Wirtschaft


Erfolgreiche Kapitalerhöhung: Deutsche Bank begeistert Aktionäre

Co-Chefs Fitschen, Jain: Neue Aktien ausschließlich für institutionelle AnlegerZur Großansicht
REUTERS

Co-Chefs Fitschen, Jain: Neue Aktien ausschließlich für institutionelle Anleger

Frisches Finanzpolster für die Deutsche Bank: Das größte deutsche Geldhaus hat bei seiner Kapitalerhöhung fast drei Milliarden Euro eingesammelt. Die Aktie steigt zeitweise um fast acht Prozent.

Frankfurt am Main - Das dürfte die Diskussion um eine schlechte Finanzausstattung der Deutschen Bank abschwächen: Das größte deutsche Kreditinstitut hat seine überraschende Kapitalerhöhung binnen kürzester Zeit abgeschlossen. Insgesamt platzierte die Bank 90 Millionen neue Aktien zum Preis von 32,90 Euro das Stück mittels eines beschleunigten Verfahrens. Dadurch sammelte das Institut insgesamt 2,96 Milliarden Euro ein, wie es am Dienstag mitteilte.

Damit lag der Erlös noch leicht über dem am Montagabend angekündigten Ziel von 2,8 Milliarden Euro. Große Kosten kommen auf die Deutsche Bank nicht zu, da sie selbst allein die Kapitalerhöhung managte. Die neuen Aktien bot sie ausschließlich institutionellen Anlegern an.

Analysten hatten dem größten deutschen Geldhaus seit dem Amtsantritt der Doppelspitze aus Anshu Jain und Jürgen Fitschen im Juni 2012 seine im Vergleich zu anderen Instituten schlechteren Kapitalquoten vorgehalten. Sie begründeten damit auch die vergleichsweise schwache Entwicklung des Aktienkurses. Deutschlands größte Bank werde mit Hilfe der Kapitalerhöhung im direkten Vergleich mit ihren weltweiten Wettbewerbern "zu einer der am besten kapitalisierten Banken", sagte Jain am Dienstag in einer Telefonkonferenz für Analysten.

Die Börse feierte die Kapitalerhöhung mit einem kräftigen Kurssprung. In den ersten Handelsstunden legte die Aktie zwischenzeitlich um fast acht Prozent zu und war damit bester Wert im Dax. Analysten reagierten positiv und erhöhten ihre Empfehlungen.

Schrumpfung des Investmentbankings fast beendet

Zudem teilte die Bank mit, den angekündigten Stellenabbau in ihrem Investmentbanking praktisch abgeschlossen zu haben, wie Finanzvorstand Stefan Krause sagte. Der Konzern hatte im Juli Pläne zur Streichung von 1900 Arbeitsplätzen - davon 1500 im Investmentbanking -, öffentlich gemacht.

Aus einer Präsentation zum ersten Quartal 2013 geht hervor, dass sich die Zahl der Vollzeitstellen im Investmentbanking binnen Jahresfrist um 1144 auf 8792 verringert hat. In der Vermögensverwaltung sank die Zahl der Vollzeitstellen um gut 600 auf 6413. Insgesamt beschäftigte der Konzern Ende März knapp 98.000 Vollzeitkräfte und damit fast 3000 weniger als ein Jahr zuvor.

