Deutsche Bank Katar stellt sich hinter Aufsichtsratschef Achleitner

Rückendeckung vom Großinvestor der Deutschen Bank: Die Herrscherfamilie von Katar stärkt Aufsichtsratschef Paul Achleitner in einem Statement. Es sei nicht im Interesse der Aktionäre, dass er 2017 aufhöre.

Aufsichtsratschef Paul Achleitner
DPA

Aufsichtsratschef Paul Achleitner


In der Debatte um eine zweite Amtszeit bekommt der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Paul Achleitner, Unterstützung aus Katar. Die Herrscherfamilie des Golfstaats ist seit 2014 Großaktionär beim Geldhaus und offenbar nicht an einem Wechsel in der Führungsebene interessiert.

In einem Statement erklärte die Investmentfirma Paramount Services, es sei entgegen Medienberichten nicht im Interesse der Aktionäre, dass Achleitner seinen Posten 2017 niederlege. Seine Führungsrolle bleibe ein wichtiger Faktor für Investment und Vertrauen in die Bank.

Der Großaktionär reagiert damit auf einen Bericht des manager magazins, wonach eine zweite Amtszeit Achleitners aufgrund des Widerstands der Großaktionäre zunehmend unwahrscheinlicher wird. Vor allem Scheich Hamad bin Jassim bin Jabor, Mitglied von Katars Herrscherfamilie al-Thani, dränge auf eine Veränderung, berichtete das manager magazin.

Investoren kreiden Achleitner an, zu lange am Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen festgehalten zu haben. Er trage somit eine Mitschuld daran, dass die Deutsche Bank heute wesentlich schlechter dastehe als viele Konkurrenten. Im vergangenen Jahr gab es einen Rekordverlust von fast sieben Milliarden Euro, für 2015 und 2016 wird keine Dividende gezahlt. Größter Aktionär ist neben Katars Herrscherfamilie der US-Vermögensverwalter Blackrock, der 6,8 Prozent hält.

brk/Reuters



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
fnikolaus 30.03.2016
1. Sollte
Sollte sich die Bank nicht nach seinem Großinvestor umbenennen? Ein nicht Eingeweiter denkt immer noch das das eine deutsche Bank ist ;)
filimou 30.03.2016
2. ach, was waren das für Zeiten,
als Abs die Bank leitete. Der handelte noch wie ein ehrbarer Kaufmann. Jetzt ist die Bank eine Kapitalvernichtungsmaschine, was aber kein Hinderungsgrund war, Boni in unermesslicher Höhe auszuteilen. Aber so läuft es für die Aktionäre: Einmal zerstört eine Bundeskanzlerin die Aktien der Versorgungsunternehmen durch ihre überhastete Energiewende, dann wird der Ruf von VW durch Betrügereien zerstört, mit Folgen für die Aktiensparer, ja und die Banken!. Was folgt als nächstes?
Kolde 30.03.2016
3. Anteil
Wenn man schon den prozentualen Anteil von Blackrock erwähnt, sollte auch den Anteil der Herrscherfamilie genannt werden . Dann ist es auch möglich die Zahlen ins Verhältnis zu setzen.
wibo2 30.03.2016
4. Die Deutsche Bank Aktionäre müssen leiden ...
"Deutsche Bank: Katar stellt sich hinter Aufsichtsratschef Achleitner" (SPON) Alles soll besser werden bei der Deutschen Bank. Doch beim Aktienkurs sieht man davon noch nichts. Die Aktie der Deutschen Bank ist der schlechteste DAX-Wert im ersten Quartal 2016. Größter Kapitalvernichter. Die Deutsche Bank steht einem Medienbericht zufolge in intensiven Geschäftsbeziehungen mit Donald Trump. Wall-Street-Banken sind deutlich zurückhaltender. Hoffentlich sind das gute Geschäfte für die Bank.
fly2dive 31.03.2016
5. nicht im Interesse der Aktionäre?
Vielleicht nicht im Interesse des Aktionärs Katar, aber ich bezweifele stark, dass das alle Aktionäre dieser Meinung sind. Achleitner ist IMHO hauptverantwortlich für das Desaster mit Jain & Fitschen
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.