Frankfurter Geldhaus Deutsche Bank plant nun doch keine Digitalbank

Mit einer Digitalbank wollte die Deutsche Bank für jüngere Kunden attraktiver werden - nun macht sie einen Rückzieher. Offenbar setzt sie lieber auf Online-Marktplätze, die auch für andere Geldhäuser offen sind.

Deutsche Bank in Frankfurt
AP

Deutsche Bank in Frankfurt


Die Deutsche Bank begräbt ihre Pläne für eine Digitalbank und setzt stattdessen auf eine auch für Produkte anderer Anbieter offene Plattform. "Anders als im Oktober 2017 angekündigt, wird die Deutsche Privat- und Firmenkundenbank Ende 2018 nicht mit einer neuen Digitalbank an den Start gehen", sagte ein Banksprecher. Statt einer Bank mit einem Konto im Mittelpunkt gehe es in Richtung einer digitalen Plattform.

Bereits heute vermittelt die Deutsche Bank auf ihrem "Zinsmarkt" Sparer an andere Institute, die höhere Zinsen auf Festgeld zahlen. Geplant sind neue Angebote für die Kunden der Deutschen Bank und der Postbank, die über das klassische Bankgeschäft hinausgehen. Konkreter äußerte sich der Konzern bislang nicht, Details will die Deutsche Bank erst im vierten Quartal nennen.

Im Oktober 2017 hatte die Deutsche Bank noch angekündigt, Ende 2018 mit einer neuen Digitalbank an den Markt gehen zu wollen, in deren Mittelpunkt ein kostenfreies Konto stehen sollte. Damit wollte die Bank vor allem junge, digitalaffine Kunden ansprechen.

Inzwischen hat die Bank offenbar erkannt, dass sie sich damit kaum von großen Direktbanken wie ING-Diba, DKB und Comdirect absetzen könnte.

Auch andere Banken setzen angesichts der Herausforderungen durch Fintechs auf Online-Marktplätze, die Kunden auch an andere Anbieter vermitteln. Ihre Hoffnung dabei ist, dass die Verbraucher auf den Plattformen der Banken bleiben und die Geldhäuser Provisionen verbuchen und die Daten nutzen können.

cop/Reuters



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