Divestment Deutsche Bank will aus Kohlefinanzierung aussteigen

Die Deutsche Bank will nach Informationen von SPIEGEL ONLINE kein Geld mehr in Minen und Kraftwerke stecken. Bestehende Kredite in Projekte sollen nach und nach abgebaut werden.

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Projekte der Kohleindustrie könnten bald einen Geldgeber weniger haben. Die Deutsche Bank plant, keine neuen Kredite mehr für Minen und den Bau neuer Kraftwerke zur Verfügung zu stellen. Das bestätigte das Institut SPIEGEL ONLINE auf Anfrage.

Bestehende Kreditengagements in diesem Sektor will das Geldhaus zudem sukzessive abbauen. In welchem Zeitraum dies geschehen soll, sagte ein Sprecher auf Anfrage nicht. In einem Brief der Deutschen Bank an den Grünen-Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer heißt es indes, das Institut wolle seine Kohlefinanzierung in den kommenden drei Jahren "um bis zu 20 Prozent" reduzieren.

Wie hoch die Investitionen der Deutschen Bank im Kohlesektor derzeit sind, ist offiziell nicht bekannt. Das Institut gibt dazu keine Zahlen heraus. Die Klimaschutzorganisation Urgewald hatte auf der Basis von Daten der Finanzdienstleister Bloomberg und Thomson Reuters 2015 geschätzt, dass die Deutsche Bank mit einer Summe von 3,3 Milliarden Euro der größte Braunkohlefinanzierer Deutschlands ist.

Der Strategieschwenk der Deutschen Bank hängt nach Angaben von Branchenkennern vor allem mit dem Boom der erneuerbaren Energien zusammen, die für Investoren zusehends attraktiver werden. Auch Imagegründe dürften eine Rolle spielen: Konzernchef John Cryan hatte unter anderem eine Unterstützungerklärung zur Klimakonferenz von Paris unterschrieben und versprochen, mehr Verantwortung fürs Klima zu übernehmen. Umweltschützer hatten das Engagement als halbherzig kritisiert.

Krischer begrüßt die Pläne der Deutschen Bank. "Das angekündigte Divestment der Deutschen Bank ist ein wichtiges Zeichen auf dem Weg hin zu einer dekarbonisierten Wirtschaft", sagt der Grünen-Abgeordnete. Divestment biete die Chance, mehr Geld in klimafreundliche Technologien zu investieren. Je mehr dies geschehe, desto wahrscheinlicher sei es, den CO2-Ausstoß so zu begrenzen, dass die Klimakrise im Zaum gehalten werde.

Urgewald ist von den Maßnahmen der Deutschen Bank weniger beeindruckt. "Die Ankündigung umfasst nur Projektkredite", sagt ein Sprecher. "Diese machen jedoch nur einen Teil der Kohlefinanzierung aus." Daneben gebe es auch noch Firmenkredite und -anleihen. "Hier spielt die Deutsche Bank nach wie vor eine zentrale Rolle als Geldgeber der Kohleindustrie."

Der südkoreanische Konzern KEPCO und der indische Konzern NTPC seien zum Beispiel regelmäßige Kunden der Deutschen Bank. Allein KEPCO plane mehr als 14.000 Megawatt an neuen Kohlekapazitäten weltweit.



insgesamt 3 Beiträge
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tatsache2011 31.01.2017
1.
Ist das Kredit-Risiko zu hoch? Warum bietet die Bank nicht Kredit mit höherem Zins? Reicht die Bonität der Aktiengesellschaften mit Kohle-Kraftwerken nicht mehr?
diotto 01.02.2017
2. Die DB braucht dringend mehr Ertrag!
Investive Kredite im Energiesektor laufen teils über Jahrzehnte. Das DB Geschäft lief zuletzt äußerst schwach mit minimalen Gewinnmargen. Die Bank gehört inzwischen mehrheitlich Auslandskapital, darunter Pensionsfonds, welche auf hohe Ausschüttungen angewiesen sind um ihren Verpflichtungen nach kommen zu können. Weltweit gesehen bietet der Markt der erneuerbaren da weit höhere und stabilere Gewinne.
berndtschmidt 01.02.2017
3. Nicht der Operationen der Bank getroffen
Bank verloren ein wenig zu viel vorher nicht Optionen trafionych. Jetzt können sie unangenehme Folgen haben. Sie könnten eine bessere prozessverbesserung, bis seltsame verwenden, dass eine solche große Kapitalgesellschaft und die berühmten Bankpleiten wie im Fall von Goldman Sachs - die Banken immer noch gefährlich Lösungen wählen.
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