Derivategeschäfte Pforzheim verklagt Deutsche Bank

Die Deutsche Bank riet Pforzheim zu Derivategeschäften - dabei verlor die Kommune rund 20 Millionen Euro. Jetzt zieht die baden-württembergische Stadt vor Gericht und verlangt Schadensersatz.

Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main
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Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main


Die Stadt Pforzheim hat wegen verlustreicher Zinsgeschäfte Klage gegen die Deutsche Bank eingereicht. Es gehe um Schadensersatz aus Derivategeschäften in Höhe von rund 20 Millionen Euro plus Zinsen, teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Die Swap-Geschäfte seien auf Initiative der Deutschen Bank abgeschlossen worden. Die Bank sei bislang nicht zu einem Vergleich bereit.

Bereits im Oktober hatte der Gemeinderat mit großer Mehrheit für die Klage wegen fehlerhafter Anlageberatung gestimmt. Die Klageschrift wurde dem Landgericht Frankfurt am Main zugestellt. In der Stadt hat das Kreditinstitut seinen Sitz.

Bei sogenannten Zinsswaps wird in Verträgen mit Banken auf steigende oder fallende Zinsen gesetzt. Etliche Mittelständler, kommunale Unternehmen und Kommunen hatten dabei hohe Verluste erlitten, etwa Würzburg und Hagen. Pforzheim verlor in den Jahren 2004 und 2005 auch mit anderen Banken viel Geld: Die Verluste summierten sich auf 57 Millionen Euro.

Im Dezember 2014 hatte sich Pforzheim bereits mit der US-Bank JP Morgan auf einen Vergleich vor dem Landgericht Frankfurt geeinigt, der der Kommune zwei Drittel ihrer Zinswetten-Millionenverluste ersetzte: rund 37 Millionen Euro. Die Kommune war die riskanten Geschäfte mit der amerikanischen Bank eingegangen, um Verluste aus den Zinsgeschäften mit der Deutschen Bank gegenzufinanzieren.

asc/dpa



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