Frankfurt - Die Deutsche Bank hat Aktionäre vor einem Gewinneinbruch gewarnt. Kosten aus dem Konzernumbau würden sich im Schlussquartal 2012 "signifikant negativ auf den Gewinn" auswirken, teilte das Institut am Donnerstag mit. Der Grund seien verschiedene Sonderposten, etwa für das im September angekündigte Sparprogramm und den Abbau von Bilanzrisiken. Die Deutsche Bank verlagert insgesamt 122 Milliarden Euro an Vermögenswerten in den neuen Geschäftsbereich Non-Core Operations, eine Art interne Bad Bank.
Konkrete Zahlen zu den erwarteten Belastungen nannte das Institut nicht. Operativ sei das Quartal bisher trotz des Konjunkturabschwungs recht ordentlich gelaufen. Die Deutsche-
Bank-Aktie reagierte negativ auf die Nachrichten und verlor bis zum frühen Nachmittag rund 2,9 Prozent.
Neben schlechten Geschäftszahlen beschäftigen das Institut auch die Folgen einer Großrazzia wegen des Verdachts auf Umsatzsteuerbetrug. Einen Tag nach der Durchsuchung wurden am Donnerstag fünf Deutsche-Bank-Mitarbeiter dem Haftrichter vorgeführt. Das Amtsgericht Frankfurt wolle darüber entscheiden, ob sie wegen des Verdachts der Geldwäsche und Vertuschung in Haft blieben, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Günter Wittig. Eine Entscheidung wurde am Nachmittag erwartet.
Die Festnahmen stehen in Zusammenhang mit der Affäre um Steuerbetrug mit CO2-Zertifikaten, in die Deutschlands größtes Geldhaus offenbar tiefer verstrickt ist als zunächst angenommen. Das millionenschwere Umsatzsteuer-Karussell war vor knapp drei Jahren aufgeflogen.
Am Mittwoch kam der Fall erneut ins Rollen, als rund 500 Polizisten und Steuerfahnder stundenlang die Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank durchsuchten. Insgesamt wird nun gegen 25 Mitarbeiter der Bank unter anderem wegen schwerer Steuerhinterziehung ermittelt. Darunter sind auch der heutige Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen und Finanzchef Stefan Krause, weil sie die Umsatzsteuererklärung für das Jahr 2009 unterschrieben hatten.
dab/dpa/dapd/Reuters
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