yes/Reuters/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
Auf anderen Social Networks teilen
  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
insgesamt 6 Beiträge
JustusBrack 30.04.2013
Ein interessanter Artikel, in dem erläutert wird, dass nicht JP Morgan, sondern die Deutsche Bank die höchsten Derivateverbindlichkeiten weltweit hat. Wenn das Kartenhaus zusammenbricht, werden aus den Netto-Verbindlichkeiten von [...]
Ein interessanter Artikel, in dem erläutert wird, dass nicht JP Morgan, sondern die Deutsche Bank die höchsten Derivateverbindlichkeiten weltweit hat. Wenn das Kartenhaus zusammenbricht, werden aus den Netto-Verbindlichkeiten von nur 20 Mrd. Euro plötzlich brutto über 70 Billionen! At $72.8 Trillion, Presenting The Bank With The Biggest Derivative Exposure In The World (Hint: Not JPMorgan) | Zero Hedge (http://www.zerohedge.com/news/2013-04-29/728-trillion-presenting-bank-biggest-derivative-exposure-world-hint-not-jpmorgan)
dasdondel 30.04.2013
denn die "Anleger" können die Aktien ja durchaus mit Geld aus Krediten bezahlen.
denn die "Anleger" können die Aktien ja durchaus mit Geld aus Krediten bezahlen.
systemmirror 30.04.2013
neues Spielgeld. Die vornehme Umschreibung für Schulden. Eingesammeltes Geld sind kein eigenes Kapital, das sind einfach nur Schulden. Wenns verzockt ist, geht das große Gejammer der Jubler wieder los. Die Börse setzt noch [...]
Zitat von sysopFrisches Finanzpolster für die Deutsche Bank: Das größte deutsche Geldhaus hat bei seiner Kapitalerhöhung fast drei Milliarden Euro eingesammelt. Die Aktie steigt zeitweise um fast acht Prozent. Deutsche Bank sammelt drei Milliarden Euro bei Kapitalerhöhung ein - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-sammelt-drei-milliarden-euro-bei-kapitalerhoehung-ein-a-897332.html)
neues Spielgeld. Die vornehme Umschreibung für Schulden. Eingesammeltes Geld sind kein eigenes Kapital, das sind einfach nur Schulden. Wenns verzockt ist, geht das große Gejammer der Jubler wieder los. Die Börse setzt noch einen drauf und schon wird ohne jegliche Wertschöpfung neues Geld. Im gegenteil, die deutsche Bank müßte jetzt eigentlich schlechter bewertet werden, weil sie es anscheinend nötig hat sich Geld zu leihen. Pervers. Bis zur nächsten Blase.
wibo2 30.04.2013
Was wohl der Schäuble und Frau Merkel dazu sagen? siehe Deutsche-Bank-Bombe: Über 72 Billionen Derivate (http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/12831-deutsche-bank-bombe-72-bio-derivate)
Zitat von JustusBrackEin interessanter Artikel, in dem erläutert wird, dass nicht JP Morgan, sondern die Deutsche Bank die höchsten Derivateverbindlichkeiten weltweit hat. Wenn das Kartenhaus zusammenbricht, werden aus den Netto-Verbindlichkeiten von nur 20 Mrd. Euro plötzlich brutto über 70 Billionen!
Was wohl der Schäuble und Frau Merkel dazu sagen? siehe Deutsche-Bank-Bombe: Über 72 Billionen Derivate (http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/12831-deutsche-bank-bombe-72-bio-derivate)
Ghanima22 30.04.2013
Was sollen Sie dazu sagen? Bricht das Kartenhaus zusammen, ist der Bankkund sein Geld los und den Rest zahlt der Steuerzahler. Ist doch nur gerecht, wer ein Bankkonto besitzt oder Steuern zahlt zählt ja sowieso zu denen die [...]
Zitat von wibo2Was wohl der Schäuble und Frau Merkel dazu sagen? siehe Deutsche-Bank-Bombe: Über 72 Billionen Derivate (http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/12831-deutsche-bank-bombe-72-bio-derivate)
Was sollen Sie dazu sagen? Bricht das Kartenhaus zusammen, ist der Bankkund sein Geld los und den Rest zahlt der Steuerzahler. Ist doch nur gerecht, wer ein Bankkonto besitzt oder Steuern zahlt zählt ja sowieso zu denen die zuviel haben.
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
alles zum Thema Deutsche Bank

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Dienstag, 30.04.2013 – 10:57 Uhr
  • Drucken Versenden Feedback
  • Kommentieren | 6 Kommentare






TOP



TOP