Strategiewechsel Deutsche Bank stutzt Investmentbanking

Neuer Chef, neue Strategie: Die Deutsche Bank will das zuletzt schwächelnde Investmentbanking verkleinern. Der Gewinn des Geldhauses ist im ersten Quartal deutlich zurückgegangen.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing
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Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing


Die Deutsche Bank versucht unter ihrem neuen Chef Christian Sewing, 47, den Befreiungsschlag. Der erst seit zweieinhalb Wochen amtierende Manager will das Investmentbanking zusammenstreichen.

Im Beratungs- und Finanzierungsgeschäft konzentriere sich die Deutsche Bank künftig vorrangig auf jene Bereiche, die einen Bezug zu ihren europäischen Kunden hätten, teilte das Institut am Donnerstag mit. In den USA und in Asien werde sie ihr Geschäft dort reduzieren, wo es kaum grenzüberschreitende Aktivitäten gibt.

Auch das Zinsgeschäft in den USA wird deutlich verkleinert. Das weltweite Aktiengeschäft werde der Vorstand genau prüfen, hieß es. Auch hier dürfte das Geschäft in bestimmten Bereichen zurückgefahren werden.

Der Umbau wird den Angaben zufolge in den betroffenen Regionen und Geschäftsfeldern auch mit einem Stellenabbau verbunden sein. Genaue Zahlen nannte die Bank nicht.

Sewing, der fast sein ganzes Berufsleben in der Deutschen Bank verbracht hat, hatte Anfang April den Vorstandsvorsitz von John Cryan übernommen. (Ein Porträt des neuen Topmanagers lesen Sie hier.) Der Brite hatte viele Altlasten abgearbeitet und den Umbau des Geldhauses forciert, war nach Meinung von Kritikern zuletzt aber zu zögerlich vorgegangen.

Sewing setzt nun mit der Reduzierung des problematischen US-Geschäfts eine Forderung namhafter Analysten um. In der Region muss sich die Deutsche Bank mit großen heimischen Spielern wie JPMorgan Chase oder Goldman Sachs messen.

Der Gewinn der Deutschen Bank ist im ersten Quartal deutlich zurückgegangen - auf 120 Millionen Euro. Die Erträge gaben um fünf Prozent auf sieben Milliarden Euro nach. Im Investmentbanking sanken die Erträge im Vergleich zum Vorjahresquartal besonders stark - nämlich um 13 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro.

ssu/dpa/Reuters



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
antilobby 26.04.2018
1.
In schlechten Zeiten besinnt man sich wieder, das Bisschen Geld der privaten Kunden auch verdienen zu wollen. Geht auf der Börse die nächste Blase los, wird wieder auf das große Geld geschaut.
YoRequerrosATorres 26.04.2018
2. Stimmt! So wird es sein...
Zitat von antilobbyIn schlechten Zeiten besinnt man sich wieder, das Bisschen Geld der privaten Kunden auch verdienen zu wollen. Geht auf der Börse die nächste Blase los, wird wieder auf das große Geld geschaut.
...und das ist auch gut so. Anders wäre ja auch doof. Unternehmen gehen alle dahin, wo man Geld verdienen kann. Oder auch dahin, wo man MEHR Geld verdienen kann. Das ist echt clever. War bei der DB zuletzt eher nicht so.
tanzindenmai 26.04.2018
3. aha
" Im Investmentbanking sanken die Erträge im Vergleich zum Vorjahresquartal besonders stark - nämlich um 13 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro." nachdem die schönen 2 milliarden boni eingefahren wurden zeigen jetzt die investment-junkies, was sie drauf haben. toll !
r+l 26.04.2018
4. DBK: Strong Sell
Im Beratungs- und Finanzierungsgeschäft konzentriere sich die Deutsche Bank künftig vorrangig auf jene Bereiche, die einen Bezug zu ihren europäischen Kunden hätten, .. irgendwie wurde das den Aktionaeren doch schon vor 20, 15, 10 und 5 Jahren genau so oder aehnlich erzaehlt .. was ist jetzt nochmal genau die neue Strategie?
MarkusHenny 26.04.2018
5. Ist nicht nur ein bisschen Geld.
Zitat von antilobbyIn schlechten Zeiten besinnt man sich wieder, das Bisschen Geld der privaten Kunden auch verdienen zu wollen. Geht auf der Börse die nächste Blase los, wird wieder auf das große Geld geschaut.
Die UBS hat jedenfalls in den letzten Tagen gemeldet in der Schweiz die höchste Rendite von allen Marktgebieten zu erwirtschaften. (0.57 CHF Aufwand für 1.00 CHF Ertrag).
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