Jahresbilanz 2015 Deutsche Bank rechnet mit 6,7 Milliarden Euro Verlust

Die Deutsche Bank rechnet mit dem größten Jahresverlust ihrer Geschichte. Die Bilanz fällt noch schlechter aus als im Krisenjahr 2008.

Deutsche Bank Co-Chef John Cryan (Archiv): Seine erste Jahresbilanz fällt tiefrot aus
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Deutsche Bank Co-Chef John Cryan (Archiv): Seine erste Jahresbilanz fällt tiefrot aus


Die Deutsche Bank rechnet für 2015 mit einem schweren Verlust von 6,7 Milliarden Euro nach Steuern. Das teilte das Geldinstitut am Mittwoch in Frankfurt mit. Grund sind hohe Ausgaben für Rechtsstreitigkeiten, Kosten für den laufenden Konzernumbau und Stellenstreichungen.

Experten hatten zwar wegen der bereits bekannten Ankündigung von Abschreibungen im Investmentbanking und im Privatkundengeschäft, Rückstellungen für juristische Auseinandersetzungen und Abfindungen bereits mit einem dicken Minus gerechnet. Sie hatten dabei aber ein Minus von etwas mehr als fünf Milliarden Euro erwartet.

Doch zu den bereits bekannten Kosten und Aufwendungen kommen im vierten Quartal weitere 1,2 Milliarden Euro für Rückstellungen, um die Folgen früherer Geschäfte juristisch zu beenden. Zudem drücken die Probleme im Privatkundengeschäft, in dem sich das Institut im laufenden Jahr unter anderem von der Postbank Chart zeigen trennen will, auf das Ergebnis.

Insgesamt belasteten die Kosten für die Neuausrichtung und Abfindungen das Ergebnis im vierten Quartal mit rund 800 Millionen Euro - zudem müssten weitere 100 Millionen Euro abgeschrieben werden, sodass sich die Sonderbelastungen im vierten Quartal auf etwas mehr als zwei Milliarden Euro belaufen.

2014 fuhr die Bank noch 1,7 Milliarden Euro Gewinn ein

Das zu erwartende Minus ist der größte Jahresverlust für den deutschen Branchenprimus und der zweite seit 2008. In der Finanzkrise hatte die Deutsche Bank Chart zeigenerstmals in einem Gesamtjahr rote Zahlen geschrieben und rund 3,9 Milliarden Euro Verlust gemacht.

Für 2014 hatte die Deutsche Bank noch rund 1,7 Milliarden Euro Gewinn ausgewiesen - mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Im Oktober 2015, 100 Tage war der neue Co-Chef John Cryan da im Amt, rechnete die Bank für das dritte Quartal bereits mit Verlusten von 6,2 Milliarden Euro.

Aktuell läuft die US-Konkurrenz der Deutschen Bank davon: JPMorgan, Citigroup Chart zeigen, Morgan Stanley Chart zeigen, Bank of America Chart zeigen und Wells Fargo Chart zeigenvermeldeten sämtlich Milliardengewinne für 2015. Details zum abgelaufenen Geschäftsjahr will die Deutsche Bank am 28. Januar präsentieren.

sun/Reuters/dpa



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