"Slumlord"-Vorwurf Deutsche Bank beendet Häuserkampf mit Los Angeles

Die Deutsche Bank musste sich als einer "der größten Slumlords der Stadt Los Angeles" beschimpfen lassen. Jetzt aber ist der Streit mit der kalifornischen Kommune um verwahrloste Häuser beigelegt.

Skyline von Los Angeles: Details müssen noch dokumentiert werden
REUTERS

Skyline von Los Angeles: Details müssen noch dokumentiert werden


Los Angeles - Ein zweijähriger Streit zwischen der Deutschen Bank und Los Angeles über die Verwahrlosung von Wohnhäusern ist beendet. Das Institut und die Stadt hätten sich verständigt, teilten beide Seiten in einem am 17. Juni eingereichten gemeinsamen Statement beim zuständigen Gericht mit. Zu den Details wurde aber zunächst nichts bekannt, sie müssten noch dokumentiert werden. Ein Deutsche-Bank-Sprecher in New York wollte sich nicht zu der Einigung äußern.

Die kalifornische Stadt hatte der Bank vorgeworfen, sie habe gepfändete Wohnhäuser säumiger Schuldner verwahrlosen lassen. Zudem sollen die mittellosen Bewohner drangsaliert oder sogar widerrechtlich vertrieben worden sein, um die Häuser weiterverkaufen zu können. Ganze Gegenden seien dadurch verkommen. Auch die Kriminalität habe zugenommen. Die Anwälte der Kommune bezeichneten die Bank als "einen der größten Slumlords der Stadt Los Angeles". So werden in den USA die Besitzer abbruchreifer Häuser bezeichnet.

Die Bank sah sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Sie sei der falsche Adressat für die Klage. Mit den eigentlichen Zwangsvollstreckungen und der Verwaltung der gepfändeten Häuser habe die Deutsche Bank nichts zu tun, hatte das Finanzinstitut seit Bekanntwerden der Klage betont. Das Institut trete lediglich als Treuhänder für Investoren auf. Es sorge in dieser Rolle nur dafür, dass die einzelnen Anleger ihr Geld bekommen.

Die Stadt hatte im Mai 2011 gegen die Deutsche Bank Klage eingereicht. Im April dieses Jahres verwarf das zuständige Gericht den Antrag des Instituts, die Klage abzuweisen.

yes/dpa-AFX

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