Zinsaffäre: Deutsche Bank im Libor-Skandal vorgeladen

Neue Entwicklung im Skandal um die Manipulation des Libor-Zinses: Nach Angaben von zwei Nachrichtenagenturen wurden sieben Großbanken von US-Staatsanwaltschaften vorgeladen. Darunter soll auch die Deutsche Bank sein.

New York - In die Libor-Affäre scheint Bewegung zu kommen: Mindestens sieben Großbanken mit Sitz in New York und Connecticut sind von US-Staatsanwaltschaften vorgeladen worden. Das berichten die Nachrichtenagenturen Bloomberg und AP. In den vergangenen Wochen hätten die Deutsche Bank Chart zeigen, Royal Bank of Scotland Chart zeigen und HSBC ein entsprechendes Schreiben von den US-Behörden in New York bekommen. Die schweizerische UBS Chart zeigen habe bereits im Februar eine Vorladung erhalten.

Marktbeobachter rechnen mit einer juristischen Offensive. Bereits gebüßt hat die britische Großbank Barclays, die 454 Millionen US-Dollar Strafe zahlen musste. Unternehmenschef Robert Diamond musste aufgrund der Zinsmanipulationen zurücktreten.

Die genannten Banken zeigen sich Bloomberg zufolge kooperativ mit den zuständigen Behörden, halten sich aber gegenüber den Medien bedeckt. Die UBS bestätigte einzig, dass einige Generalstaatsanwälte Untersuchungen anstellten, um mögliche Manipulationen aufzudecken.

Der Libor gilt als zentraler Zinssatz im Finanzsystem. Er zeigt an, zu welchem Preis sich Banken untereinander Geld leihen - und bildet damit die Basis für zahlreiche Immobilienkredite, Sparverträge und Anleihen im Volumen von vielen hundert Billionen Dollar.

Die Sätze werden jeden Tag neu ermittelt: Dazu melden Banken die Zinsen, zu denen sie Refinanzierungsgeschäfte mit der Konkurrenz tätigen würden. Der Durchschnitt dieser Werte ist dann der Zinssatz für den jeweiligen Tag. Mehrere Banken sollen die Zinsen systematisch zu niedrig angegeben und so Libor, Euribor und womöglich Tibor manipuliert haben.

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cte/dpa/dapd

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1. Deutsche Bank im Libor-Skandal vorgeladen
eulenspiegel_neu 16.08.2012
Es kann einen nur freuen, wenn die DeuBa ihr Fett weg kriegt, schließlich ist sie in jeden Globalskadal verwickelt, der bisher öffentlich gemacht wurde. Diese Art Investmentbanking, wie es die DeuBa vollzieht, muss im Grunde zerschlagen werden. Die Bank muß wieder kleinere Brötchen backen und zu ihren Wurzeln des normalen Bankgeschäftes zurückkehren. Ivestmentbanken und Schattenbanken müssen von der Aufsicht stärker begleitet werden, d. h. die Schattenbanker müssen erstmal den Regelungen der Aufsicht unterworfen werden. Die Teilbanken sind mitschuldig an der globalen Witschaftspleite. Es ist schnellstens seitens der Regierungen hier einzugreifen ...
2. Regierung mit Mut und Verantwortung gesucht
ponoi 20.08.2012
Es ist kaum zu fassen, dass die Bundesregierung nichts unternimmt gegen das Verhalten der Banken und immer wieder Steuermittel einsetzt, um Betrügern, die keinerlei Interesse an unserem Land haben, neue Wege zu eröffnen , im Kreis der Zocker mit zu spielen. Warum werden Zahlungen nicht an Auflagen gebunden, wie der Verpflichtung zu Kreditherausgabe im eigenen Land. Soziale Marktwirtschaft funktioniert nur, wenn Übermächtigen die Flügel gestutzt werde. Schade dazu ist Mut gefragt. Scheint es nicht mehr zu geben bei Politikern.
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