Vorstandsumbau Deutsche Bank holt Goldman-Sachs-Manager

Überraschender Vorstandsumbau bei der Deutschen Bank: Nach Informationen von manager magazin online wechselt Deutschlands größtes Geldhaus seinen Finanzvorstand aus. Marcus Schenck kommt vom Erzrivalen Goldman Sachs.

Von manager-magazin-Redakteur Tim Bartz

Marcus Schenck, hier noch Finanzvorstand des Energiekonzerns E.on 2012: Wechsel von Konkurrent Goldman Sachs
[M] mm.de; picture alliance / Sven Simon

Marcus Schenck, hier noch Finanzvorstand des Energiekonzerns E.on 2012: Wechsel von Konkurrent Goldman Sachs


Hamburg - Nach Informationen von manager magazin wird Marcus Schenck, 2006 bis 2013 Finanzvorstand des Energieriesen E.on Chart zeigen und derzeit bei der Investmentbank Goldman Sachs Chart zeigen in führender Position tätig, neuer Finanzvorstand des Konzerns. Der bisherige Finanzvorstand Stefan Krause erhält das neu geschaffene Ressort für Strategie und Operational Excellence und soll sich künftig um die langfristige Weiterentwicklung der Bank kümmern.

Ebenfalls neu in den Vorstand aufrücken soll Christian Sewing, bislang als Group Head of Audit konzernweit verantwortlich für die interne Revision. Diesen Job soll er künftig im Rang eines Vorstands ausüben.

Damit vollzieht der Aufsichtsrat erstmals nach dem Amtsantritt von Gremiumschef Paul Achleitner im Mai 2012 einen größeren Umbau des Vorstands.

Sewing werden exzellente Kontakte zur deutschen Finanzaufsicht BaFin nachgesagt. Die sind auch nötig, schließlich untersucht die Finanzaufsicht die Deutsche Bank auch auf ordnungsgemäße Geschäftsorganisation. Sollten die Aufseher, die bei nahezu jeder Aufsichtsratssitzung dabei sind, sogenanntes Organisationsversagen feststellen, könnten sie auf Grundlage des Kreditwesengesetzes (KWG) im Extremfall einzelne Vorstände oder Aufsichtsräte abberufen.

Dibelius geht bei Goldman-Sachs

Die Deutsche Bank Chart zeigen, die Mittwoch ihre Zahlen zum dritten Quartal 2014 vorlegen will, steht unter erheblichem Druck der Aufsichtsbehörden in aller Welt, insbesondere wegen der mutmaßlichen Manipulationen des Interbankenzinses Libor sowie verschiedener Devisenkurse.

Das Institut hat bereits mehrere Milliarden Euro für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten aufwenden müssen und weitere drei Milliarden Euro zurückgelegt. Allein im dritten Quartal mussten weitere 894 Millionen Euro zurückgestellt werden.

Der Aufsichtratsvorsitzende Achleitner konnte den neuen Finanzvorstand Schenck auch deswegen für die Deutsche Bank gewinnen, weil der ehemalige E.on-Vorstand nicht die Nachfolge von Goldman-Sachs-Deutschlandchef Alexander Dibelius antreten darf. Dibelius wird durch eine Doppelspitze ersetzt. Nach seinem Abschied von E.on im vergangenen Jahr hatte Schenck sein Haus in Düsseldorf in der Nähe des Konzernsitzes des Energieversorgers behalten.

Die Personalien Schenck und Sewing werden Thema auf der Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bank am Mittwoch sein. Die Bank wollte die Informationen auf Nachfrage nicht kommentieren.



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