Schäuble über Ex-Banker Ackermann "Leider ist das kein Witz, es ist zum ..."

Josef Ackermann, Ex-Chef der Deutschen Bank, wehrt sich mit einem fadenscheinigen Argument gegen die Rückzahlung von Boni. Finanzminister Wolfgang Schäuble hat dazu eine klare Meinung.

Ackermann, Schäuble (2011)
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Ackermann, Schäuble (2011)


Die Deutsche Bank hätte gern Bonuszahlungen zurück, die ihrem ehemaligen Chef Josef Ackermann zustehen. Der Ex-Banker will davon allerdings nichts wissen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat nun deutlich gemacht, was er von Ackermanns Verhalten hält: nichts.

Die Erklärung, er könne mit Rücksicht auf andere Manager nicht auf die Auszahlung der auf Eis gelegten Boni verzichten, sei eher etwas für die Fastnacht oder den Karneval, witzelte Schäuble bei einer Politikkonferenz der Deutschen Presse-Agentur. "Leider ist das kein Witz, sondern es ist zum ...", sagte Schäuble. Ackermanns Namen oder den Konzern Deutsche Bank nannte er nicht.

Ackermann hatte vergangene Woche erklärt, er wolle nicht freiwillig auf die einbehaltenen Bonuszahlungen verzichten. Er könnte zwar durchaus grundsätzlich von Ansprüchen absehen, wolle dies aber mit Rücksicht auf andere frühere Manager des Instituts nicht tun. "Das kann ich gar nicht", hatte Ackermann gesagt.

Die Deutsche Bank hat auch wegen hoher Strafzahlungen und Milliarden-Rückstellungen in Folge von Rechtsstreitigkeiten aus früherer Zeit mit Problemen zu kämpfen.

Ackermann hatte moniert, die Frage möglicher Rückzahlungen hätte intern in der Bank geklärt werden sollen, sei aber in die Öffentlichkeit getragen worden. Aber offenbar habe man ihn unter Druck setzen wollen. "Man merkt die Absicht, aber man ist verstimmt", sagte er.

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Die Skandale der Deutschen Bank: Peanuts und Pannen

beb/dpa



insgesamt 112 Beiträge
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sapereaude! 22.11.2016
1. pacta sunt servanda
Ich vermute mal, es ist vertraglich ganz klar geregelt, wann Herr Ackermann oder ein Anderer Anspruch auf einen Bonus hat. Wenn es eine rechtliche Möglichkeit gäbe, den Bouns zurückzufordern, hätte man diese seitens der Bank bestimmt schon genutzt. Oder man hätte den Bonus erst gar nicht ausgezahlt. Es soltle sich ein jeder fragen, wie er reagieren würde, wenn sein Arbeitgeber eine vor zwei Jahren gezahlte Prämie "gerne zurück hätte". Und die Rechtsbateilung der Bank sollte sich fragen, ob sie bei der Gestaltung der Verträge nicht etwas falsch gemacht hat.
theodtiger 22.11.2016
2. leider nur ein sehr schlechter Witz
Jemand, der wie Ackermann mit seiner Forderung nach 25% Eigenkapitalrendite die Finanzkrise mitverursacht hat und weitgehend für die Schieflage der Deutschen Bank verantwortlich ist, sollte immerhin noch so viel Anstand haben, nicht auch noch Boni dafür zu verlangen.
frankfurtbeat 22.11.2016
3. wer ...
wer denkt das diese Spezies freiwillig auf irgendeinen €uronen verzichtet der lebt nicht auf dieser Welt. Auch wenn ich Schäuble nicht wirklich mag aber er hat recht wenn er meint es sei zum K..... Der "nette" Schweizer ist für mich der Inbegriff von Raubtierkapitalismus und ist mit dafür verantwortlich für das was aus dieser Bank heute geworden ist! Nieten in Nadelstreifen gepaart mit Narzismus und Profilneurose ist so mit das übelste was es auf diesem Planeten gibt ...
josch@sapo.pt 22.11.2016
4. na was denn?
wenn das Gesetz einen Selbstbedienungsladen fuer Manager zulaesst, braucht sich niemand zu wundern, oder glaubt da noch jemand an Seriositaet in Industrie oder bei Banken?
heinzpeter0508 22.11.2016
5. Herr Schäuble hat völlig recht
Ackermann, doch auch Winterkorn, sollten für ihr Versagen und kriminelles Verhalten zur Kasse gebeten werden. Denn beide haben ihren Konzernen geschadet, und auch dem Volk. Den Winterkorn hat ja schon der Staatsanwalt im Visier, auch Ackermann sollte für seine wirtschaftskriminellen Vergehen zur Rechenschaft gezogen werden. Wie sagen die Engländer und Amerikaner, justice has to be done.
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