30. April 2013, 10:57 Uhr

Erfolgreiche Kapitalerhöhung

Deutsche Bank begeistert Aktionäre

Frisches Finanzpolster für die Deutsche Bank: Das größte deutsche Geldhaus hat bei seiner Kapitalerhöhung fast drei Milliarden Euro eingesammelt. Die Aktie steigt zeitweise um fast acht Prozent.

Frankfurt am Main - Das dürfte die Diskussion um eine schlechte Finanzausstattung der Deutschen Bank abschwächen: Das größte deutsche Kreditinstitut hat seine überraschende Kapitalerhöhung binnen kürzester Zeit abgeschlossen. Insgesamt platzierte die Bank 90 Millionen neue Aktien zum Preis von 32,90 Euro das Stück mittels eines beschleunigten Verfahrens. Dadurch sammelte das Institut insgesamt 2,96 Milliarden Euro ein, wie es am Dienstag mitteilte.

Damit lag der Erlös noch leicht über dem am Montagabend angekündigten Ziel von 2,8 Milliarden Euro. Große Kosten kommen auf die Deutsche Bank nicht zu, da sie selbst allein die Kapitalerhöhung managte. Die neuen Aktien bot sie ausschließlich institutionellen Anlegern an.

Analysten hatten dem größten deutschen Geldhaus seit dem Amtsantritt der Doppelspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen im Juni 2012 seine im Vergleich zu anderen Instituten schlechteren Kapitalquoten vorgehalten. Sie begründeten damit auch die vergleichsweise schwache Entwicklung des Aktienkurses. Deutschlands größte Bank werde mit Hilfe der Kapitalerhöhung im direkten Vergleich mit ihren weltweiten Wettbewerbern "zu einer der am besten kapitalisierten Banken", sagte Jain am Dienstag in einer Telefonkonferenz für Analysten.

Die Börse feierte die Kapitalerhöhung mit einem kräftigen Kurssprung. In den ersten Handelsstunden legte die Aktie zwischenzeitlich um fast acht Prozent zu und war damit bester Wert im Dax. Analysten reagierten positiv und erhöhten ihre Empfehlungen.

Schrumpfung des Investmentbankings fast beendet

Zudem teilte die Bank mit, den angekündigten Stellenabbau in ihrem Investmentbanking praktisch abgeschlossen zu haben, wie Finanzvorstand Stefan Krause sagte. Der Konzern hatte im Juli Pläne zur Streichung von 1900 Arbeitsplätzen - davon 1500 im Investmentbanking -, öffentlich gemacht.

Aus einer Präsentation zum ersten Quartal 2013 geht hervor, dass sich die Zahl der Vollzeitstellen im Investmentbanking binnen Jahresfrist um 1144 auf 8792 verringert hat. In der Vermögensverwaltung sank die Zahl der Vollzeitstellen um gut 600 auf 6413. Insgesamt beschäftigte der Konzern Ende März knapp 98.000 Vollzeitkräfte und damit fast 3000 weniger als ein Jahr zuvor.

yes/Reuters/dpa


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