"Dysfunktionalstes Unternehmen"   IT-Chefin verlässt Deutsche Bank 

Mit scharfen Worten gegenüber ihrem Arbeitgeber hielt sie nicht hinterm Berg - und sorgte damit für Kopfschütteln. Nun wird IT-Chefin Kim Hammonds die Deutsche Bank verlassen. Es ist der dritte Abschied in kurzer Folge.

Kim Hammonds, IT-Chefin der Deutschen Bank
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Kim Hammonds, IT-Chefin der Deutschen Bank


Das Personalkarussell bei der Deutschen Bank dreht sich nach dem Chefwechsel weiter. IT-Chefin Kim Hammonds verlässt nach umstrittenen Äußerungen das Unternehmen, wie Deutschlands größtes Geldhaus mitteilte. Hammonds scheide im gegenseitigen Einvernehmen zur Hauptversammlung am 24. Mai aus. Über ihre Nachfolge werde der Aufsichtsrat in Kürze nach Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden entscheiden.

Hammonds stand seit Monaten unter Druck. Die Managerin hatte bei einer internen Tagung des Konzerns gesagt, die Bank sei das "dysfunktionalste Unternehmen", für das sie je gearbeitet habe. Das sorgte bei Aktionären und Mitarbeitern für Kopfschütteln und Entsetzen.

Kritiker: Computersysteme nicht schnell genug modernisiert

Kritiker hatten ihr schon vor den umstrittenen Äußerungen vorgeworfen, sie habe die Computersysteme nicht schnell genug modernisiert, die als Großbaustelle gelten. Der ehemalige Vorstandschef John Cryan hatte die IT des Instituts kurz nach seinem Amtsantritt 2015 öffentlich als "lausig" bezeichnet.

Hammonds entgegnete ihren Kritikern, unter ihrer Leitung sei die Zahl der IT-Systeme von 45 auf 32 reduziert worden, die deutlich stabiler liefen als früher. Das Ziel sind vier. Aufsichtsratschef Paul Achleitner lobte die Amerikanerin zum Abschied. "Kim Hammonds hat frischen Wind in die Bank gebracht - mit dem Blick von außen und viel Erfahrung mit organisatorischen Veränderungen."

Sewing ersetzt Cryan, Vorstandsvize Schenk geht im Mai

Hammonds kam 2013 zur Deutschen Bank und arbeitete zunächst als Co-Leiterin für Technologie und Betrieb. Im August 2016 stieg sie als IT-Chefin in den Vorstand auf. Vor ihrem Wechsel zur Deutschen Bank arbeitete sie fünf Jahre lang als IT-Chefin bei Boeing. Davor war sie beim Computerhersteller Dell sowie bei Ford.

Hammonds Abschied ist einer von dreien bei der Bank in einem kurzen Zeitraum: Der bisherige Vize Christian Sewing hatte den glücklosen Vorstandschef Cryan vor eineinhalb Wochen an der Spitze des Finanzinstituts abgelöst. Der andere bisherige stellvertretende Vorstandschef, Marcus Schenck, wird die Bank zur Hauptversammlung im Mai verlassen.

ans/dpa/Reuters



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