die Verlustzone gerissen. Jetzt will Co-Chef Jürgen Fitschen den Kulturwandel durchsetzen - und droht unwilligen Mitarbeitern mit markigen Worten.

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Frankfurt am Main - Solch harsche Ansagen an die eigenen Beschäftigten ist man von Jürgen Fitschen nicht gewohnt. Er gilt als der "Mr. Nice Guy" im Chef-Duo der Deutschen Bank Chart zeigen. "Wer bei uns arbeitet und diese Werte nicht respektiert, der sollte besser gehen, das haben wir jedem gesagt", sagte Fitschen am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz der Bank in Frankfurt. Man wolle die Risikokultur des Hauses verändern und die angeschlagene Reputation der Bank wiederherstellen.

Das hat die Bank auch bitter nötig: Vom Libor-Skandal über den Kirch-Prozess bis zum vermuteten Steuerbetrug beim Verkauf von CO2-Zertifikaten ist das Geldhaus in allerlei Skandale verwickelt. Wegen letzterem durchsuchten Ermittler sogar Fitschens eigenes Büro. Inzwischen drücken die Sünden der Vergangenheit auch gehörig auf die Bilanz: In dem Quartalsverlust von 2,2 Milliarden Euro, den Fitschen und sein Co-Chef Anshu Jain zuvor verkündet hatten, machen "Aufwendungen für signifikante Rechtsstreitigkeiten" alleine eine Milliarde Euro aus.

Die Deutsche Bank hatte deshalb bereits im September eine neue Geschäftsstrategie angekündigt. Bis 2015 will sie jährlich rund 4,5 Milliarden Euro sparen und 1900 Stellen abbauen. Die meisten davon sollen im bislang lukrativen, aber auch betrugsanfälligen Investmentbanking gestrichen werden.

Auch exzessive Bonuszahlungen sollen in Zukunft eingeschränkt werden. Dazu hat die Bank eine externe Kommission unter Leitung des ehemaligen BASF-Chefs Jürgen Hambrecht eingesetzt. Erste Vorschläge des Gremiums wurden bei der Bonus-Ausschüttung für 2012 bereits berücksichtigt. So hat sich der prozentuale Anteil der Boni an den Erträgen im Vergleich zum Vorkrisen-Niveau mehr als halbiert auf unter zehn Prozent. Führungskräfte erhalten ihre Boni künftig erst nach fünf Jahren, damit sie den langfristigen Erfolg des Instituts im Auge haben und nicht kurzfristige Gewinne. Garantierte Boni über viele Jahre soll es künftig gar nicht mehr geben.

Trotz des Milliardenverlusts reagierten die Anleger positiv auf die Bilanz: Durch die Reduzierung der Prozessrisiken steigerte die Bank ihre Kernkapitalquote unerwartet auf 8 Prozent. Anleger hatten befürchtet, dass der Vorstand eine Kapitalerhöhung beantragen würde. Die Aktionäre hätten dann neue Aktien der Bank kaufen müssen oder ihr Anteil am Unternehmen hätte sich verringert. Zudem bleibt die Gewinnausschüttung trotz des Quartalsverlusts bei 75 Cent pro Aktie. Die Deutsche Bank zählte deshalb trotz der Milliardenverluste zu den Tagesgewinnern im DAX.

mit Material von Reuters

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insgesamt 39 Beiträge
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Seite 1
ginivonOnyx 31.01.2013
1. Deutsche Bank
Wenn man von den hohen Bonis wegkommen will und Verlustge minimiert, geht es nur so, wie Fitchen vorschlägt.
huberwin 31.01.2013
2. Wie lauten denn die neuen Werte der Deutschen Bank?
Das würde mich mehr interessieren.
gummiball2 31.01.2013
3. optional
Wenn am Ende alle außer ihm gegangen sind, wie will er dann allein so eine große Bank führen? Wundert sich einer....
huggythebear 31.01.2013
4. Heuchler
Fitschen ist genauso glaubhaft wie der Papst, der seinen Priestern sagt, dass sie keine Knaben mehr missbrauchen dürfen...
kuehtaya 31.01.2013
5. Top Rabolismus
Zitat von sysopAFPDie fragwürdigen Geschäfte der Vergangenheit haben die Deutsche Bank tief in die Verlustzone gerissen. Jetzt will Co-Chef Jürgen Fitschen den Kulturwandel durchsetzen - und droht unwilligen Mitarbeitern mit markigen Worten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-fitschen-droht-mit-kulturwandel-a-880701.html
Das ist schon der Hammer, die "Werte" wurden und werden schon immer von der Unternehmensführung, also ihm selbst geprägt. Als hätten Mitarbeiter gerade bei der Deutschen Bank, jemals die Freiheit gehabt eigene Werte zu gestalten.
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