Boni-Streit bei der Deutschen Bank Achleitner wird kritisiert - und wiedergewählt

Die Deutsche Bank macht mehrere Ex-Manager für die Skandale der vergangenen Jahre verantwortlich - und behält ihre Boni ein. Doch diese wollen nicht verzichten. Aufsichtsratschef Achleitner wirkt in dem Streit hilflos.

Paul Achleitner
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Die Deutsche Bank kommt in dem Streit mit mehreren Ex-Vorständen um Boni in zweistelliger Millionenhöhe nicht voran. "Es gibt keinerlei Annäherung", heißt es aus dem Kreise der betroffenen Manager.

Dabei hatte Aufsichtsratschef Paul Achleitner bei der Hauptversammlung am Donnerstag vollmundig erklärt, die Bank befinde sich "in fortgeschrittenen Gesprächen" mit den Betroffenen, zu denen auch die Ex-Chefs Josef Ackermann und Anshu Jain gehören.

Der Aufsichtsrat hatte deren Boni in den vergangenen Jahren teilweise einbehalten, weil er die Ex-Vorstände für Skandale verantwortlich macht, die Milliardenstrafen nach sich zogen. Die Alt-Manager wollen aber nicht verzichten, ohne dass die Bank garantiert, sie künftig nicht in Haftung zu nehmen.

Einen solchen Anspruchsverzicht kann aber nur die Hauptversammlung verbindlich erklären. Diese Frage blieb allerdings am Donnerstag außen vor.

Aktionäre stimmen für zweite Amtszeit von Achleitner

Trotz teils heftiger Kritik bleibt Achleitner für weitere fünf Jahre Aufsichtsratschef. Die Aktionäre wählten ihn bei der Hauptversammlung am Donnerstag in Frankfurt mit 93,51 Prozent der anwesenden Stimmen erneut in den Aufsichtsrat - diesem soll der Österreicher für eine zweite Amtszeit vorstehen. Achleitner hatte den Posten im Juni 2012 übernommen.

Achleitner hatte sich bei dem Aktionärstreffen Kritik anhören müssen. Dem Chefkontrolleur war zuvor wiederholt vorgeworfen worden, zu lange an der glücklosen Doppelspitze Anshu Jain und Jürgen Fitschen festgehalten zu haben. Erst im Sommer 2015 hatte der Aufsichtsrat die Reißleine gezogen, installierte John Cryan als neuen starken Mann an der Konzernspitze und trieb die Aufarbeitung der juristischen Altlasten voran.

Gescheitert ist bei der Hauptversammlung - wie schon im vergangenen Jahr - der Antrag von Aktionären, Achleitners Rolle bei der Aufklärung des Libor-Skandals um manipulierte Zinssätze per externer Sonderprüfung untersuchen zu lassen. Die britische Finanzaufsicht hatte die Höhe ihrer gegen die Deutsche Bank verhängte Strafe mit mangelhafter Kooperation des Konzerns begründet.

Rechtsvorstand Karl von Rohr bekräftigte bei dem Aktionärstreffen, umfangreiche interne wie externe Untersuchungen hätten ergeben, dass Achleitner seine Pflichten als Chefkontrolleur nicht verletzt habe. Das Ergebnis dieser Untersuchungen legte die Bank jedoch auch bei der Hauptversammlung nicht offen - so bleibt unklar, wessen Fehlverhalten die Libor-Strafe um 100 Millionen Euro in die Höhe getrieben hat.

Mit Material von dpa



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spaceagency 18.05.2017
1. Und wo waren die Aktionäre und der Vorstand
ein Direktor handelt ja nicht alleine. Der sündenbock Ackermann soll jetzt alleine an allem Schuld sein. Die Aktionäre und der Vorstand haben natürlich die Strategie nicht abgenickt? Diese Sündenbockmentalität der Deutschen ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten und macht das Leben sooo viel einfacher weil man sich selbst ja nie hinterfragen muss. Der Effekt wird sein dass wirklich grosse Manager diese Bank meiden werden und sie nur die dritte Riege bekommen wird. Mehr hat die gefährlichste Bank der Welt und die schlechteste Europas auch nicht verdient
CNPNTGFGZP 18.05.2017
2. Seit Jahrzehnten…
…hat dieses Haus keine wirklich großen Manager, Visionäre und Geldmarkt-Strategen mehr gesehen. Dritte, ach was sage ich: bestenfalls vierte Riege ist in den DB-TwinTowers in Frankfurt seit Ulrich Cartellieri die Regel. Der Niedergang begann mit dieser Lusche Breuer. Mit der Einschätzung haben Sie vollkommen Recht, Spaceagency! Da erinnert man sich nur an eitle und selbstsüchtige Gockel, die jegliches Branchen-KnowHow vermissen ließen, notwendige Reformen insbesondere aus hinlänglich bekanntem „Partikular-Interesse“ sträflich vernachlässigt und sich von den Ganovesken, vermeintlichen Zukunftssparten ihrer Zunft auf’s Blamabelste haben blenden und vorführen lassen. Weil sie weder Finanz-Derivate oder Options-Handel, noch diesen ganzen ruinösen Treasury-Mist auf ihre volkswirtschaftlichen Auswirkungen in ihrer Gesamt-Dynamik auch nur im Ansatz verstanden haben. Und ärgerlicherweise ist es immer noch so: Achleitner und Co., die Pfeife Cryan und etliche Investment-Möchtegerns darunter „mühen“ sich ab – vernichten mit ihren Bonis die letzten verbliebenen Eigenkapital-Milliarden. Wann ist da endlich Schluss damit, liebe BaFin?
wurzer 19.05.2017
3. Achleitner
Mir ist vollkommen unklar wie Leute vom Schlage"Achleitner" in solche Positionen geschoben werden können. Wenn man seine Historie kennt, ist nicht zu glauben, dass er ARvorsitzender der Deutschen Bank wurde. Er hat z.B. dem Allianz-Konzern durch den Kauf der ehemaligen Dresdner Bank, einen Schaden von mindesten 34.000.000 € zugefügt. Dann dürfte er gehen, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden. Sind das Spielregeln der sog. "Freien Marktwirtschaft"?
frankfurtbeat 19.05.2017
4. das sind eben ...
das sind eben gut bezahlte Nieten in Nadelstreifen und das tolle daran ist das sie so weitermachen dürfen ...
gersois 19.05.2017
5. Er kam von Goldman-Sachs!
Zitat von wurzerMir ist vollkommen unklar wie Leute vom Schlage"Achleitner" in solche Positionen geschoben werden können. Wenn man seine Historie kennt, ist nicht zu glauben, dass er ARvorsitzender der Deutschen Bank wurde. Er hat z.B. dem Allianz-Konzern durch den Kauf der ehemaligen Dresdner Bank, einen Schaden von mindesten 34.000.000 € zugefügt. Dann dürfte er gehen, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden. Sind das Spielregeln der sog. "Freien Marktwirtschaft"?
Viel schwerer als der Kauf der Dresdner Bank wiegt doch, dass er diese in den Jahren als Allianz-Tochter nicht sanieren konnte, besonders nicht das Investmentbanking! Der ehemalige Investmentbanker von Goldman-Sachs! Aber so lange die kleinen Aktionäre nichts zu melden haben, wird er im Aufsichtsrat der DB bleiben.
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