Marktmanipulationen Deutsche Bank stimmt Millionen-Vergleich zu

Sechs Jahre lang sollen Händler der Deutschen Bank den Preis von Edelmetallen manipuliert haben. Dafür muss das Geldhaus in den USA nun eine Strafzahlung in Millionenhöhe zahlen.

Deutsche-Bank-Hochhaus in Frankfurt (Archivbild)
AFP

Deutsche-Bank-Hochhaus in Frankfurt (Archivbild)


Die Deutsche Bank muss in den USA erneut eine Millionenstrafe zahlen. Im Rahmen eines Vergleichs stimmte das Geldhaus einer zivilrechtliche Buße in Höhe von 30 Millionen Dollar (umgerechnet rund 24 Millionen Euro) zu. Das teilte die für die Rohstoffbörsen zuständige Aufsichtsbehörde CFTC mit. Hintergrund ist eine angebliche Manipulation von Edelmetallpreisen. Ein Sprecher der Deutschen Bank sagte auf Nachfrage, die interne Kontrolle und Aufsicht seien bereits verstärkt worden, damit sich solche Regelverstöße nicht wiederholen.

Ermittlungen der Behörde gelangten zu dem Schluss, dass Händler der Deutschen Bank im Zeitraum von Februar 2008 bis mindestens September 2014 den Preis von Edelmetallen mittels der sogenannten Spoofing-Methode manipuliert hatten. Dabei werden auf dem Terminmarkt Aufträge zum Kauf oder Verkauf platziert, die dann aber zurückgezogen werden. Einziges Ziel der vorgetäuschten Aufträge ist es, den Preis in die gewünschte Richtung zu lenken. Das "Spoofing" war in den USA im Jahr 2009 im Rahmen des sogenannten Dodd-Frank-Gesetzes verboten worden, das zum Ziel hatte, eine neue Finanzkrise zu verhindern.

Die CFTC griff aber nicht nur gegen die Deutsche Bank Chart zeigen durch, im gleichen Verfahren wurden auch gegen die Schweizer UBS und die britische HSBC Strafen von 15 Millionen beziehungsweise 1,6 Millionen Dollar verhängt. Es handelte sich um eine konzertierte Aktion der Aufsichtsbehörde sowie des US-Justizministeriums und der Bundespolizei FBI. Dabei wurden auch Strafanzeigen gegen sechs Börsenhändler gestellt, die für die Banken tätig gewesen sein sollen.

Die Deutsche Bank war 2015 von der US-Finanzaufsicht mit einer Rekordstrafe von mehr als 2,5 Milliarden Dollar belegt worden. Zur Beilegung anderer Rechtsstreitigkeiten um die Euribor- und Libor-Manipulationen willigte das Unternehmen später zudem noch in Zahlungen von hunderten Millionen Dollar ein.

max/dpa/AFP



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geotie 30.01.2018
1.
Eine bescheidene Frage: Wo haben die nicht ihre Finger im Spiel gehabt, wo mussten die nicht einen Millionenstrafe oder mehr bezahlen? Wer sein Geld solch einer Bank in die Hände gibt, sollte es bei der Rücknahme sehr genau nachzählen!
juttakristina 30.01.2018
2. Die Deutsche Bank
kommt offensichtlich aus dem von ihr selbst vor lauter Gier verursachten Sumpf nicht mehr heraus. Kaum ist der eine Skandal halbwegs beigelegt, kommt der nächste... Ähnlich wie bei unseren "lieben" Autobauern. Obwohl, das, was da jetzt so alles ans Tageslicht kommt, überrascht mich keineswegs - leider. Ich vergesse nie, wie die Deutsche Bank zweimal, bei Filialen in zwei verschiedenen Städten, versucht hat, unsere Familie bei einem Trauerfall gnadenlos über den Tisch zu ziehen, um sich zu bereichern. Man schreckte auch nicht davor zurück, meiner Mutter zu erzählen, es sei gesetzlich verboten, das gemeinsame Festgeldkonto nach dem Tod unseres Vaters auf sie umzuschreiben. Es war reines Glück - oder eine Vorahnung? -, dass sie sich das Formular hatte mitgeben lassen und nicht direkt die Kontoauflösung und -neuanlage mit zweifachem Zinsverlust vor Ort unterschrieb. Seltsam, dass es bei zwei anderen Banken problemlos möglich war. Sie hatte natürlich auch Sterbeurkunde, Erbschein usw. dabei. Beim nächsten Fall wollte man auch unsere Restfamilie zur vorzeitigen Kontoauflösung überreden - natürlich hätte das wieder Zinsverlust nach sich gezogen. Nachdem man zweimal mit solchen Storys an unterschiedlichen Orten kam, war das für mich schon kein Zufall mehr sondern Geschäftsmodell. Damit ist dieser Laden für mich sowieso gestorben. Und in den Folgejahren hat die Bank es immer wieder verstanden, den Negativeindruck zu bestätigen. Bei unserer Großmutter wären die mit so etwas durchgekommen und ich möchte nicht wissen, bei wie vielen Trauernden so ein mieses Spiel verfängt, allein schon, weil die Leute ja auch etwas neben sich stehen können. So etwas ist meines Erachtens ziemlich niederträchtig, Menschen in der Lebenslage derart zu belügen und zu betrügen.
muckusch, 31.01.2018
3. Sollen manipuliert haben?
Laut Überschriftsunterzeile >soll< die Dt.Bk. den Goldpreis manipuliert haben (Konjunktiv). Gemäss Überschrift und laufendem Text stimmte sie (deshalb) einem Vergleich zu, akzeptierte eine Geldbusse (von der man nicht erfährt, in welcher Höhe sie zum rechtswidrig erlangten Vermögensvorteil steht) und erklärte, dass sich infolge interner Kontroll- und Aufsichtsverstärkung solche Regelverstösse (!) künftig nicht wiederholen (Geständnis und Indikativ). Finden Sie, dass Ihre Überschrift (nach deren Aufnahme viele Leser schon weiterblättern) den weiteren Verlauf des Artikels trägt, den betrugsverwandten, rechtlich aber privilegierten Tatbestand hinreichend zusammenfasst! und ihn nicht unangemessen beschönigend in Frage stellt?
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